Ein LOWA mit flexibler Sohle

01.06.2008 15:15 Uhr
Weiß der Teufel in welchem Ort wir heute gelandet sind. Viana, oder so ähnlich? Die heutige Strecke war bei Dauerregen und tiefem Matsch wieder ein „klein wenig“ ermüdend, sodass wir nach unserer Einkehr in Viana geradewegs in die Bodega einfielen. Die erste Flasche Rioja wurde bereits um 13:30 Uhr geköpft und verbesserte schlagartig unsere regengeplagte Pilgerlaune. Beste Stimmung bei Stephan, 31 Jahre, Erzieher aus Heilbronn, Carsten, 38 Jahre, Tischlermeister aus Hannover und Heiner, 44 Jahre, Beamter aus Brüggen.

3 Pilger und eine Flasche Pilgerwein

Zur Abrundung des hervorragenden Pilgermenues gab es dann noch ein großes spanisches Bier und damit waren wir am Sonntagnachmittag gegen 15:00 Uhr bereits reif für das Pilger-Etagenbett. Die spanische Kapelle in der Tapas Bar schmetterte zu unseren Ehren auf das heftigste bekannte spanische Volkslieder. „La Bamba“ kam besonders gut bei uns an. Gesundheitlich gibt es nicht viel neues zu berichten. Pilger gewöhnen sich offensichtlich schnell an die Belastungen des Tages und der Rotwein scheint pilgerheilende Kräfte zu entfalten! Wie anders ist zu erklären, dass man zu jedem Pilgermenue eine Flasche Hauswein spendiert bekommt.

nordspanische Kapelle


Der „gastronomische Betrieb“ hat uns auf jeden Fall so gut gefallen, dass wir heute Abend dort wieder einziehen werden.

Viva Espania.

Es lebe der Camino de Santiago!

Die Bilder des Tages:

Frühstück in der Herberge
Man trägt heute Plastik auf dem Camino
namenloser Ort auf dem Camino
typische Landschaft auf dem Camino Frances
Stephan bleibt bei uns, nun laufen wir den Camino zu dritt 🙂
Welcher Pilger liebt sie nicht. Mohnblumen!
überraschendes Tagesziel Viana
beeindruckende Kunst
die Gassen von Viana
welch schönes Gebäude
verschwommener Blick aus der Herberge nach einem besonders schönen Abend
Pilgerromantik, Gemälde auf dem Weg: Klatschmohn und Berge

Welcher Wahnsinn treibt mich eigentlich auf diesen Camino?

und so sah die Wirklichkeit am heutigen Tag aus

Die gestrigen Fußschmerzen verstärkten sich heute Morgen um ein vielfaches. Mit 11 kg Pilgergepäck stand ich frisch gestiefelt vor der Pilgerherberge in Estela um den hügeligen Weg nach Los Arcos in Angriff zu nehmen. Der Spann des rechten Fußes war dermaßen blockiert, dass ich fast nicht losgegangen wäre. Mein Beinansatz meldete permanent Stiche und Dauerschmerzen. Ein Gefühl, als ob ich die ganze Nacht in einer Eishalle in zu engen Schlittschuhen Pirouetten für das Guiness Buch der Rekorde gedreht hätte. Alter Schwede! Ich humpelte in bester „Schnarchi-Manier“ zwei Stunden lang an der Seite meines Pilgerfreundes Carsten, der sich köstlich über meine eigenartigen Bewegungen amüsierte.

gefühlt 25 kg Gepäck lasten auf Carstens Rücken 😉

Die Kollegen in der Heimat hatten mir vor dem Abflug nach Nordspanien „das Aus“ am 19. Tag meiner Pilgerwanderung vorausgesagt. Am 3.Tag bereits aufgeben zu müssen kam überhaupt nicht in Frage! So biss ich im wahrsten Sinne des Wortes auf die Zähne und nach 2 Stunden lösten sich tatsächlich alle Blockaden und ich war wieder wie ein Erstliga-Fohlen unterwegs!

Bei Dauerregen erreichten wir unser Etappenziel die Casa de Austria – Fuente des Los Arcos in 5 1/4 Stunden.

trübe Aussichten auf dem Camino de Santiago

Merke: Aller Pilgeranfang ist schwer!

