Genau genommen ist die Sonne ja kein Ball sondern ein Stern ☀️!
Feuer🔥ball am frühen Morgen
Heute begleitete der Himmelsstern meinen Tag jedoch vom frühen Morgen an bis zum späten Abend wie ein einzig riesiger Feuerball am Himmelszelt.
Mit den an dieser Stelle bereits zuvor beschriebenen Schutzmechnamismen (erhöhte Flüssigkeitsaufnahme, Pausen, überschaubare Etappenstrecken) kam ich gut durch den Tag und erreichte mein Tagesziel Montverdun bereits am frühen Nachmittag.
Das Wasser vom Tag kam nicht aus der Aix sondern aus dem Hahn.
Ich nutzte die zusätzliche Zeit völlig untypisch für einen 2 1/2 stündigen tiefen Regenerationsschlaf nach der Pilgerwanderung.
Pilgerschlaf im Odlo-Look
Heute Morgen habe ich es tatsächlich geschafft mein Campingzelt vor dem ersten Hahnenschrei zu verlassen.
auf meinem Weg zur Boulangerie
Doch anstatt vom Zeltplatz in Richtung Montverdun aufzubrechen führte mich mein Weg zunächst noch einmal zurück in das mittelalterliche Städtchen Pommiers. Dort deckte ich mich noch mit Backwaren und sonstigem Reiseverzehr ein.
überschaubares Angebot der Boulangerie in Pommiers
Mit diesem Umweg im Gepäck stiefelte ich dann endlich in Richtung meines heutigen Zielortes los.
danach ging es kilometerweit durch Felder und landwirtschaftliche Betriebe
Weit und breit war keine Spur zu sehen von meiner frühaufstehenden Mitpilgerin Julie, die ich bis dato, aufgrund unserer völlig unterschiedlichen „Aufbruchsrhythmen“, noch keine Sekunde auf dem „Chemin“ bei der Wanderung begleiten konnte!
Dafür übernachten wir heute beim Bäckermeister des Ortes und seiner sympathischen Frau im Privathaus der Familie.
Das heutige Domizil: die Boulangerie!
Im ganzen Haus duftet es nach der Backstube! Am Abend tischte der mehrfach prämierte Innungssieger seine Backwaren beim gemeinsamen Abendessen mit der Familie auf und präsentierte dabei seine wohlschmeckende und einzigartige Brötchen-Sonne …
auch ne Sonne aber essbar!
und stellte sich für uns an den Grill.
Das Brot, die gegrillten Würstchen und der köstliche Reissalat von der Hausherrin sollten uns genug Kraft für den morgigen Tag schenken.
August = Grillzeit!
Der Stern am Firmament wird ab morgen glücklicherweise nicht mehr ganz so unbarmherzig auf uns scheinen und das erleichtert inbesondere mir die verbleibenden 5 Tage auf dem „Chemin Saint Jaques“
Die Burg in Montverdun
Au revoir
Heiner
Die sonstigen Bilder/Videos des Tages:
Etang du ForezDie Legende des EtangsSchilfbruchKrumme Früchte!Haus im HügelHab ich mich verlaufen? In Beaune fing vor 13 Tagen doch alles an!Pilgern auf Moos13 Tage auf dem JakobswegWasser!!!!schweiß 💦 treibende Angelegenheitzauberhafte Wegeund Pfade!ein hartes Brot namens Straße Schloß La Bâtie D’urfé hinter MauernEindruck vom Tag in bewegten Bildern 1Insekten-HotelNeuzeitbrückeSteinzeitbrückeEindruck vom Tag in bewegten Bildern 2Burg Montverdunbeschwerlicher Weg zur Brücke hochso viel sieht Mann 💁♂️ da oben nicht …geschafft, ich bin da!mein Zimmer beim Bäckermeister – Top!
