30.05.2008 06:15 Uhr Unglaublich! 10 wuselige Pilger stehen zeitgleich um 06:00 Uhr auf und packen ihren Kram. Spanier, Franzosen, Österreicher und Deutsche sprechen dabei eine Sprache, sie hüsteln und schnupfen sozusagen international. Das schlechte Wetter in den Pyrenäen scheint vielen in den letzten Tagen, erkältungstechnisch gesehen, „den Rest“ gegeben zu haben. Bei einer älteren Frau aus Frankreich ist ein ärztlicher Einsatz nach unserer Einschätzung der Lage unausweichlich. Die Feldbetten mit der semibequemen Sperrholzplatte bestätigen eindrucksvoll und spürbar: „Wir sind im Lazarett gelandet!“
Für meinen Teil habe ich zumindest am Abend göttlich gespeist. Ein tolles Pilger-Menue mit Seehecht als Hauptspeise und lokalem Navarra-Wein wurde mir aufgetischt.
Merke: Ohne „Mampf“ am Abend kein Pilgerkampf am Morgen.
30.05.2008 14:40 Uhr Die Mitpilger/-innen erhalten von uns auf dem Weg Kosenamen. Heute lief uns einer von den „50 Prozent Schnarchern“ der ersten Nacht über den Weg. Schnell war ein Name für ihn gefunden: „Schnarchi“! Schnarchi lief wie ein „Pflege-Stufe4-Pilger“ durch die Klatschmohnfelder und wir Pilgernovizen amüsierten uns auf halbem Weg nach Estella unverschämter Weise über Schnarchis entenartigen Gang. Das Lachen sollte insbesondere mir später am Tag noch vergehen … . In Top-Verfassung lernte ich früh am Tag auf dem Camino die 31 jährige Koreanerin Cum Jung Chun aus Seoul kennen.
Cum Jung und Carsten
Cum Jung war sehr stoisch und zielorientiert. Die verhaltene Kommunikation mit der zierlichen Dame aus Asien währte nur wenige Minuten.
Später am Tag überholte uns eine topfitte österreichische „Bergkletterin“ namens Klara (1,53 m Größe bei 53 kg Körpergewicht) auf dem Weg. Die Salzburgerin mag kein Internet, kein Handy und hat auch ansonsten keinen Kontakt nach Hause während ihrer Pilgerzeit. Zum Ende des Tages, nach 22 km und 6 Stunden mit einigen Steigungen und Hügeln, verließen mich meine „jugendlichen“ Kräfte. Mein rechter Fuss bereitet mir Probleme. Nun bin ich froh und glücklich überhaupt in der Herberge angekommen zu sein. Gesellige Nächte scheinen bei dieser Form der Belastung und Uebernachtung kategorisch ausgeschlossen zu sein. Auch hier herrscht eine strenge Disziplin: 22:30 Uhr Bettruhe, 6:00 Uhr Frühstück und um 7:00 Uhr am Morgen dann der musikuntermalte Rausschmiss aus der Herberge. Im 16 Betten Zimmer liege ich im Hochbett, unter mir die so sehr hüstelnde Französin, die ab sofort als „Madame Lazarett“ Einzug in diesen Blog halten wird.
Madame Lazarett erreichte übrigens das Pilgerziel des heutigen Tages trotz ihrer körperlichen Angeschlagenheit nur wenige Minuten nach uns. Kompliment und Anerkennung für diese Energieleistung.
Camino de Santiago
Carsten und ich gehen gleich auf die Pilgerpiste! Mineralwasser, Obst und Pflegecreme werden dabei unsere bevorzugten Kaufobjekte sein … . Brave new Pilger-World!
Hola aus Estella!
Die Bilder des Tages:
Carsten schreitet voraneinheimische „Mitpilger“die Brücke am FlussPilgerpauseHospital PeregrinosEstellaFremdenverkehrswerbungzauberhafter PilgerortPilgertreffen beim AbendessenFußpflege, so wichtig für den Pilger
29.05.08 06:05 Uhr Die erste Nacht im Refugio ist überstanden. Von Pilgerromantik leider keine Spur. Gegen 21:00 Uhr hatten Carsten aus Hannover und ich die Casa Paderborn erreicht. Gleichwohl wir lediglich 30 Minuten durch Pamplona liefen waren wir bis auf die Haut tropfnass. Der Weg vom Busbahnhof bis zur Herberge reichte dafür leider aus. Etwas zu essen bekamen wir im nahe gelegenen Schwimmbadrestaurant leider auch nicht mehr. Da die Türen der Pilgerherberge bereits um 22:00 Uhr schließen, blieb lediglich Zeit für ein erstes spanisches Bier und eine kleine Tüte Lacy Chips.