Hola aus Los Arcos

Die Bilder des Tages:

Wasser und Wein am Morgen kostenlos für die Pilger in der Bodegas Irache
Mitpilger mit Hut
Wiedersehen auf dem Camino
endlich angekommen!
in der Albergue Casa de Austria
hört es denn gar nicht mehr zu regnen auf?
Kirchenportal Los Arcos
Geht es auch ne Spur freundlicher? Nein.
wie soll bei diesem Wetter die Kleidung nur trocknen?
zauberhafter Camino

30.05.2008 06:15 Uhr
Unglaublich! 10 wuselige Pilger stehen zeitgleich um 06:00 Uhr auf und packen ihren Kram. Spanier, Franzosen, Österreicher und Deutsche sprechen dabei eine Sprache, sie hüsteln und schnupfen sozusagen international. Das schlechte Wetter in den Pyrenäen scheint vielen in den letzten Tagen, erkältungstechnisch gesehen, „den Rest“ gegeben zu haben. Bei einer älteren Frau aus Frankreich ist ein ärztlicher Einsatz nach unserer Einschätzung der Lage unausweichlich. Die Feldbetten mit der semibequemen Sperrholzplatte bestätigen eindrucksvoll und spürbar: „Wir sind im Lazarett gelandet!“

Für meinen Teil habe ich zumindest am Abend göttlich gespeist. Ein tolles Pilger-Menue mit Seehecht als Hauptspeise und lokalem Navarra-Wein wurde mir aufgetischt.

Merke: Ohne „Mampf“ am Abend kein Pilgerkampf am Morgen.

30.05.2008 14:40 Uhr
Die Mitpilger/-innen erhalten von uns auf dem Weg Kosenamen. Heute lief uns einer von den „50 Prozent Schnarchern“ der ersten Nacht über den Weg. Schnell war ein Name für ihn gefunden: „Schnarchi“! Schnarchi lief wie ein „Pflege-Stufe4-Pilger“ durch die Klatschmohnfelder und wir Pilgernovizen amüsierten uns auf halbem Weg nach Estella unverschämter Weise über Schnarchis entenartigen Gang. Das Lachen sollte insbesondere mir später am Tag noch vergehen … .
In Top-Verfassung lernte ich früh am Tag auf dem Camino die 31 jährige Koreanerin Cum Jung Chun aus Seoul kennen.

Cum Jung und Carsten

Cum Jung war sehr stoisch und zielorientiert. Die verhaltene Kommunikation mit der zierlichen Dame aus Asien währte nur wenige Minuten.

Später am Tag überholte uns eine topfitte österreichische „Bergkletterin“ namens Klara (1,53 m Größe bei 53 kg Körpergewicht) auf dem Weg. Die Salzburgerin mag kein Internet, kein Handy und hat auch ansonsten keinen Kontakt nach Hause während ihrer Pilgerzeit.
Zum Ende des Tages, nach 22 km und 6 Stunden mit einigen Steigungen und Hügeln, verließen mich meine „jugendlichen“ Kräfte. Mein rechter Fuss bereitet mir Probleme. Nun bin ich froh und glücklich überhaupt in der Herberge angekommen zu sein. Gesellige Nächte scheinen bei dieser Form der Belastung und Uebernachtung kategorisch ausgeschlossen zu sein. Auch hier herrscht eine strenge Disziplin: 22:30 Uhr Bettruhe, 6:00 Uhr Frühstück und um 7:00 Uhr am Morgen dann der musikuntermalte Rausschmiss aus der Herberge. Im 16 Betten Zimmer liege ich im Hochbett, unter mir die so sehr hüstelnde Französin, die ab sofort als „Madame Lazarett“ Einzug in diesen Blog halten wird.

Madame Lazarett erreichte übrigens das Pilgerziel des heutigen Tages trotz ihrer körperlichen Angeschlagenheit nur wenige Minuten nach uns. Kompliment und Anerkennung für diese Energieleistung.

Camino de Santiago

Carsten und ich gehen gleich auf die Pilgerpiste! Mineralwasser, Obst und Pflegecreme werden dabei unsere bevorzugten Kaufobjekte sein … .
Brave new Pilger-World!

Hola aus Estella!