Mit dem ersten Hahnenschrei stand ich heute Morgen auf der Matte. Bis zum Abmarsch bummelte ich dann leider doch wieder in der Herberge rum, aß noch zwei herrenlose Schoko-Puddings zum vertrockneten Brioche-Viertel und lief dann immerhin schon um 07:45 Uhr auf dem Chemin Saint Jaques los!
Welch schöne Fliese!
Mitpilgerin Julie war da schon locker zwei Stunden auf dem Jakobsweg unterwegs. Ich sollte sie dann vor meiner Ankunft im Zielort Pommiers auch nicht mehr während der Wanderung sehen.
Wandern auf dem Jakobsweg
Der Tag selbst brachte keine schwindelerregende Höhen, eher ein leichtes Auf und Ab in hügeliger Loire-Landschaft.
Der Caminopilger zieht seine Runden!
Die erste Tageshälfte hat mir dabei wesentlich besser gefallen als die zweite.
Pilgertraumweg
Pommiers selbst erreichte ich gegen 14:30 Uhr, fotografierte begeistert das mittelalterliche Städtchen und zog dann zu unserer außerhalb von Pommiers gelegenen Bleibe weiter.
Abgekämpfter Caminopilger am Zielort
Auf dem direkt am Fluss „Aix“ gelegenen Campingplatz fühlte ich mich dann stark an meine Pfadfinderzeit erinnert.
Campingplatz ⛺️
Die Betreiber halten für die Pilger drei komfortabel ausgestattete Zelte, jeweils auf einem Holzgestell stehend, zur Verfügung.
Die Matratze im Zelt ist superbequem und die kunterbunte LED Beleuchtung lädt am Abend zur Entspannungsgymnastik mit Disco 🕺 Musik ein.
Ein Radler vor dem neuen Nest nach beendeter Wanderung!
Daneben steht für die Pilger sogar noch ein kleines „Meet&Greet-Zelt“, ausgestattet mit Kochgelegenheiten, Kühlschränken, Sitzecken und Infomaterial, zur freien Verfügung.
Meet-and-Greet-Pilgerzelt
So etwas hätte ich nie im Leben für Pilger auf einem Campingplatz erwartet.
Absolutes Kompliment meinerseits für diese tolle Geschäftsidee.
Die Bandbreite der Übernachtungen auf meinem Chemin des Allemandes wird damit immer größer. Vom Schlafgemach im Schloss, der Unterbringung im Holzverschlag, bis zur Fastübernachtung im Altenheim und heute dann eben auf dem Campingplatz ist alles dabei.
3 Pilgerzelte für ein Halleluja!
Ich bin gespannt welche Etablissements in den folgenden sechs Tagung noch in diese Sammlung mitaufgenommen werden dürfen.
In Sachen Nahrungsaufnahme hat sich heute auch großartiges ereignet!
ein Restaurant am Jakobsweg, es geht doch!!
Um Punkt 19:00 Uhr saß der Caminopilger zufrieden am Tisch 2 des besten und zugegebenermaßen einzigen 😄 Restaurants im Ort, dem Le Savigny und ließ sich nach Strich und Faden verwöhnen.
Pilger-Festmahl
Nach all dem Dosenravioli und der Tomatensuppe aus der Flasche an den Vortagen kann ich gar nicht genug betonen, wie gut es mir heute gemundet hat.
Leben wie ein „Pilgergott“ (Achtung: Ironie) in Frankreich heißt heute das Motto!
Pilgertafel im anderen Sinn
Bonne nuit
und wieder geht ein schöner Tag auf dem Jakobsweg zu Ende
Der Caminopilger,
der in sechs Tagen und 134 Kilometern hoffentlich Le Puy-en -Velay gehenden Fußes erreicht.