Wir schliefen danach hungrig im Etagenbett eines mit 4 Pilgern belegten kleinen Zimmers mit dem Raummaß von 3×3 Metern. Willkommen im wahren Pilgerleben!
Pilgerbett obere Etage
Saunagefühle pur für sympathische fünf Euro. Der Schnapper schlechthin! Leider schnarchten 50 Prozent der anwesenden Fußpilger. Ohne Ohrenstöpsel wäre ich wohl nicht durch die Nacht gekommen! Überhaupt herrschen hier in den Herbergen strenge Gesetze: 06:00 Uhr Wecken, danach Frühstück zum Pilgerpreis von 2 Euro und anschließendem Rausschmiss aus der Herberge gegen spätestens 8:00 Uhr. Fehlt nur noch der Frühsport! Hoffentlich bleiben wir heute vom spanischen Dauerregen verschont.
Carsten beim ersten Pilgerfrühstück
29.05.08 16:45 Uhr Mein „Credencial del Peregrino“ / Pilgerausweis hat schon wieder einen neuen Stempelabdruck!
Carsten und ich sind im Refugio P.P. Reparadores in Puente La Reina (Navarra) gelandet. 27,5 km anstrengende Tageskilometer liegen hinter uns und haben mir verdeutlicht, dass die Trainingskilometer auf dem platten Land, sprich in der Heimat am Niederrhein, absolut kein Maßstab sind. Die Passhöhe Puerto del Perdon liegt beispielsweise auf 780 Meter Höhe. Eine 6 1/2 stündige Wanderung ist zu Beginn der Pilgerreise doch ganz anständig, oder?
auf dem Weg nach Puente la Reina
Zur Belohnung stand anschließend die Körperpflege und das Wäschewaschen auf dem Programm. Das angebotene Pilgermenue war mit 8,90 Euro erneut erschwinglich und durchaus schmackhaft.
Nebenbei bemerkt habe ich auf der heutigen Tagesetappe nahezu vier Liter Wasser getrunken.
Das Wetter war mit sonnigen 22 Grad überraschend angenehm. Morgen soll laut Wettervorhersage reichlich Wasser von oben kommen. Was solls! Dann streif ich einfach meine Plastiktextilien (Aldi preist diese als „Funktions-Regenbekleidung aus hochwertigem Tectex-Material“ an) über.
Buen Camino aus Puente la Reina
Die Bilder des Tages:
Der Beginn meiner ersten Pilgerreise am Bahnhof KaldenkirchenDier ersten Schritte von der Casa Paderborn auf den Camino de SantiagoPamplonagleich sind wir endlich aus der Stadt raus!CarstenHeinertypische Landschaftnur noch 747 kmdas erste Tagesziel ist erreicht – Puente la Reina
Die Stiefel aus dem Jahr 2008 – LOWA Trekker UK 10,5
Nun laufe ich ja seit etlichen Jahren auf den diversen Jakobswegen in Spanien, Portugal, Deutschland, Luxemburg und Frankreich. Rund 4.250 km als Fußpilger stehen da bis heute (Stand: August 2022) zu buche. Leider habe ich meinen ersten Jakobsweg im Jahr 2008 noch nicht über diesen wordpress-Blog dokumentiert. Dies möchte ich in den nächsten Tagen und Wochen nachholen. Ich werde die Zeitmaschine anschmeißen, ins Jahr 2008 reisen und die Beiträge Tag für Tag in diesen Blog einpflegen. Die rund 740 km auf dem Camino Frances von Pamplona nach Santiago de Compostela werden mithin in ein paar Wochen auch fester Bestandteil dieses Blogs sein.
