Bilder wie diese bestimmten den kurzweiligen Tag auf dem Camino Francés

Und täglich grüßt das Murmeltier!

Dieser Camino de Santiago ist wie ein kleines Dorf. Heute haben wir wieder viele bekannte Gesichter der vergangenen Pilgerwochen auf dem Jakobsweg getroffen. Den kleinengewachsenen neapolitanischen Italiener und seinen riesigen Kumpel aus Rom, Jakob den schwäbischen Griechen und noch andere Menschen, die den Weg für uns erst so richtig interessant machen.

Unsere italienischen Pilger

Die täglichen Pilgerstrecken und Etappenziele sind häufig deckungsgleich und so entwickeln sich tatsächlich recht bald „Pilgerfreundschaften“ auf den gemeinsam zu bewältigenden Wegen. Außerhalb des Jakobsweges angesiedelte Probleme stehen dabei weniger im Vordergrund der täglichen Gespräche auf dem Weg und in den den Herbergen. Es wird vielmehr über den Sinn oder Unsinn von Blasenpflastern, Versorgungsengpässen, Wettervorhersagen und sehr gerne auch über schnarchende Mitpilger philosophiert. Am Fuße der in den nächsten zwei Tagen zu bewältigenden Berge (rund 260 km vor Santiago de Compostela) haben wir unsere Zelte erneut in einer sehr kultigen Herberge aufgeschlagen. Die „Albergue Las Águedas“ in Murias de Rechivaldo gleicht einem großen Westernsaloon und da passen die drei „Banditos“ aus Alemania ganz gut hin.

Stephan und Carsten im Westernsaloon der Albergue Las Águeda in Murias de Rechivaldo

Auf dem Weg zu unserem „Westernsaloon“ war sicherlich der Bischofspalast von Astorga im Zentrum der Stadt Astorga das absolute bauliche Highlight des Tages. Der „Palacio de Gaudi“ ist eines von nur drei Bauwerken, die Antoni Gaudi außerhalb Kataloniens verwirklicht hat.

Palacio de Gaudi, ein Gedicht!

Jogi Löws Buben werden wir heute Abend übrigens auf einem 17 Zoll „großen“ Sanyo Fernseher bemitleiden können.

Adios amigos aus Murias de Rechivaldo

Die Bilder des Tages:

Herbergsbetten am Morgen – verlassen!
Der Morgen beginnt mit einem Regenbogen.
Pilger/-innen bestimmen das Bild auf dem Jakobsweg
Pilgerselfie im Spiegel mit der Digicam
Kathedrale in Astorga
Höhepunkt des Tages: Palacio de Gaudi

ältere Generationen werden sich erinnern… Landkarten auf Papier anstatt Apps!
ein Pilgerkreuz
da geht’s lang!
schöne Wegmarkierung in der freien Natur

Die letzten zwei Tage haben wir es etwas langsamer angehen lassen auf dem Camino Francés. Die Beine sind nach 18 Tagen auf dem Jakobsweg doch etwas schwerer geworden und in den nächsten Tagen warten ja ein paar heftige Bergetappen auf uns, die sicherlich noch genug Kraftreserven kosten werden. Von derzeit 820 Meter Höhe pilgern wir dann auf gut 1.500 Meter über dem Meeresspiegel um schon bald in Galicien einlaufen zu dürfen. Gemessen an der Gesamtstrecke ist unser derzeitiges tägliches Pensum mitunter mit einem Schneckenrennen zu vergleichen.

Zum Tagesbeginn am Morgen kommt MANN (=Schnecke) sehr schlecht in den Tag, schleicht sozusagen Kilometer für Kilometer mühsam in Richtung Santiago de Compostela. Nach circa einer Stunde auf dem Weg hat der Körper dann so langsam seinen Rhythmus gefunden und der Pilgermotor läuft wesentlich geschmeidiger und schneller.

Pilgerwege entlang der Straße

Auch heute konnten wir, insbesondere am frühen Morgen, feststellen, dass nicht jeder pilgernde Tag auf dem Camino ein Festtag sein kann. Kilometerlang führte der Weg uns Pilger entlang der Autostraßen. Exemplarisch ist hier auf dem Fotobeweis die N-120 abgelichtet.

Die N-120! Welcher Pilger kennt sie nicht?

So sehr ermüdend das Wandern entlang der Straßen auch phasenweise sein kann, zum Ende des Tages wurden wir dafür mit wehenden bunten Fahnen bei unserem Einzug über die historische Brücke am Zielort Hospital de Órbigo empfangen! Ein tolles Finish für uns am wunderschönen Rio Órbigo, das für die Mühen des Tages und die staubige Luft entschädigte. Die Kunstliebhaber unter uns kamen dann in der schmucken Albergue San Miguel vollends auf ihre Kosten. Ein Meer von Gemälden und anderen Kunstwerken wartete in der Herberge auf uns.