Die sonstigen Bilder des Tages:
7. letzter Pilgertagder frühe Vogel fängt den Pilgerwurm!Pilgerbuchkulisseder Weg der Pilgererste Höhe genommenPilgerbottich zum AbkühlenTour de France!Mairie in Bullyschönes Haus Vol. 1schönes Haus Vol. 2Polska!Sonnenüberfluteter WegMeine Freunde auf dem Weg!schönes Haus Vol. 3Schatten im BlickFranzösische ToskanaWillkommen am Zielort!wie schön Pommiers doch ist!so viel Vergangenheitsoviel Geschichte!schmale Gassenund noch viel mehr!jetzt aber nichts wie hin zum Camping!so schauts aus im Pool!!da mach ich doch lieber zuerst die Wäsche!niemand im Meet/Greet/Zelt!Diese uralte Brücke hat es mir angetan!historischer Kern in der Abendsonne!Gymnastik im Zelt 🤸♀️ sooo wichtig!muss schließlich fit sein bei dieser Bullenhitze morgenbeidbeinige Gymnastik 🤸♂️ versteht sich!Hach, ist der Chemin Saint Jaques nicht herrlich?
Die Ausgangssituation ist relativ eindeutig. Wann immer ich meine Wetter-App in den letzten Tagen starte, weist diese eine „Extremwetter-Warnung“ für meine derzeitige Pilgerregion bis einschließlich diesen Donnerstag aus.
Extrempilgerwetter
Temperaturen bis 38 Grad Celsius bringen die Socken zum qualmen und weichen den Asphalt auf!
Qualmende Socken 🧦🧦 beim Lüften!
Ein geeignetes Gegenmittel wäre das Pilgern vor Sonnenaufgang!
Ich bin allerdings nicht für das Wandern mit Stirnlampe geboren und war eigentlich bei all meinen Jakobswegen immer der letzte Pilger, den man, insbesondere in Spanien, mit Nachdruck aus der Albergue „hinausbefördern“ musste.
Seit 2 Tagen zeige ich allerdings ein erstaunliches Maß an Selbstdisziplin und stehe schon gegen 08:00 Uhr auf der Pilgerpiste.
08:00 Uhr morgens an der Herberge in Frankreich 🇫🇷!
Mehr geht leider nicht.
Hinsichtlich der Etappenplanung bin ich im Nachhinein sowieso schon sehr zufrieden, dass ich in der deutlichen Mehrzahl für die Strecke nach Le Puy-en-Velay Tagesstrecken um die 20 km eingeplant habe.
grobe Etappenplanung der nächsten Tage
Für diese Etappen benötige ich in diesen hügeligen Regionen in der Regel 6 1/2 – 7 Stunden einschließlich regelmäßiger Pausen, die bei diesen klimatischen Verhältnissen unbedingt erforderlich sind.
Für jeden Meter im Schatten ist der Pilger dankbar.
schattenspendende Bäume heute auf dem Weg
Es dürfte nicht überraschend sein, dass der Wasserverbrauch auf der täglichen Strecke derzeit nie unter 4 Liter Wasser anzusiedeln ist.
Wasserpause am Karpfenteich
Heute habe ich wieder eine sehr schöne Pilgerwanderung erleben dürfen.
Wesentlich mehr Abwechslung, Natur und deutlich weniger Asphalt, der ab der Mittagshitze mitunter leider sogar flüssig wird und die bewährten Leiki-Wanderstöcke zähflüssiges Asphaltmaterial „aufnehmen“ lässt.
zauberhafter Beginn der heutigen Wanderung
Die Streckenplaner sind offensichtlich auch ordentliche Spaßvögel!
Die heutige Wanderung in der Übersicht
Sie hatten für mich auf den 20 Kilometern wieder nahezu 900 Höhenmeter vorgesehen. Jagten mich fast bis zur Alm in den Bergen (Achtung: Satire!) um mich dann in Serpentinen wieder zum örtlichen Karpfenteich und die Loire den Berg hinunterlaufen zu lassen.
Die Hitze staut sich unter dem Deckel!