Die Bilder des Tages:

Carsten schreitet voran
einheimische „Mitpilger“
die Brücke am Fluss
Pilgerpause
Hospital Peregrinos
Estella

Fremdenverkehrswerbung
zauberhafter Pilgerort
Pilgertreffen beim Abendessen
Fußpflege, so wichtig für den Pilger
Blick aus dem Zimmer der Casa Paderborn

29.05.08 06:05 Uhr
Die erste Nacht im Refugio ist überstanden. Von Pilgerromantik leider keine Spur. Gegen 21:00 Uhr hatten Carsten aus Hannover und ich die Casa Paderborn erreicht. Gleichwohl wir lediglich 30 Minuten durch Pamplona liefen waren wir bis auf die Haut tropfnass. Der Weg vom Busbahnhof bis zur Herberge reichte dafür leider aus! Etwas zu essen bekamen wir im nahe gelegenen Schwimmbadrestaurant leider auch nicht mehr. Da die Türen der Pilgerherberge bereits um 22:00 Uhr schließen, blieb lediglich Zeit für ein erstes spanisches Bier und eine kleine Tüte Lacy Chips.

Wir schliefen danach hungrig im Etagenbett eines mit 4 Pilgern belegten kleinen Zimmers mit dem Raummaß von 3×3 Metern. Willkommen im wahren Pilgerleben!

Pilgerbett obere Etage

Saunagefühle pur für sympathische fünf Euro. Der Schnapper schlechthin! Leider schnarchten 50 Prozent der anwesenden Fußpilger. Ohne Ohrenstöpsel wäre ich wohl nicht durch die Nacht gekommen! Überhaupt herrschen hier in den Herbergen strenge Gesetze: 06:00 Uhr Wecken, danach Frühstück zum Pilgerpreis von 2 Euro und anschließendem Rausschmiss aus der Herberge gegen spätestens 8:00 Uhr. Fehlt nur noch der Frühsport! Hoffentlich bleiben wir heute vom spanischen Dauerregen verschont.

Carsten beim ersten Pilgerfrühstück



29.05.08 16:45 Uhr
Mein „Credencial del Peregrino“ / Pilgerausweis hat schon wieder einen neuen Stempelabdruck!

Carsten und ich sind im Refugio P.P. Reparadores in Puente La Reina (Navarra) gelandet. 27,5 km anstrengende Tageskilometer liegen hinter uns und haben mir verdeutlicht, dass die Trainingskilometer auf dem platten Land, sprich in der Heimat am Niederrhein, absolut kein Maßstab sind. Die Passhöhe Puerto del Perdon liegt beispielsweise auf 780 Meter Höhe. Eine 6 1/2 stündige Wanderung ist zu Beginn der Pilgerreise doch ganz anständig, oder?

auf dem Weg nach Puente la Reina

Zur Belohnung stand anschließend die Körperpflege und das Wäschewaschen auf dem Programm. Das angebotene Pilgermenue war mit 8,90 Euro erneut erschwinglich und durchaus schmackhaft.


Nebenbei bemerkt habe ich auf der heutigen Tagesetappe nahezu vier Liter Wasser getrunken.

Das Wetter war mit sonnigen 22 Grad überraschend angenehm. Morgen soll laut Wettervorhersage reichlich Wasser von oben kommen. Was solls! Dann streif ich einfach meine Plastiktextilien (Aldi preist diese als „Funktions-Regenbekleidung aus hochwertigem Tectex-Material“ an) über.

Buen Camino aus Puente la Reina

Die Bilder des Tages:

Der Beginn meiner ersten Pilgerreise am Bahnhof Kaldenkirchen
Dier ersten Schritte von der Casa Paderborn auf den Camino de Santiago
Pamplona
gleich sind wir endlich aus der Stadt raus!
Carsten
Heiner
typische Landschaft
nur noch 747 km
das erste Tagesziel ist erreicht – Puente la Reina
Verfasst von: Caminopilger | 5. August 2022

Missing Camino Frances 2008

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Die Stiefel aus dem Jahr 2008 – LOWA Trekker UK 10,5


Nun laufe ich ja seit etlichen Jahren auf den diversen Jakobswegen in Spanien, Portugal, Deutschland, Luxemburg und Frankreich. Rund 4.250 km als Fußpilger stehen da bis heute (Stand: August 2022) zu buche. Leider habe ich meinen ersten Jakobsweg im Jahr 2008 noch nicht über diesen wordpress-Blog dokumentiert. Dies möchte ich in den nächsten Tagen und Wochen nachholen.
Ich werde die Zeitmaschine anschmeißen, ins Jahr 2008 reisen und die Beiträge Tag für Tag in diesen Blog einpflegen. Die rund 740 km auf dem Camino Frances von Pamplona nach Santiago de Compostela werden mithin in ein paar Wochen auch Bestandteil dieses Blogs sein.