Der Pilgerkünstler und seine Werke 😉

In der Hoffnung, dass wir unser Schneckenrennen bei bester Gesundheit noch ein paar hundert Kilometer fortsetzen können, verbleibe ich für heute mit einem zufriedenen

Hola aus dem mittelalterischen Hospital de Órbigo.

Schneckenrennen nach Santiago

Die sonstigen Bilder des Tages:


am Pilgerweg gelegener Speicher
soviel Schutz für die Pilger muß sein… Tempo 30 Zone
Pilgern am Rio Órbigo
welch herrlicher Blick auf den Fluss
Die legendäre umkämpfte Brücke nach Hospital de Órbigo
Welch toller Empfang auf dem Weg zur Albergue!
Carsten kann gar nicht genug Fotos schießen!
auf der Brücke, nur noch wenige Meter bis zur Herberge 🙂
Pilger und Dorfbewohner gemeinsam auf der  Puente de Órbigo
Hospital de Órbigo
Farbliche Kontraste am Zielort
Stephan hatte heute keine Lust auf Fotos
noch mehr Kunst in der Albergue
ein letzter Blick auf die Brücke
Kathedrale Santa Maria Leon

Die „Drei Pilgerkönige“ sind heute tatsächlich schon in Leon (138.000 Einwohner im Jahr 2008) angekommen und durften nach der wunderschönen Kathedrale in Burgos ein weiteres kirchliches Meisterbauwerk bewundern.

Die gotische Kathedrale „Santa Maria“, ein Frühwerk vom weltberühmten Architekten Antoni Gaudi, ist fürwahr das Wahrzeichen der königlichen Stadt Leon.

Gaudis frühes Werk

Leon, in der gleichnamigen Provinz gelegen, war in der Tat die Hauptstadt des Königreiches León, eines Vorläufers des heutigen spanischen Staates.

Santiago de Compostela ist nunmehr nur noch gut 300 km von uns entfernt und so langsam scheint unser Pilgerziel nach deutlich mehr als der Hälfte der gepilgerten Gesamtstrecke für uns „machbar“.

Carsten macht einfach die besten Fotos von Stephan und mir…

In Leon liefen heute jede Menge humpelnde Pilger herum, die in der großen Stadt sicherlich bestens ärztlich versorgt werden können.

Daneben schenkt sich in Leon auch ein Teil der nicht angeschlagenen Pilger, aufgrund der Schönheit und der vielfältigen Möglichkeiten in der Stadt, eine temporäre Auszeit vom Jakobsweg.

Da wir in der Stadt heute leider keinen Platz mehr in der Herberge ergattern konnten, übernachten wir in Virgen del Camino, 5 km außerhalb von Leon, in der Albergue de Peregrinos D. Antonino y D.ª Cinia.

Probleme haben wir derzeit mit der Nahrungsaufnahme. Nach einem langen Tag auf dem Camino sind wir häufig zu träge, in den Herbergen die vorhandenen Kochgelegenheiten zu nutzen und „gönnen“ uns stattdessen die immer häufiger spartanisch ausfallenden „Peregrino-Menus“. Diese sättigen uns Fußpilger allerdings nicht immer auf Dauer, da unser Kalorienverbrauch auf dem Jakobsweg doch recht hoch ist.

Ist der Hunger besonders groß, bestellen wir ohne Schamgefühl mitunter zweimal den „Pilgerteller“.

Buen provecho aus La Virgen del Camino!

Die Bilder des Tages:

Italienische Pigerfreunde in unterschiedlichen Höhenklassen angesiedelt!
zauberhafte Pflanzenwelt auf dem Camino
Wasserstelle am Morgen

Camino de Santiago – Zaun

Mann/Frau sieht sich mindestens zweimal auf dem Camino
Orangensaft in Biergläsern – so gesund!
Leon
Arena – Leon
Carsten und sein Sonnenhut
weil sie so schön ist… Kathedrale die Dritte!
Bezaubernde Braut vor der Vermählung in Gaudis Kathedrale
zauberhaft schöne Stadt – León
Hostal di San Marcos Paradores
geschichtsträchtige Mauern
Das Symbol

Die Ortsnamen unserer Etappenziele auf dem Camino Francés sind auch nach so vielen vergangenen Jahren (>14 Jahre) immer noch Musik in meinen Ohren.

Das auf 795 Meter Höhe in der Provinz León gelegene Mansilla de las Mulas war dabei wohl eher nicht der Nabel der Pilgerwelt.

Leider habe ich zu dieser Etappe im Jahr 2008 nicht all zu viel schriftlich festgehalten.

Ich erinnere mich jedenfalls noch gut an die von uns als Übernachtungsziel auserkorene Unterkunft, die Albergue „Amigos del Peregrino“, mit ihrem schönen Innenhof und den bunten Blumenkästen.

Ansonsten kann ich heute nicht mit ergiebigen Geschichten aus der Autonomen Gemeinschaft „Kastilien und León“ dienen und stelle ersatzweise die „Bilder des Tages“ in den Vordergrund meines Blogbeitrages aus Mansilla de las Mulas.