Der Schweiß floß in Strömen und Versorgung gab es unterwegs natürlich wieder nicht.
Boulangerie seit 2021 geschlossen!
Saint-Maurice-sur-Loire ist, wie bereits gestern angedeutet, wieder ein mittelalterlicher Ort, der heute
Saint-Maurice-sur-Loire
(Dublizität der Ereignisse) auch eine extrem knappe Lebensmittelversorgung und kein geöffnetes Restaurant für die Pilger aufzuweisen hat.
Serpentin weiß, was Pilger wünschen!
Die einzige Möglichkeit Geld auszugeben besteht im „Le Serpentin“. Wurde mir als Eisgeschäft verkauft ist aber leider nur eine „Eis am Stiel-Verkaufsstelle“,
Entspannung pur bei Le Serpentin!
die neben Langnese, Chips und Softdrinks noch ein paar Suppen für an der Loire gestrandete Pilger bereithält.
Im Dorf bekam ich aus Mitleid noch 2 überreife Tomaten von einer sympathischen Französin geschenkt, die ich dann später in der Herberge in die Fertigsuppe hineinschnibbelte.
Geschenkte Kekse und Tomaten
Dazu gab es dann ne sündhaft leckere Fischpastete (Achtung: Ironie), die der Eismann auch noch im Programm hat.
Und fertig war das 2 Pilger**Menue!
In der schönen Herberge bin ich dafür heute ausnahmsweise mal nicht allein.
Ankunft Herberge
Mit mir verbringt Julie, Deutsch-Französin aus Düsseldorf die Nacht. Damit haben wir heute eine 50 prozentige Auslastungsquote für die Herberge erreichen können.
Julie, die über die Eifel, Luxemburg und den kompletten Camin des Allemandes bis hier nach Saint-Maurice-sur-Loire gepilgert ist läuft von Le Puy-en-Velay, wo ich meinen diesjährigen Jakobsweg in einer Woche beenden werde, noch 33 Etappen weiter nach Roncevalles, den Ausgangspunkt des Camino Frances. Respekt für diese Leistung.
Schlafbereich der Herberge
Au revoir
Der Caminopilger
Die sonstigen Bilder des Tages:
Time to say goodbye Herberge und KircheSchilderwald und SchattenspielTagesbeginn am WeinbergKapelle mit Muschelbergabschöner Platz vor dem Hausklassischer Pilgerweg zwischen Mauern!8 letzter TagSaint André d‘Apchonerneut ein beeindruckendes Dach Saint André d‘ApchonTomatengeschenk schon während der Wanderungschönes Hausschöner WegCyprès?bin ich versehentlich in der Toskana gelandet?Château ChâtelusPilgerbrücke am Château Châtelusendlich wieder an der Loire!Zielort erreicht!Saint-Maurice-sur-LoireSaint-Maurice-sur-LoirePanorama des Tages
Als ich gegen 08:00 Uhr morgens zum Aufbrechen nach Saint-Haon-le-Chatel bereit war und in voller Pilgermontur gestiefelt vor dem Haus meiner Gastgeber stand, schien niemand, außer mir, in der 420 Seelen-Gemeinde wach zu sein. Sie hatten zurecht ihr wohl großartiges Konzert in der bezaubernden Abteikirche gefeiert und mich großzügig an den anschließenden Feierlichkeiten teilhaben lassen. Dabei waren die Einwohner am Abend doch wohl noch etwas länger als ich in geselliger Runde zusammen, da ich mich im Hinblick auf die kommenden Belastungen des Tages relativ früh aus dem Staub gemacht hatte.
Saint-Haon-le-Chatel Ortskern mit Abteikirche
In meinem Pilgerverschlag hatte ich keinen Zugang zu frischem Wasser und klopfte deshalb mit dem schweren Eisenring gegen die riesige Eingangstür des Anwesens um auf mich aufmerksam zu machen. Nach einiger Zeit öffnete die verschlafene Gastgeberin im Negligé bekleidet die beeindruckende Holztüre und füllte meine Wasservorräte wieder auf.
