Verfasst von: Caminopilger | 28. August 2023

The TRAIL of Henry 16. und drittletzte Etappe 27.08.2023 von Saint Bonnet le Château nach Saint-Georges-Lagricol 29 km (Etappe auf dem Jakobsweg von Trier nach Le Puy-en-Velay)

The Trail of Henry

Nach der „ausschweifenden“ Nacht im Logis Hôtel le Béfranc standen heute einige Fragezeichen hinsichtlich der Leistungsfähigkeit, des Streckenverlaufs und der Schwere der Etappe im Raum.

Black Beauty am Abend

Vor dem Verlassen des „Ausweichshotel“ stand selbstredend noch das Begleichen der Rechnung im Hotel an. Drei „zügellose“ kleine „Bière noire“, sowie die Übernachtung mit Halbpension machte summa summarum 108,85€.

Da hat der Caminopilger es aber einmal anständig krachen lassen!

Facture

Herzhaft lachen musste ich bei der Aushändigung und Begleichung der Facture dennoch, da diese auf den geheimnisvollen Klienten „HENRY FRANCE“ ausgestellt war.

Einfach herrlich unkompliziert diese Franzosen.

Nachdem der Chef des Hauses mich in langer Hose und Regenkleidung zum Abschied im Hotel fotografiert hatte,

Auf Wiedersehen!

stürzte ich mich in das mit 12 Grad wohltemperierte Nass, DAS der Himmel bis zum Mittag auf mich niederprasseln ließ.

Von den Spitzen der Hügel und Berge war auf jeden Fall nicht mehr viel zu sehen.

Berge im Nebel

Die schöne Sicht schluckte dabei der unbarmherzige Nebel und die gnadenlos tiefhängenden dunklen Wolken.

Bis ich von Saint Bonnet le Château startend wieder auf den Chemin des Allemands kam, sollten allerdings einige lange und aufstiegsreiche Abschnitte überstanden werden.

Bäume im Felsbrocken

Der erste Teil dieses Streckenabschnitts hat mir heute besonders gut gefallen, da ich fünf Kilometer entlang einer ehemaligen Bahntrasse komfortabel meine Schritte machen konnte.

L‘aventure du Rail

Amüsiert war ich unter anderen darüber, dass an einigen Stellen plötzlich alte Waggons in den schrägsten Farbtönen auf Eisenbahnschienen stehend zu sehen waren.

Waggon in Mittel-Rosa!

Diese Herrlichkeit

Die gute alte Postbeförderung!

war aber mit Erreichen des Bahnhofs Estivareilles abrupt beendet!

Bahnhof Estivareilles

Von nun an durfte ich auf einer Strecke von mehr als fünf Kilometern auf der viel und zu schnell befahrenen Landstraße D 498, zumeist bergauf, um mein Leben pilgern… .

Grenzwertiges Pilgern auf der Landstraße!

Diese Idee war sicher nicht ganz so gut von mir.

Rasende Autofahrer teilten sich die Fahrbahn mit Henry

Erleichtert und glücklicherweise unversehrt erreichte ich gegen Mittag wieder den Jakobsweg.

zurück auf dem Jakobsweg

Diesen genoss ich von der ersten Sekunde in vollen Zügen. Schlagartig war alles wieder so, wie ich es zumeist in den vergangenen Wochen vorgefunden hatte.

Weiche Böden, tolle Landschaften und Wälder, die nach dem langanhaltenden Regen besonders gut dufteten.

ein schöner Jakobsweg

Auch der Regen hatte ein Einsehen mit mir und stellte seinen Betrieb mit meinem Erscheinen auf dem „Chemin des Allemandes“ plötzlich ein.

die ersten Schritte auf dem Chemin auf sandigem Boden

Zu allem Überfluss der auszuschüttenden Glückshormone hatte ich dann heute auch noch völlig überraschenden Pilgerkontakt auf dem Jakobsweg.

Nein, es war nicht Julie … sondern Clement!

Der junge Franzose aus Nancy ist vor einigen Wochen in seiner Heimatstadt aufgebrochen und zieht seitdem ein Gefährt wie eine „Ochsenkarre“ auf zwei Reifen hinter sich her.

In dieser Karre befindet sich sein Rucksack und ein Zelt. Heute übernachtet Clement auf dem Campingplatz in Craponne-sur-Arzon.

Henry et Clement!