Merke: Reisen mit der Zeitmaschine in längst vergangene Pilgerzeiten sind mitunter ein schwieriges Unterfangen 🙂 .

Buen Camino

Die Bilder des Tages:

Höchstgeschwindigkeit für Fußpilger: 20
ein giftgrüner Renault aus längst vergangenen Zeiten
Kirche in der Meseta am Morgen
hier geht es lang

Pilgerlandschaft
Lavendelbüsche
zauberhafte Camino-Landschaft
Spuren von Trockenheit im Jahr 2008
Blumen schmücken den Jakobsweg
noch mehr Blumen
Menschen auf dem Camino, die Bilderserie Teil 1
Menschen auf dem Camino, die Bilderserie Teil 2
Menschen auf dem Camino, die Bilderserie Teil 3
Fußballplatz in der Meseta
Peregrina
immer den gelben Pfeilen lang!
Erschöpfte Pilger, Kunst 1
Erschöpfte Pilger, Kunst 2
Erschöpfte Pilger, Kunst 3
Störche auf den Kirchendächern
Kunst auf dem Camino
Albergue Amigos del Peregrino
Geranien im Innenhof der Herberge
Die Dorfjugend in Mansilla de las Mulas freut sich über unseren Aufenthalt
Der schöne Moment am Ortseingang des Etappenziels angekommen zu sein!

Heute kam ich mir vor wie Tom Hanks bei den seinerzeitigen Dreharbeiten zu Forest Gump in der Sierra Nevada. 28 km Äcker, Felder, Sand und Wiesen, keine Wasserstellen, kein Internet, aber glücklicherweise zum Ende des Tages eine bescheidene Herberge in dem puristischen Pilgerörtchen Calzadilla de Los Hermanillos.

Meseta

Auf dem heutigen Weg staunten wir über die mitunter unglaublich schöne Natur entlang der Steppe, lilafarbene Lavendelbüsche so weit das Auge reichte, beziehungsweise die Füße uns trugen. In dem betagten Ort schien allerdings alles ausgestorben … bis wir (mal wieder) die einzige Bar „en la ciudad“ entdeckten.

Butterfly-Lavendel

Wie sich die Bilder in diesen Tagen doch in den Orten entlang des Camino Frances gleichen!

Die durchweg im hohen Rentenalter befindlichen Besucher der Bar saßen auf den Stühlen mit ihren dicken Brillengläsern auf den Nasen und hielten die Spielkarten motiviert in den Händen. Getränke konnten wir auf den Tischen der Einheimischen keine entdecken. Wir sahen uns genötigt, dem armen Betreiber der Bar „wirtschaftlich“ unter die Arme zu greifen, machten es uns in der Meseta-Bar gemütlich und bestellten das uns so sehr für die Anstrengungen des Tages belohnende Pilgerbier aus dem Hause San Miguel.

Banane und Apfel auf dem Weg nach Calzadilla

Erstaunlicherweise hatten hier in Calzadilla de Los Hermanillos Jogi Löws Buben ohne unser Dazutun gegen 18:00 Uhr auf dem spanischen TV-Bildschirm Einzug gehalten. Im 10 Minuten Takt bekämpften wir die kroatischen Angriffe mit Gerstensaft, Chips und auch immer wieder gerne mit Oliven, da es im Cafe leider nichts anderes zu essen gab. Zur Halbzeit führten die leidenschaftlich kämpfenden Kroaten gegen Jogis verwöhnte Balltreter verdient mit 1:0 und wir waren mit diesem Zwischenergebnis absolut bedient. Lediglich der Anschlußtreffer von Lukas Podolski bescherte uns im späteren Verlauf des Spiels noch ein kleines Erfolgserlebnis.

Die in ihrem Kartenspiel gefesselten Dorfbewohner konnten unsere Aufregung überhaupt nicht verstehen und freuten sich überwiegend über ihr gutes „Blatt“.

Fußball in der dunkelsten Kaschemme

Nach der 2:1 Niederlage der bundesrepublikanischen Fußballer konzentrierten wir uns wieder auf unsere Pilgerwehwehchen und behandelten die am Tag geschundenen Füße in der Herberge mit Hirschtalg und anderen Wundermitteln. 

Lieblingsbild des Tages von den „Pilgerkönigen

Dieser Weg wird kein leichter sein, weder für unsere deutschen Fußballer bei der EM, noch für uns Fußpilger auf dem Camino Francés.

Hola aus Calzadilla de Los Hermanillos

Die Bilder des Tages:

Carsten lief heute mit uns Spätzündern
Hobbitunterkünfte am Morgen
ein exemplarisches Bild für die heutige Etappe
Erdmännchen oder Hobbits, keine Ahnung wer hier haust …
Pilgerginster
Frühstück bei Tiffany; Bocadillos für alle
weiter auf dem Camino de Santiago
schmucker Bau
Camino Natur pur
schicker Pilger
lustige Beschilderung in der Meseta
Jesus, he knows me!
ein Pilger-Päuschen in Ehren kann niemand verwehren
wie überleben diese Pflanzen mitten auf dem Weg?

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