
Nach der Verabschiedung von der herzensguten Marie-Martine

kaufte ich morgens auf dem riesigen Marktplatz in Montbrison noch etwas Brot

und Käse ein,

bevor ich mich dann auf den Weg in die „Berge“ machte.

Das Wetter war wie angekündigt über Stunden nass und regnerisch. Meine heute erstmals von mir getragene Regenjacke bewährte sich ausdrücklich bei dem schlechten Wetter.

Vor dem heftigen Anstieg ins Zielgebiet ergriff ich mittags in Margerie-Chantagret die Gelegenheit beim Schopfe und stärkte mich wohlschmeckend in einer Pizzeria.

Ich erfreute mich zusätzlich beim Essen an den Liveproben einiger Musiker, die an diesem Tag wohl noch einen Auftritt in der Location hatten.
Das war eine rundum schöne Erfahrung, die mir wieder einmal zeigte, dass man die wenigen Einkehrmöglichkeiten hier auf dem „Chemin des Allemands“ unbedingt nutzen sollte, wenn dann tatsächlich auch mal etwas geöffnet ist… .

Nach siebenstündiger abwechslungsreicher Wanderung bis auf fast auf 900 Meter Höhe erreichte ich gegen 16:10 Uhr meinem heutigen Zielort Marols.

Hektisch schoss ich die obligatorischen Erinnerungsfotos vom historischen Ortskern und lief noch schnell in die „Maison du Tourisme“ um mir den Stempelabdruck an die richtige Stelle in meinem Pilgerausweis setzen zu lassen.

Um 16:24 sollte mich ja die Buslinie 32 ins 10 Kilometer entfernte Saint Bonnet le Château befördern um mein 2 ⭐️ ⭐️ Ausweichhotel beziehen zu können.

Ich stellte immer mehr fest, dass ich eigentlich gar nicht mehr von hier wegfahren wollte. Mir gefiel es in Marols auf dem Chemin einfach viel zu gut!
Auch die freundlichen Damen im vor Ort befindlichen Touristikbüro haben auf meine Kritik hin, dass Pilgern heute keine Übernachtungsmöglichkeit in Marols und direkter Umgebung ermöglicht wird, leider kein Domizil für mich in letzter Minute aus dem Hut zaubern können.

So blieb es dabei, dass ich laufenden Schrittes weiter zur Bushaltestelle Le Bourg in Marols eilte um dort zu erfahren, dass meine vermeintliche Busverbindung am Wochenende um diese Uhrzeit gar nicht existiert.
Ich wurde damit völlig spontan zum „Tramper“ und saß kurze Zeit später „nach dem ersten Daumenzeig“ im Auto einer älteren Dame, die mich und mein Pilgergepäck dankenswerterweise einen großen Teil der langen Strecke nach Saint Bonnet le Château in ihrem PKW beförderte.

Zum Abschluss lief ich die restlichen zwei Kilometer entlang der Landstraße zum Logis Hôtel le Béfranc um endlich meinen Rucksack ablegen zu können.

Die Menschen im abgelegenen Hotel sind sehr freundlich, das Zimmer ist schön und die Bewirtung bestens. Dennoch bin ich unglücklich mit der gesamten Situation.

So weit vom Weg entfernt zu übernachten ist mir in meiner 15 jährigen Pilgerzeit noch nie passiert.

Kurzerhand habe ich beschlossen, mich morgen nicht wieder in die Abhängigkeit von Dritten zu begeben um nach Marols zurückzukehren. Ich werde einen alternativen Weg finden um „per pedes“ auf meinen geliebten Jakobsweg zurückzukehren und die Pilgerwanderung nach Le Puy-en-Velay fortzusetzen.

Marols werde ich damit morgen nicht mehr wiedersehen.

Au revoir
Henry
Die sonstigen Bilder des Tages:




















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