Das Gespräch unter Pilgern dauerte nur wenige Minuten, ein Selfie von uns beiden zur Erinnerung an den historischen Moment war im Kasten und schon zog Clement mit einem Affenzahn weiter durch den Acker.

Clement mit Ochsenkarre!

Insoweit passte mein Bild von der Ochsen🐂 karre ja wieder!

Clement hat auf seinem bisherigen Weg von Nancy kommend sage und schreibe zwei Pilger getroffen. Einer davon war heute ein gewisser Henry aus Allemagne :-).

Auf seinen noch folgenden 1.500 Kilometern nach Santiago de Compostela wird diese Zahl schon recht bald kräftig nach oben schnellen lieber Clement.

Erneute Begegnung mit Clement, der Einheimischen seinen Weg nach Santiago de Compostela erklärt.

Vielleicht lag es am guten Schwarzbier am Abend, dass ich heute so eine Laufleistung abrufen konnte!

Am Ende der Etappe war ich bemerkenswerte 9 Stunden auf den Beinen und hatte dabei, im Gegensatz zum Vortag, keinen Restaurantbesuch und kein Rockkonzert im Rahmenprogramm meiner Pausen inklusive.

am späten Nachmittag war sogar die Sonne ☀️ wieder da

Heute übernachte ich in der Herberge in Saint-Georges-Lagricol und verspeise meine gestern Morgen auf dem Markt in Montbrisson käuflich erworbenen Lebensmittel.

Pilgermahlzeit

Die Herberge befindet sich leider in keinem guten Zustand, hat daneben keinerlei Bestände an Lebensmitteln, inbesonders nicht an Kaffee, Tee, Gewürzen oder Ölen aufzuweisen.

Herberge Saint-Georges-Lagricol Bild 1

Ich fühle mich hier nicht wohl und werde morgen füh sehr zeitig meine vorletzte Etappe auf dem Jakobsweg im Jahr 2023 beginnen.

Herberge Saint-Georges-Lagricol Bild 2

Ein Pluspunkt bekommt die Herberge dennoch von mir. Da es am heutigen Sonntag auch hier nichts zu kaufen gibt, fragte ich den stellvertretenden Verwalter der Herberge nach ein paar Hühnereiern von den Hühnern, die hier auf dem Grundstück der Herberge gehalten werden.

Herbergseier: frischer gehts nicht!

Nach der freundlichen Gabe von Maurice erweiterte sich mein Speiseplan um drei gekochte Hühnereier.

Luxuspilger war gestern.

Herzlich Willkommen in der Realität des Chemin Saint Jacques Henry!

kaum zu glauben, aber wahr … nur noch zwei Etappen in diesem Jahr!

Au revoir

Der Caminopilger

Die sonstigen Bilder des Tages:

Schneckenwanderung, die Bilderserie Teil 1
Schneckenwanderung, die Bilderserie Teil 2
Schneckenwanderung, die Bilderserie Teil 3
Wanderung entlang der leicht verwitterten Eisenbahnschienen!
Pilgern auf der Route des Balcons
Landleben
Die Hausnummer 43 mag ich sehr
unser tägliches Obst gib uns heute!
meine geliebten Tiere stehen zur Begrüßung wieder in Reih und Glied
auf dem Jakobsweg wird gejagt!
Allez les bleus
badisches Haus
Bar-Tipp
Die Kirche in Usson-en-Forez und die Versuchung
Chateau in Usson-en-Forez
matschige Wege
tolle Pfade
massive Brücke
so einladend, aber geschlossen!
schönes Haus!
bald bin ich da, oder etwa nicht?
endlich am Zielort angekommen!
in der 1. Etage befindet sich die Herberge!
Kirche in Saint-Georges-Lagricol
Dorfbar in Saint-Georges-Lagricol
Geschenk von der Gemeinde zum Einzug
historische Holztüre

Antworten

  1. Avatar von Bernd Wiedemann

    Na da gab es ja wieder ordentlich was zu sehen. Regen und Sonne wieder mit dabei. Und gutes Bier (dunkel) war auch dabei. Nach einer langen Wanderung würde mir das auch schmecken. Und nu haste ja fast alles geschafft für dieses Jahr.
    Genieße noch die letzten „Meter“ und halte durch. LG von Konni & Bernd.

    • Avatar von Caminopilger

      Vielen lieben Dank für die fortwährend aufbauende Begleitung meiner Etappen. LG am Vorabend der tatsächlich letzten Etappe auf dem Chemin des Allemands


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