Blick aus meinem Pilgerverschlag am Morgen
Zeitgleich gab sie mir ein Stück „Tarte aux pommes“ und ein paar Mirabellen als Pilgerverzehr mit auf meinen Weg. Ich bedankte mich für diese erneut großzügigen Gaben, verstaute diese in meinem Gepäck, verabschiedete mich von Madame und war Minuten später auch schon wieder auf dem ChemindeSaint-Jacques unterwegs.
Welch wunderbare kurze Zeit ich doch hier von den warmherzigen Menschen völlig überraschend geschenkt bekommen habe!
Der Tag auf dem Jakobsweg war hingegen im weitesten Sinne flach und ohne große Höhepunkte bis zur Ankunft in dem bezaubernden Zielort.
Asphaltierte Wege sind auf die Dauer ermüdend!
Mein „Laufstil“ war auf zumeist asphaltiertem Pilgerwegen allerdings schon auffallend schwankend. Ich brauchte die Wanderstöcke deutlich mehr als an den Vortagen um halbwegs das Gleichgewicht beim Wandern zu halten. Der Rucksack schien heute mysteriöserweise das doppelte Gewicht zu haben. Jeder Schritt fiel mir deutlich schwerer als zuvor und das alles auf relativ flachem Terrain.
Schwankend zog er los …
Es konnte doch nicht alles nur an den Gaben aus Bénisson-Dieu gelegenhaben!
Vielleicht hätte ich aber auch nur am Abend das zweite Glas Champagner ausschlagen sollen … .
Der wohlschmeckende Übeltäter ist erkannt!
Wie auch immer schaffte ich es dann doch für meine Verhältnisse früh am Nachmittag den wirklich wunderschönen mittelalterlichen Ort Saint-Haon-le-Chatel zu erreichen. Hier bekam ich vom Bürgermeisteramt eine sehr schöne Herberge ermöglicht.
Mairie Saint-Haon-le-Chatel
Der Kühlschrank war mit kalten Getränken befüllt und die Speisekammer für den hungrigen Pilger mit Lebensmitteln gut bestückt; an einem Montag, an dem es in dem mit 636 Einwohnern im Department Loire gelegenen Ort keine Einkaufs- und Einkehrmöglichkeit im Ortskern gab.
Herberge Saint-Haon-le-Chatel
Ein Dosenravioli mit „Sardines au naturel“ und gerösteten Erdnüssen nach der „rauschenden“ Champagner-Party, so etwas kann man auch nur auf dem ChemindeSaint-Jacques erleben!
Das Ziel vieler Pilgerwanderungen.
Au revoir!
Der Caminopilger,
der hoffentlich in 8 Tagen seine Pilgerwanderung in Le Puy-en-Velay gesund beenden wird.
Die sonstigen Bilder des Tages
Pilgerbrücke EU-Norm geprüft!BullenhitzeDie Kühe stehen auch Schlange am Wassertrogendlich mal eine Einkehrmöglichkeit in Saint-Romain-la-MotteKirche Saint-Romain-la-MotteSaint-Romain-la-Motte Ortskernund weiter gehts auf der Pilgerpistesolche Landschaften waren heute eher die Ausnahme!noch 1,9 km … endlich!letzter Anstieg vor dem Zielerneute Landung im Weinberg! 😃schön ist es hier in Saint-Haon-le-Chatelmittelalterliche StimmungHerberge Saint-Haon-le-Chatelerst die Wäsche …dann der Rundgang!Orte ohne Kirche 💒 gibt es in Frankreich nichtmittelalterliches Tor Saint-Haon-le-ChatelPilgerspiel mit dem Schatten
Oh mein Gott! Nach dem heutigen Tag glaube ich an das Gute im Menschen, die Zukunft und das Leben in Frankreich. Es gibt so viel zu erzählen, dass ich gar nicht weiß, was ich zuerst erzählen soll…. .