Die letzte Etappe meiner ganz persönlichen Tour de France in diesem Jahr liegt nun schon zwei Tage zurück. Während die Radprofis der einzig wahren „Tour de France“ heute noch mal in Richtung der Champs-Élysées mit dem Ziel des l’Arc de Triomphe in Paris in die Pedale treten, habe ich meine sieben Sachen heute Morgen in Trier gepackt und sitze derzeit im Zug, der mich umweltfreundlich in meine niederrheinische Heimat befördert.
Übrigens gibt es bei einer Pilgerwanderung, anders als bei den gedopten Radrennfahrern heute in Paris, keine Siegerehrung.
Vielleicht sollte ich die Geschehnisse der vergangenen Tage besser chronologisch „erzählen“. Mann/Frau kommt ansonsten ja ganz schön durcheinander. Allein an der Tatsache, dass ich mir so eine lange Zeit gelassen habe, um diesen letzten Etappenbericht zu verfassen und ein Gesamt-Resumee zu ziehen, kann man erkennen, wie schwer mir der erneut temporäre Abschied vom Jakobsweg fällt.
Die letzte Klappe fiel am frühen Nachmittag des vergangenen Freitag in Beaune nach insgesamt 377 gelaufenen Kilometern und 16 Tagesetappen.
Stadttor Porte Saint-Nicolas Beaune
Beaune ist übrigens das Zentrum des Weinbaugebietes der Côte de Beaune und voller touristischer Sehenswürdigkeiten.
Stadtzentrum Beaune
Genau das war mein Problem! Die 19 km lange Wanderstrecke, erneut überwiegend durch die Rebstöcke und Weinfelder der Region, hatte mich bei der Stärke der Sonnenstrahlung müde werden lassen. Nach der Einsamkeit des Tages dann mit dem pulsierenden Stadtleben, Kommerz und Konsum konfrontiert zu werden, ist für einen Pilger nur schwer zu verarbeiten.
Was kostet die Welt, Geld spielt keine Rolex!
Man sehnt sich danach, den Staub des Tages aus den Klamotten zu schütteln und diese schnellstmöglich zu wechseln. DAS war in Beaune leider nicht möglich. Pilger-Lonely-Planet, Outdoor Handbuch und sämtliche Portale im World Wide Web konnten da am Vortag schon nicht helfen. Das schmucke Städtchen war zum Wochenende in der überaus angesagten Cote D‘or Weinbauregion ausgebucht! Einmal in Beaune angekommen, hatte ich aufgrund meiner Wahrnehmung und meinem Empfinden auch gar keine Lust mehr nach einer Krippe zu suchen. Einfach bedauernswert, dass eine eigentlich sehr schöne und bedeutende Stadt auf dem Jakobsweg nullkommanull an die Bedürfnisse der Pilger denkt und keinerlei Unterkünfte für diese zur Verfügung stellt.
Glücklicherweise hatte Clotilde, die Mitarbeiterin des Bürgermeisteramts in Ahuy, auf meinen Anruf hin, wieder eine private Übernachtungsmöglichkeit bei Freunden in Dijon für mich ausfindig machen können. Erleichterung pur bei mir, da ich wirklich keine Lust mehr hatte, die Gassen von Beaune in Kir-Royal-Laune weiter zu erkunden. So wanderte ich schnurstracks und schnellstmöglich zum außerhalb der Stadt gelegenen Bahnhof und war schier erlöst als der Trubel vorbei war.
Gare de Beaune
Die noch nicht einmal halbstündige Zugfahrt von Beaune nach Dijon verging wie im „Flug“. All die Örtchen und Hügel der vergangenen zwei Tage bekam ich so noch einmal präsentiert, ohne dass der Schweiß mir erneut von der Stirn laufen sollte.
Das Ticket zum Paradies
In Dijon ging es dann völlig unkompliziert in die Tram Nr. 2
Lila Tram in Dijon
und schwupps stand ich im Norden Dijons vor dem Haus von Michèle und François. Willkommen im Paradies!
Die wunderschöne Terrasse der Familie, der einladende Pool, der blumenüberhäufte, für Naturliebhaber begeisternd große Garten, die sympathische Begrüßung der Gastgeber und zweier anwesender Freunde, das alles und noch viel mehr, waren so wohltuend für mich nach den mich so sehr störenden Touristenschwärmen des frühen Nachmittags in Beaune.
