Verfasst von: Caminopilger | 17. März 2010

Blue Shell

Freue mich heute nach fast 10 Monaten wieder das „Blue Shell“ in Köln anlässlich eines Konzertes der an dieser Stelle schon wiederholt gefeierten Band „Enno Bunger“ besuchen zu dürfen. Im Mai 2009 begleitete mich Jesus beim Submarien-Konzert. Sicherlich wird ein wenig Melancholie in der Luft hängen, da der diesjährige Camino mir nach heutigem Stand kein Wiedersehen mit Stephan, alias Jesus, und Carsten schenken wird und ich das ein oder andere Mal meine Pilgerfreunde vermissen werde nicht nur heute…. . Aber so ist eben mal das Leben und gerade auf dem Jakobsweg gilt es sehr häufig sich von lieb gewonnenen Menschen verabschieden zu müssen. Unterschiedliche Wege, Geschwindigkeiten, widrige Umstände und Stimmungen bedingen dabei kontinuierlich Abschiede.
CD-Tipp des Tages:
Enno Bunger
„Ein bisschen mehr Herz“

Kulturnews schreiben über Enno Bunger folgendes:

Pianopop aus Deutschland? Gibt es nicht. Unpeinliche deutsche Texte, die nicht verkopft sind, sondern von Gefühlen handeln? Äußerst selten. Bis jetzt, denn ausgerechnet ein Debütalbum mit dem unsäglichen Titel „Ein bisschen mehr Herz“ rettet die nationale Bilanz. Zusammen mit seinen zwei Bandmitstreitern tanzt der Ostfriese Enno Bunger auf verdammt dünnen Eis, wenn er ganz ohne Gitarren so große Themen wie Freundschaft, Liebe, Weltuntergang besingt. Oft knackt das Eis, doch nie versinkt er im Kitsch. Vielleicht weil Bunger sein Innerstes so unbedarft ehrlich nach außen kehrt. Vielleicht aber auch, weil ihm dunkle Momente so sehr vertraut sind, dass er uns glaubhaft raten kann: „Verlier nicht die Hoffnung, bitte gib nicht auf, hör nicht auf zu tanzen, halt den Himmel nicht auf.“ Musikalisch muss sich der neue Pianopop aus Deutschland ganz sicher nicht hinter Coldplay verstecken. Und was die Texte angeht, könnte Chris Martin von diesem Ostfriesen sogar noch einiges lernen. (cs)

Caminopilger-Spruch des Tages:

“ Wer mit beiden Beinen zu fest am Boden steht, kommt nie vom Fleck“ (Astronautenspruch)

Verfasst von: Caminopilger | 16. März 2010

Hirschtalg Extreme, oder auch „An den Ufern der Pilgerseele“

Habe heute meine Lebensversicherung für den Camino inkl. Vorbereitung käuflich erworben. 3,99 Euro hat sie gekostet und kommt aus dem Hause Scholl. Bis letztes Jahr röhrte der Hirsch im grünen Gewand auf der Tube. Das vertraute GRÜN wurde bei der extremen Variante durch ein funkelnagelneues polarklares BLAU ersetzt. Die Erfahrungen meiner ersten beiden Caminos haben mich gelehrt unbedingt auf die SCHOLL-Produkte zu setzen. In Nordspanien auf dem Jakobsweg erworbene Nachahmerprodukte erwiesen sich als untauglich und sollten besser als Silikonersatz in Badezimmern Verwendung finden. Geschundene Füße auf dem Jakobsweg sorgen für tiefe Täler in der Pilgerseele. Überlebe ich den morgigen Tag? Wieviel Blasenpflaster ( 😉 Grüsse an Geri und Eliza ) brauche ich noch bis Santiago??
Der umsichtige Pilger sorgt vor und schmiert 2 mal täglich das Fett der Hirschhaut auf seine kostbaren Gebeine und verhindert damit Wundreiben, Blasen und Hornhaut.
Wetten, dass es hilft!