Mein heutiger Zielort Bénisson-Dieu war auch in meinem ursprünglichen Etappenplan eine feste Hausnummer.
Nachdem ich aber bei meinen Reservierungsanfragen für die wenigen gelisteten Gîtes und sonstigen Unterkünfte im Vorfeld nur Absagen oder gar keine Antworten erhielt, erschien es mir besser zu sein, im vor Bénisson-Dieu gelegenen Ort „Brienonn“ nach einem Bett Ausschau zu halten.
Kirche in Brienonn von hinten
Dort verplemperte ich am Nachmittag sage und schreibe 75 Minuten für die erfolglose Quartiersuche.
Ich war so verzweifelt, dass ich sogar das örtliche Altersheim aufsuchte und nach einer bescheidenen Bleibe fragte (Herzhaftes Lachen ausdrücklich erlaubt an dieser Stelle!). In Spanien war auf einem meiner Caminos solch eine Anfrage schon einmal erfolgreich. Die am Wochenende dienstverrichtenden Altenplegerinnen in Brienonn bedauerten, mir aufgrund ihrer fehlenden Entscheidungskompetenz „in der Sache“ keine Zusage geben zu dürfen. Nachdem ich bestimmmt nen Kilometer hin und her durch den Ort herumgeirrt war und überhaupt keinen Erfolg zu verzeichnen hatte, zusätzlich der Pastor der Gemeinde an einem Sonntag nicht erreichbar war, nahm ich missmutig die zusätzlichen 5 Kilometer nach Bénisson-Dieu in Angriff, ohne wirklich eine fundierte Hoffnung auf Erfolg zu haben.
Beim Betreten des schnuckligen Zielortes konnte ich auch sofort mein Notquartier ausfindig machen!
Nach den guten Erfahrungen der Vortage musste es selbstredend ein Holzhaus sein!
Wird das meine Notunterkunft aus Holz sein?
Das Wartehäuschen an der einzigen Bushaltestelle des Ortes erfüllte diese Anforderungsprofil, gleichwohl die Sitzbänke zum Übernachten zugegebenermaßen ein wenig schmal geraten waren.
„Für eine Nacht klappt das schon!“ , lautete meine Ersteinschätzung des potentiellen Okjekts.
Zuvor wollte ich aber noch einen allerletzten Versuch an der Kirche des Ortes unternehmen bevor ich mir mein offenherziges Bushaltehäusschen einrichten würde.
Auf dem Weg zur Kirche sah ich auf meinem Weg ein Eckhaus mit der Beschriftung „La ferme des Agnes“.
War das nicht auch als potentielle Übernachtungsmöglichkeit in einer der vielen Verzeichnisse aufgeführt.
Durch das Holztor konnte ich erkennen, dass bereits einige Menschen im Garten des „La Ferme des Agnes“ offensichtlich bestens gelaunt feierten.
Nachdem ich auf mich aufmerksam gemacht hatte, öffnete ein elegant in Weiß gekleideter Mann in meinem Alter das Tor und hörte sich meine Geschichte an. Spontan verließ der Herr die Feiergesellschaft um mit mir in Richtung Kirche zu gehen. Er stellte sich bei mir als Leiter des örtlichen Musikchors vor und erzählte, dass man heute mit dem Chor ein großes Konzert gegeben habe und deshalb im Hof eine kleine Feier organisiert hat. Wir haben eine Unterkunft für Sie und wenn Sie Lust haben mit uns zu essen sind sind Sie als Pilger herzlich eingeladen,.
Wow!
Wieviel Glück kann der Pilger zu so später Stunde eigentlich noch haben?
Mein Schmunzeln verließ mich von da an nicht mehr und als ich dann durch ein Hoztürchen in mein Pilgerreich kletterte war das Glück vollkommen.