Christiane, François und der Pilger
In Kenntnis meiner „Müller für eine Nacht – Story“ erlaubte sich François einen schelmischen Spaß und zeigte mir die in seinem Haus angeblich für mich zur Verfügung stehende Duschwanne. „Immerhin größer als die vom Müller tatsächlich benutzte verblichene Spülschüssel“ dachte ich beim Anblick der eisernen Wanne.
Körperpflege wie bei Oma früher in Bayern
Die Wirklichkeit sah natürlich ganz anders aus. Ein sehr modernes Gästezimmer mit einer noblen Dusche und einem superbequemen Bett durfte ich am letzten Abend meines Pilgerabenteuers in Frankreich für mich ganz alleine nutzen. Regionale Käsespezialitäten, Biere, Weine und ein wohlschmeckendes Menue rundeten für mich den Besuch ab.
8 Umdrehungen Café-Bier, regionale Spezialität, haut garantiert jeden Pilger um!
Das allein war es aber nicht, was den Tag bei François und Michèle zu einem besonderen Camino-Erlebnis für mich machte. Es waren vielmehr der tiefgründige Austausch über aktuelle Themen der Zeit, Familie, Beruf und darüber hinaus auf englisch, französisch und erfreulicherweise auch auf deutsch 🇩🇪!
Die Zeit im Paradies verging für mich wie im Flug. Neben den bereits geschilderten Dingen hinterließen die vielen wunderschönen Gemälde von François, in den schillerndsten Blautönen, einen besonderen Eindruck auf mich. Ich hoffe, dass François mit der Veröffentlichung eines seiner Werke an dieser Stelle einverstanden ist. 😉
Die Kunst von François, total klasse!
Geschlafen habe ich übrigens wie ein Engel auf der superbequemen Matratze im riesengroßen Bett.
Nach einem mich sehr verwöhnenden Frühstück galt es dann leider wieder Abschied zu nehmen, da meine Zugfahrt über Nancy, Metz nach Luxemburg ja schon um 10:55 Uhr ab „Gare Dijon“ auf dem Programm stand.
Au revoir chère Michèle et cher François. Merci beaucoup pour tout ! À bientôt, j’espère.
Michèle, François, Heiner – Gastgeber und Pilger Selfie
Als ich bereits im Zug nach Nancy saß erhielt ich die „freudige“ Nachricht, dass zwei Zugverbindungen (Bettembourg- Luxembourg u. Luxemburg-Trier) aufgrund von Bauarbeiten durch Schienenersatzverkehr, sprich Busse 🚌, ersetzt werden müssen.
Das schönste bei diesen „Hiobsbotschaften“ war, dass es mich noch nicht einmal elementar störte. Die „unendliche Leichtigkeit des Seins“ war wieder da zum Ende meiner Pilgerreise!
Der Plan, auf dem Weg nach Haus noch eine Übernachtung in Deutschland oder Luxembourg einzuschieben, war allerdings schon vorher in meinem Kopf. Doch jetzt schritt ich nach den angekündigten Verspätungen tatsächlich zur Tat und rief das Klostergästehaus in der Franz-Ludwig-Str. 7 in 54290 Trier an (Tel.: +4965197690, Übernachtung nur für Pilger mit Ausweis; Zimmer/Etagendusche inkl. Beherbergungssteuer: 25,53 €) .
Tatsächlich konnte man mir so kurzfristig noch für den Abend ein Bett reservieren. Was für eine angenehme Überraschung, die am 27.05.2016 in Trier begonnene Wanderung auf dem „Chemin des Allemandes“ endete dann (vorläufig) mit einer Übernachtung an gleicher Stelle. Schon 2016 übernachtete ich in Trier im Klostergästehaus der Schwestern vom Hl. Joseph. Dazwischen lag bedingt durch eine hartnäckige Verletzung am Fuß und C19 eine unfassbar lange Pilger-Auszeit.
