
Liege im bequemen Pilgerbett und versuche einmal die Geschehnisse des Tages in ein paar Sätzen zusammenzufassen. Vorneweg, es war wieder ein sehr schöner und abwechslungsreicher Tag auf dem Chemin des Allemandes.

Vielleicht sollte ich die Geschehnisse aber besser chronologisch angehen.

Die riesige Jugendherberge in Cluny hatte im Frühstückssaal genau zwei Tische eingedeckt. Der eine war für eine junge Französin mit dem seltenen Vornamen „Morgan“ bestimmt. Am anderen Tisch saß ich. Wie der Zufall es wollte, betraten wir nacheinander den Saal und recht bald danach fragte mich Morgan, ob ich denn Pilger sei? Nachdem ich dies bejahte bestätigte sie Ihrerseits ebenfalls das Pilgerdasein. „Jawohl ja, endlich mal ein Mitpilger/eine Mitpilgerin mit der ich mich auf dem Weg nach Le Puy austauschen kann“, kam mir spontan in den Sinn. Als Morgan mir recht bald ihr tatsächliches Pilgerziel offenbarte, war klar, dass sich unsere Wege in Cluny leider nur kreuzten. Sie pilgert in den nächsten knapp 5 Monaten nach Jerusalem und ich in den nächsten 12 Tagen nach Le Puy.
Quelle grande différence!

Wäre ja auch nur zu schön gewesen, wenn ich mein Alleinsein auf dem Chemin, zumindest für ein paar Stunden/Tage, hätte unterbrechen können! C‘est le Chemin Saint Jacques!

Das Wetter schlug heute mitunter einige Kapriolen! Strahlender Sonnenschein zum Abschied in Cluny, wenige Kilometer später aber zogen dunkle Wolken am Himmel auf.

Blitz, Donner und Schauer, die auf mich herunterprasselten, bedingten ein Unterstellen im Innenhof eines Bauern, der mir freundlicherweise beim Warten auf besseres Wetter Gesellschaft leistete.

Zudem verwandelte sich der schöne Jakobsweg kilometerlang in einen wahren Hindernislauf. Unzählige ungekippte Bäume und Äste versperrten den Weg und zwangen den Pilger zu einiger Akrobatik heraus. Die Unwetter der vergangenen Nächte haben also deutliche „Spuren“ auf dem Jakobsweg hinterlassen!

Die zweite Tageshälfte brachte mich mit einem kontinuierlichen und langen Aufstieg erstmals in Bergregionen, soweit man in 600 Meter Höhe schon von Bergen sprechen kann. Als „NiederrHeiner“ darf man das sicherlich!
Am Zielort Tramayes war dann klar, dass ich die erste weinbergfreie Etappe auf meinem diesjährigen Pilgerabenteuer erleben durfte. In Tramayes habe ich dankenswerterweise eine sehr schnuckelige und komfortabel augestattete Herberge vorgefunden.

Herbergsvater Jaques ist in jüngeren Jahren auch als Pilger unterwegs gewesen und dabei in drei Monaten nach Santiago de Compostela gepilgert.

Tramayes selbst ist ein bescheidener Ort, der bei ca. 1.000 Einwohnern eine schöne Kirche und immerhin ein Schloss als Attraktionen aufzuweisen hat.

Au revoir de Tramayes
Die sonstigen Bilder des Tages:





















Hey, wir waren heute auch fleissig und haben das Gewitter unter dem Dach bei der Teufelsmühle abgewartet!
By: Yvonne on 17. August 2023
at 19:05
Sehr gut!!!
By: Caminopilger on 17. August 2023
at 21:58