Verfasst von: Caminopilger | 24. Mai 2009

Die Zwei Italiener

Die Zwei Italiener waren für mich im letzten Jahr Ansporn, Parabel und Unterhaltung zugleich. 2,05 m und 1,60 m Körperhöhe. Der EINE schien in den Himmel zu ragen, der ANDERE wuchs in den Boden. So sah es jedenfalls aus, soweit MANN hinter den beiden pilgerte. Wobei der „kleinere“ deutlich der Zähere von beiden war, was man schon dem Umstand entnehmen darf, dass er Tag für Tag ein 5-Mann-Zelt auf dem Rücken trug.

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Die Zwei waren im Übrigen auch auch im Hinblick auf ihre Emotionalität grundverschieden. Der größere war nahezu ein Stoiker, sein Pilgerkumpel ein fußballbegeisterter Vulkan auf zwei Beinen. Vielleicht stehen die Beiden symbolisch betrachtet, für die Erkenntnis, dass im Leben sehr häufig grundverschiedene Dinge, Eigenschaften und Menschen besser zusammenpassen als es an der Oberfläche den Anschein hat.

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Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, aber man muß es vorwärts leben.
– Sören Kierkegaard

Verfasst von: Caminopilger | 23. Mai 2009

Sternenhimmel und Klassenerhalt

A Hundred Million Suns sieht man nur alle 8 (in Worten: Acht) Jahre am sternenklaren Himmel. So geschehen in der letzten Nacht in Frankfurt. Ein wunderschönes Konzerterlebnis mit Snow Patrol und den Klassikern Open Your Eyes, Shut Your Eyes und natürlich Chasing Cars.

frankfurt

Habe allerdings festgestellt, dass Frankfurt NICht ganz um die Ecke liegt. Trotz eines rasanten Fluges mit meinem Raumschiff waren der große und der kleine Hase schon zu Schlafe gegangen als ich wieder in meinem Vorgarten stand.

Mit einigen Ermüdungserscheinungen wurde dann heute Nachmittag im Borussia-Park der Klassenerhalt gefeiert. Obwohl Mönchengladbach den Jakobsweg fussballerisch zu einem guten Ende gebracht hat, war ich nicht in der ersten Reihe der jubelnden VFL-Enthusiasten. So viele Wechselbäder der Gefühle, holprige Wege und Hindernisse haben Spuren bei mir im Fußballtempel hinterlassen. An so manchem Kicker-Wochenende sah es sogar so aus, alls gäbs kein Morgen mehr.

Ich glaub, es wird langsam Zeit, dass ich meine Stiefel wieder in Santiago schnüren darf und mich auf das Überschaubare im Leben eines Caminopilgers konzentriere. Pilgern, Essen und Schlafen. Aufstehen, Pilgern, Essen und Schlafen. Alles auf dem Jakobsweg. In Echt und in Farbe, auch wenn es in diesem Jahr ein wenig zu kurz ist IST es…. Herrlich!

vfl-bvb

Mensch sein bedeutet, Zweifel zu haben und dennoch seinen Weg fortzusetzen.
– Paulo Coelho, Brida

Verfasst von: Caminopilger | 22. Mai 2009

Flickschusterei

Man könnte bald annehmen, dass Caminopilger Schuhfetischisten sind. Wieder ein Blogeintrag der sich um das Leder an den Füßen der Pilger kümmert. „Halten die Schuhe, drücken die Schuhe, müffeln die Schuhe?“ Kein Ausrüstungsgegenstand steht auf dem Camino mehr im täglichen Fokus. Carstens Schuhwerk hielt im letzten Jahr übrigens nicht. Allerdings hatten die antiken Stiefel vor dem Camino bereits australische Outbacks betreten. 100 km vor Santiago löste sich der Kleber und damit auch die Sohlen unter Carstens Stiefeln. Das Foto hält verzweifelte Reparaturversuche mit silbernem Panzerband fest. Letztendlich waren diese Bemühungen sogar von Erfolg gekrönt, da Carsten mit seinen Moonraker-Boots Santiago de Compostela erreichte.

boots-rep

Hier eine kleine Dokumentation der auf dem Camino vergessenen oder schlichtweg auch entsorgten Stiefel. Carsten hingegen hat seine geliebten Boots wieder mit in die Heimat genommen.

There is a difference between knowing the path and walking the path.
Morpheus – The Matrix

Happy Birthday 2u Kate 🙂

Verfasst von: Caminopilger | 21. Mai 2009

Vatertag und Caminopilger

Passt überhaupt nicht zusammen. Ist wie Mac Donalds u. Burger King, Himmel u. Hölle, Nord- u. Südpol. Nein, brauche wahrlich kein Alibi fürs Saufen und mache ganz einfach NICht mit. Verschiebe meinen Feiertag auf den morgigen Tag und schaue mir das

Snow Patrol

Konzert in der hessischen Hauptstadt an. Die Seelenstreichler aus Irland/Schottland werden A Hundred Million Suns

snowpatrol

im Gepäck haben. Freue mich tierisch drauf!
Als der erste Männergesangsverein heute Morgen gröhlend im Karnevals-Outfit die Bierflaschen schwenkte war es höchste Zeit zu verschwinden. Habe mir eine meiner Lieblingsseelen geschnappt und mich mit ihr in die Wälder verzogen. Das weibliche Lebewesen hört auf den Namen „Conny“ und ist unsere 10 jährige Labradorhündin. Altersbedingt funktionieren ihre Gelenke nicht mehr ganz so prächtig und vielleicht sogar aus diesem Grunde genieße ich jeden Moment im Hinblick auf ihr Lebensende hin. Mal ehrlich, wer gibt gerne freiwillig das her, was ER/Sie so sehr liebt.

Und es gilt bei allem, jeden Augenblick so auszukosten, als wäre es der letzte.
– Paulo Coelho, Sei wie ein Fluß, der still die Nacht durchströmt

Verfasst von: Caminopilger | 19. Mai 2009

Boots Volume Two

9 Tage vor dem Abflug pulsiert das Blut in den Stiefeln.
Es liegt nicht an der jungfräulichen Freude auf den baldigen Beginn des zweiten Caminos. Nein, es ist ganz anders ….. ich habe 11 Monate nach dem Verlassen der Kathedrale in Santiago de Compostela meine Lowa Trekker Boots das erste Mal angezogen und habe das Gefühl Metallklötze verpasst zu bekommen, die mir jegliches Blut in den unteren Gefilden abschnüren. Bin kein Wintersportler, habe aber vom ersten Eindruck her nahezu die Betonstiefel eines Ski-Springers an den Füßen kleben. Vielleicht kennt man es vergleichsweise auch von unserer heiß geliebten Eiskunstlaufhalle in Grefrath. Ja, das passt wie Faust auf Auge! Nach 3 Stunden in den verfärbten bläulichen Leih-Kufenschuhen verändern sich die untersten Extremitäten genauso matschig.
Verdammte Harke, sollte ich da schon mit dem verspäteten Einlaufen der Schuhe den entscheidenden Fehler begangen haben? Nichts genaues weiß MANN. 😦

Man kann ruhig etwas Falsches anfangen. Wenn man behutsam weitermacht, kann man es steuern, und es wird richtig.
Sten Nadolny, Netzkarte

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