Caminopilger im Kloster
Wenig überraschend endete aber auch diese Verlängerung meiner Pilgerzeit in der von der Vergangenheit so sehr geprägten stolzen Stadt Trier und ich bin wieder am Ausgangspunkt meines heutigen Textes gelandet. Köln, Mönchengladbach und dann hoffentlich Kaldenkirchen heißen die Etappenziele der andauernden Zugfahrt. Städte und Orte, die neben dem privaten auch mein berufliches Leben bestimmt haben. Die verbleibenden 10 km zu meiner Heimatgemeinde Brüggen werde ich dann per pedes durch den Grenzwald von Kaldenkirchen bewältigen. Training für das nächste Pilgerabenteuer, wer kann diese Frage zum jetzigen Zeitpunkt schon beantworten? Ein kurzer Blick in den ungeliebten Outdoor-Wanderführer weist die noch verbliebene Strecke von Beaune bis Le Puy-en-Velay mit 17 Tagesetappen und 387 Kilometern aus. Rein zufällig habe ich auf meinem zurückliegenden Pilgerweg der vergangenen 16 bis 17 Wandertage (einschließlich Prolog) nahezu exakt solch eine Wanderleistung bewältigt. Es wäre doch jammerschade das Pilgerprojekt (Trier – Le Puy) nicht in den nächsten Jahren zu veredeln. Wann genau das stattfindet, das steht noch in den Sternen geschrieben. Nur eins möchte ich nur all zu gerne versprechen.
Wiedervorlage Beaune – Le Puy-en-Velay
Ich werde diesen Weg zu Ende gehen, soweit meine Gesundheit und andere Dinge, auf die wir alle keinen wirklichen Einfluss haben, dieses Vorhaben in Europa zulassen.
Dokumentation Trier – Beaune (2016-2022)16 Felder im Pilgerausweis sind noch frei 😀
Bedanken möchte ich mich zum Schluss bei meinem „Alter Ego“, Herrn Innenmeniskus,
Dehnungsübungen für den Innenmeniskus
dass er bis zum Schlusspfiff in Beaune tatsächlich durchgehalten hat.
Mein weiterer Dank gilt Euch da draußen, Familie, Freunden, Bekannten und Unbekannten, die sich die tägliche Berichterstattung von mir „angetan“ haben. Mein Weg war so sehr einsam in den zahlreichen französischen Departements, dass ich ohne Eure Unterstützung und das Interesse so manche Tiefe mehr auf dem Weg erlebt hätte. Die Wehwehchen, Pleiten und Pannen sind bald vergessen. Was bleibt sind die Menschen am Ende jeden einzelnen Tages, die unbeschreiblichen Erlebnisse, die verrücktesten Übernachtungsplätze, die Kühe, Schmetterlinge, der Jakobsweg und die Stadt Dijon, die ich wirklich in mein Herz aufgenommen habe. J’adore Dijon!
J’adore Dijon!
Buen Camino. Ultreia!
Heiner
Caminopilger im Cote‘D‘or Weinberg
PS: Glaubt dem Menschen kein Wort, er ist und bleibt …
der größte Caminopilger-Schwindler 🥾 aller Zeiten!
Die Bilder der letzten Tage:
Eva aus Nuits-Saint-Gorgeshier geht es langChâteau Corton C.Yellow von Coldplay so ein starker Song! Nic ht wahr?Le VinVier Blumen Stadt BeauneHeilige Früchte in Beaune, frei nach Forough!BeauneGare de DijonGare de NancyBettembourg zum BusGare de LuxembourgLuxemburg ist der Hammer!Trier am TagBitburger, nicht meine zweite Heimat, aber zur Not geht das Bier aus der Eifel auch …Trier in der NachtLeckeres arabisches Essen in der Wunderlampe/Trierlasst mich bitte noch ins Kloster rein, ich weiß, dass es spät geworden ist!Mohnkuchen im Zuch, Pilgerfreund was willst du Meer?Welcome to Deutsche Bahn; auf dem Weg nach Kaldenkirchen!Grenzwald auf dem Fußweg nach HauseDa läuft Mann nach Hause und denkt er wäre immer noch auf dem „Chemin des Allemandes“. Dabei ist es nur der linke Niederrhein. Meine schöne Heimat 🤠!
Zusammen ist man weniger allein! Mein kleiner Freund in den Weinbergen des Burgunds.