Eingangstüre ideal für kleingewachsene Pilger
Ich erledigte die notwendigsten Sachen, duschte und machte meine tägliche Wäsche, so wie sich das nach der stundenlangen Pilgerwanderung einfach gehört.
Was für eine Unterkunft!
Frisch gekleidet begab ich mich dann zu den feiernden Sängern, Musikern und deren Familien.
Auch auf die Gefahr hin, dass einige mit dem Kopf schütteln, möchte ich die Schmackhaftigkeit der Weine und des Champagners betonen dürfen.
Das Credential auf der Tafel
Die dazu servierte Paella und das Desert dazu waren ebenso köstlich.
Das schönste an allem war in jedem Fall die Gastfreundschaft und die Kommunikationsfreude der anwesende Menschen. Bedingt durch ihr musikalisches Repertoire kommen einige Wagner-Sympathisanten unter den Sänger wohl regelmäßig mit der deutschen Sprache in Berührung und halfen mir damit rührig an Kommunikation teilhaben zu können. Der emotionalste Moment des Abends war, als ein Musiker „zu meinen Ehren“ einen Dudelsack hervorzauberte und ein galicisches Lied aus Santiago de Compostela anstimmte. Diesen Moment werde ich in meinen Leben sicherlich nie vergessen und weiß vor lauter Freude und andererseits auch Demut nicht mehr wohin mit meinen Gefühlen … . Welch schöner Tag in meinem Leben!
Ein galicisches Lied aus Santiago de Compostela wird für mich auf dem Dudelsack gespielt!
Die weiterhin unbedingte Schönheit des Weges bitte ich den Fotos des Tages zu entnehmen. Mir geht es körperlich gut und das gemäßigte Streckenprofil hat heute auch mal dazu geführt, dass ich, kilometermäßig betrachtet, eine weite Strecke laufen konnte ohne meine Füße damit zu ruinieren.
The future is a big kiss!
Bonne nuit
Der Caminopilger
Die sonstigen Bilder des Tages:
Abschied von meinem grünen Gîte am frühen MorgenZentrum CergneMairie Le Cergnesteiniger Abgang aus Cergne Da gehts lang!Kuh am Morgenhinein in den Wald!Die Drei mochten mich nicht!PilgerkreuzWer kann das wohl sein?Das Symbolwundervoller Beginn am MorgenMein neuer Rucksack hat sich bewährt.Ordnung ist das halbe Leben! Nicht!!shadowplayDer Wegle cheminBlumen am Wegesrandmein derzeitiges Lieblingsobstzauberhafter WegJean-Marc und Lore die Besitzer des GefährtsThe waySchimmel im WaldGesundes GemüsePilgerbrückeFachwerkhäuser in der Altstadt von CharlieuDie Gassen von CharlieuVerabschiedung von der französischen Pilgerfamilie, die in Charlieu ihren Chemin beendet hat.Kirche in CharlieuMaison de PaysPilger zur Nachmittagszeit Abbaye de CharlieuDie Sonnenblume 🌻 , wer mag sie nicht?GR 765wirklich wahr, eher ein Fahrradweg als eine Pilgerautobahn!versteckte SchönheitPilger vor dem WerbeschildLoireKirche in Brienonn von vorneDas war mal eine Bar in BrienonnEs wird Zeit, dass der Tag auf dem Chemin zuende geht.Der letzte Wald vor dem ZielUltreia, schöne Begrüßung vor Bénisson-DieuDie Abbaye de la Bénisson-DieuDie Abbaye de la Bénisson-Dieubezauberndes KirchendachDie Kirche von innenAltes HausDas Konzert fand leider am Nachmittag statt, da war ich noch unterwegs … .Babymilch&ChampagnerDer erste Champagner 🍾 im Leben, der mir auch geschmeckt hat (da er ein wenig Süße mitbringt)Der Blick aus meinem Pilgerzimmer am Morgen