Den Morgen verbringe ich gerne im Sonnenblumenfeld.

Die Unterkunftssuche stellt den Pilger auf dem Chemin des Allemandes mitunter, wie an dieser Stelle wiederholt aufgezeigt, vor unlösbare Aufgaben. Nach ein paar Wochen hier auf dem Jakobsweg in Frankreich habe ich endlich verstanden wie es besser laufen kann! Die privaten und gewerblichen Anbieter der Unterkünfte besitzen in allen Departements umfangreiche Datensätze und Listen über anderweitig nicht publizierte private Unterkunftsmöglichkeiten entlang des Weges.

Der Datenschutz lässt ein schärferes Foto nicht zu 😈!

Diese „Betten“ sind zwar nicht immer direkt am Weg gelegen, aber auf ein paar hundert Meter kommt es bei den zumeist machbaren Tagesetappen dann auch nicht mehr an. Das schöne an den Listen ist, dass die privaten Unterkünfte sehr häufig von Leuten zur Verfügung gestellt werden, die selbst Pilger sind und gegen „Donativo“ die Übernachtung nur für auf dem Weg befindliche Pilger zur Verfügung stellen. Wenn es schon kaum Herbergen auf dem Weg gibt, dann ist das für mich zumindest immer noch authentischer als „Hotelbesuche“ und passt einwandfrei zum Jakobsweg, da die Gastgeber die müden Pilger in den allermeisten Fällen mit Pilger-Herzblut empfangen. Bisher habe ich jedenfalls beste Erfahrungen mit dieser Art der Übernachtungen machen dürfen. Auffallend ist, dass die meisten Gastgeber die angesprochen Listen, sozusagen den Lonely Planet Übernachtskatalog für Pilger, ungern rausrücken und im Höchstfall einzelne Fragmente in Zettelform dem Pilger mit auf den Weg geben. Ich habe diesen gehüteten Goldschatz mittlerweile von einem der bisherigen Gastgeber dankenswerter Weise vollständig ausgehändigt bekommen und benutze ihn seitdem täglich bei meiner Quartiersuche.

Kennzeichnung des Weges im Cote D‘dor

So landete ich gestern bei Monsieur Sabatier in Marcilly sur Tille und staunte nicht schlecht als ich gegen 17:00 Uhr zum verabredeten Zeitpunkt vor einem abgeschlossenen Tor stand.

Das Tor zum Pilgerglück

Dahinter befand sich ein riesiges parkähnliches Anwesen am Fluss und der historischen Mühlenanlage des Ortes Marcilly-sur-Tille. Mittendrin ein riesiges malerisch gelegenes großes Herrenhaus. Beim Anblick dieser kinowürdigen Kulisse lief der Spielfilm in meinem Kopf schon ab. Wasserhähne aus Gold, Entmüdungsbecken für Pilger, eisgekühlter Burgunder am Pool und Barbecue. Man da habe ich heute ja das ganz große Los gezogen! Nach kurzer Zeit kam Herr Monsieur zum Tor, öffnete es aus der Ferne mit ner Funkverbung, und begrüßte mich freundlich auf seinem Anwesen. Als ich in freudiger Erwartung in Richtung des feudalen Herrenhauses gehen wollte, zeigte er überraschenderweise mit einer eindeutigen Handbewegung in die andere Richtung, also wieder vom Anwesen weg auf die Straße. Was soll das denn geben, dachte ich leise vor mich hin, zumindest leicht irritiert in diesem wieder zuhöchst bühnenreifen Moment. Ich hatte mich doch schon so sehr auf das Pilgerluxusleben eingestellt… . Der weitere Weg war dann zumindest nicht weit, genau gesagt waren es lediglich 10 Meter. Das Anwesen von Monsieur Sabatier ist unter anderem von der historischen Mühlenanlage eingegrenzt, die wohl offensichtlich auch noch zu seinem Anwesen zählt.