Ich verließ mein in der Nähe des „Place de la Libération“ gelegenes „Studio 1“ in Dijon „früh“ am Morgen gegen 7:30 Uhr. Über die „Route der Grands Crus Dijon“ ging es dann 5 km stadtauswärts westlich in Richtung Chenôve um von dort aus wieder auf den „Chemin des Allemandes“ zu gelangen.
Sonnenüberflutete Kirche auf dem Weg nach Chenôve
Dort begann am Rathaus in die eigentliche Tagesetappe nach Nuits-Saint-Gorges. Welch großer Unterschied es dann doch wieder war auf dem Jakobsweg „zurückgekehrt“ zu sein. Aus der pulsierenden, wunderschönen, geschichtsträchtigen und kulturell verwöhnenden Stadt Dijon direkt in die Weinberge zu gelangen ist ein eindrucksvolles Kontrastprogramm.
Der Wein und der Jakobsweg
Die von weit her schon leuchtenden Dächer der Kirchen mit ihren bunt glasierten Dachziegeln in der Region hatten es mir heute besonders angetan. Ich kam an keinem Gotteshaus vorbei ohne nicht zumindest ein paar Fotos zu schießen.
Der Wein und die Kirche
Zahlreiche vom Weinanbau lebende kleine Örtchen galt es auf dem Weg nach Nuits-Saint-Gorges zu durchwandern und dabei Weingüter, Châteaux und andere schöne Anwesen zu bewundern. Das Burgund verfügt im Departement Cote D‘dor wirklich über eine eindrucksvoll schöne Landschaft. Wo in den Tagen zuvor noch Weizen, Gerste und Roggen die landwirtschaftlichen Bilder des Tages bestimmten, waren heute, zum ersten Mal in dieser Ausschließlichkeit, die Weinreben allgegenwärtig. Gepaart mit ein paar ordentlichen Höhen oberhalb der Weinberge, die mich bei der hohen Luftfeuchtigkeit mit ihren Steigungen zu Schweißausbrüchen führten.
Best of Steigung von oben betrachtete 27 Prozent!
Am Ende des Tages war ich wieder einmal froh gut angekommen zu sein, ein Bett zu haben und stellte mit einem erschöpften Bedauern fest, dass dies der vorletzte Streich auf meinem 2022er Camino gewesen ist.
Ich trödelte in meinem kleinen Airbnb-Zimmer in der „Rue Gelix Tisserand“ nach der wohltuenden Körperpflege gemütlich vor mich hin und hielt anschließend im Ort relativ spät nach einem Restaurant Ausschau. Das hatte leider zur Folge, dass ich in keinem der erstaunlicherweise zahlreichen Gasthäuser einen Platz mehr bekam. Meine Schuld. Die Franzosen lieben eben das Leben und strömen nach den so sehr belastenden gesellschaftlichen Einschränkungen der vergangenen zwei Jahre verständlicherweise in Scharen in die Restaurants der Orte und Städte.
Ortsmitte Nuits-Saint-Gorges
Ich habe dann eben ersatzweise eine vegetarische Pizza zum Mitnehmen bestellt und diese auf einer gemütlichen Parkbank gegessen. Sie hat mir übrigens sehr gut geschmeckt und der schöne Blick auf die „Les Caves Du Palais“, den ich beim Essen hatte, ist sicherlich klein wenig entschädigend für das Dilemma meiner erfolglosen Tischsuche im Burgund.
Les Caves du Palais
C‘est la vie! Morgen geht es zum Abschluss nach Beaune.
Bon nuit des Nuits-Saint-Gorges
Die Bilder des Tages
Auszug aus Dijonganz schön warm heuteda will ich aber nicht hinbeeindruckendes DachDie Früchte der Pilger; hier: MirabellenPilgerdoping in bleuDali, oder was? Kunst auf dem Weg.Heute schon in den Spiegel geguckt?Weingutbescheidenes Cru WeingutNapoleon!auch hübsch anzusehenDer WegDas SymbolWinzer SnapshotFriedhof Nuits-Saint-GorgesKirche Nuits-Saint-GorgesBlütenmeer/PflanzenprachtNuits-Saint-GorgesRathaus Nuits-Saint-GorgesPilgerbelohnung vor dem Schlafnoch 1 x schlafen und dann ist Schluss