Müllers Mühle

Zugleich öffnete er das erste erreichbare Schloß und schwupps standen wir vor einem niedlich hellen historischen Häuschen.

mein Mühlenreich

„Voila“, dies war also meine puristische Übernachtung. Das historische Haus des Müllers, der erschöpft von der harten Arbeit in vergangenen Zeiten nicht all zu weit von der Mühle wohnen sollte um quasi ständig verfügbar zu sein. Genau genommen zählt das Knusperhäuschen damit zur Mühlenanlage. Monsieur erklärte mir mit einem besonderen Schalk im Nacken, dass ich für eine Nacht in die Rolle des Müllers schlüpfen würde.

1 Mühlen-Mann-Albergue

Mir gefiel das Szenario, dennoch war ich mir irgendwie nicht sicher, ob der Müller in früheren Jahrhunderten eine Dusche und ne Toilette kannte. Damit lag ich mal zu 100 Prozent richtig, die Toilette war 50 Meter entfernt in einem Schuppen des Nachbargebäudes untergebracht. Um diese zu benutzen wurden mir sage und schreibe drei Schlüssel ausgehändigt. Auf meine ergänzende Frage nach der Duschmöglichkeit, zeigte Monsier mit einem breiten Grinsen auf eine im Haus befindliche verblichene gelbliche Plastikschüssel mittlerer Spülgröße.

Mann achte auf die Spül-/Duschschüssel

Anschließend begutachtete er gemeinsam mit mir die Stelle am Fluß, wo ich mich zur Körperpflege unbeobachtet entkleiden könne.

Duschplatz am Fluss

Ich nahm alles mit ner großen Prise Humor und sagte zu ihm, dass es in Indien am Ganges genauso sei. Willkommen im naturverbundenen puristischen Pilgerleben! Ich tat, wie mir beFOHLEN wurde und machte mich am Fluss nackig. Herrlich! Das Pilgermenue stellte ich mir im örtlichen Einkaufsmarkt zusammen, da die Restaurants vort Ort ( Achtung: running gag) geschlossen hatten.

Des Müllers Abendmahl in der Mühle

Geschlafen habe ich übrigens herrlich als Müller für eine Nacht. Am heutigen Morgen brachte Monsieur mir gegen 07:00 Uhr dankenswerterweise frisch gebrühten Kaffee zum Müllershaus, setze den Tampon (deutsch: Stempel) in meinen Pilgerausweis und ich war 10 Minuten später wieder auf meinem Weg, ohne auch einen weiteren Blick vom Herrenhaus im Park während meines gesamten Aufenthalts erhascht zu haben. So ist eben das harte Leben eines Müllers!

Der Müller und sein Chef

Die heutige Tagesetappe nach Ahuy war insgesamt betrachtet eine staubtrockene und menschenleere Angelegenheit deren Höhepunkte zum einen eine zum 2ten Frühstück verzehrte leckere, mit Carte D‘or Schokolade und Bourbonne Vanillepudding gefüllte, Schnecke 🐌 und ein geniales Mittagsmenue in Messigny-en Vantoux waren.

so schaut es aus wenn ich nach unten gucke

Glücklicherweise hatten die Streckenplaner wieder ein Einsehen mit mir im Glutofen. Den kerzengeraden, langen und smarten Aufstieg nach Ahuy konnte ich im schattigen Wald gut meistern. Mein Lonely Pilger Planet Führer hat mir heute eine Übernachtung bei dem vitalen 83 jährigen Daniel geschenkt. Von ihm werde ich morgen an gewohnter Stelle ein bisschen mehr erzählen.

Es lebe der Camino.

Ahuy!

Der Caminopilger

Die Bilder des Tages:

Wüstenblumen
Pilgerziel ist …
Cote D‘or Schnecke 🐌
ist das Mittagsmenue wirklich ne gute Entscheidung? Aber… Siesta muss sein.
auf dem Weg zum feudalen Mittagsmenue
der Blick zurück auf den gegangenen Weg
schönes Haus auf dem Weg
Weinstöcke 🍷 im Burgund
Friends will be Friends, oder was wäre ich ohne die Kühe auf dem Weg!
bescheidenes Pilgermahl
Durch den Wald nach Ahuy
bei Daniel angekommen
und die tägliche Pilgerwäsche ist auch schon erledigt 🤠
Der Caminopilger ist noch 3 Tage auf dem Weg.

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