Caminopilger-Spruch des Tages:

Es würde alles besser gehen, wenn man mehr ginge. Sich tragen lassen zeugt von Ohnmacht, gehen von Kraft. (J.G.Seume)

Verfasst von: Caminopilger | 15. März 2010

Fußfetischist 2010

Mir ist schon bewusst, dass dies ein grenzwertiger Beitrag vom Caminopilger ist. Auf vielfachen Wunsch hin zeige ich dennoch mal meine geschundenen Füße, damit ihr da draußen eine Vorstellung davon bekommt, WAS es heißt, meine Camino-Boots einzulaufen.
Hölle Hölle Hölle.
Irgendwie könnte das Foto auch einer unbekannten TATORT Wasserleiche zugeordnet werden, oder?

Caminopilger-Spruch zum Abend:
„Ausdauer wird früher oder später belohnt – meistens aber später.“ Wilhelm Busch

Verfasst von: Caminopilger | 15. März 2010

Into the wild

Yeah! Wir befinden uns in der Mitte des Monats März 2010 und endlich habe ich wieder Waldboden unter den Füßen. Es tut so gut, dass frisch geschlagene Holz in der Nase zu haben und die mit Kiefernharz besprenkelte Luft einatmen zu dürfen.

Andererseits begleitet mich auf diesen vorbereitenden Wegen auch Unbehagen wegen der neuen Sieben Meilen Stiefel, die ich aus gegerbtem schwarzem Leder für den diesjährigen Camino einlaufe. Rötungen, Schwellungen und Druckstellen sind da vorprogrammiert. Dies Alles gehört aber auch zur Vorbereitung eines Jakobsweges. Schließlich werden die Füße an 40 Tagen über Gebühr belastet und da schadet es nicht bereits im Vorfeld die Schwachstellen zu erkennen …. .
Unter dem Strich war ich nach dem gestrigen 28 km Hike sehr zufrieden mit dem neuen Schuhwerk. Befund am Morgen: Leichte Schwellungen und Rötungen an beiden Füßen ( siehe oben 😉 ), allerdings keine Blasenbildung. Was den Caminopilger nicht tötet härtet IHN ab. Denke, dass ich mindestens noch 10 solcher vorbereitenden Wanderungen absolvieren sollte, gerne gemeinsam mit „einer Jadefee“ die auch im dichtesten Wald auf mich wartet, um dann gut vorbereitet auf die Belastungen des Jakobsweges entlang des Atlantiks zu sein.
Vielleicht gelingt es mir ja auch mal etwas freundlicher in die Linse zu schauen!! Halbwegs öffentlichkeitstaugliche Selbstportraits mit dem iPhone schießen zu wollen ist so was von einem Glücksspiel, da MANN niemals so genau mitbekommt wann das schnicke Teil auslöst…. .

Caminopilger-Spruch des Tages:

Auch mit Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man ein
schönes Muster legen.

Verfasst von: Caminopilger | 3. März 2010

Time to blog again

Der Frühling steht vor der Tür und damit auch ein weiterer Ausflug auf dem Camino. Seit dem letzten Eintrag im Juni 2009 hat sich vieles in meinem Leben zum Guten gewendet (später erzähle ich Meer davon) und die Liebe zum Jakobsweg ist erfreulicherweise geblieben! Vom 28.05.2010-05.07.2010 werde ich von Irun bis Santiago de Compostela 875 km entlang der Atlantikküste pilgern. Der Camino de La Costa / Norte steht also in der gesamten Länge auf dem Programm und ich habe mich entschlossen erneut von meinen wilden Wegen und der Vorbereitung dahin zu berichten.
Eine wichtige Entscheidung habe ich allerdings auch schon getroffen. Ich werde auf dem Jakobsweg meine kostbare Zeit definitiv nicht mehr in Internetcafes oder mit verstaubten Herbergscomputern verbringen, sondern alle Einträge und Fotos mit dem iPhone ins World Wide Web posten.
See you soon, you beautiful people OUT there.

DCH – DerCaminopilgerHeiner

Caminopilger-Spruch des Tages:

„Gehe nicht nur glatte Straßen.
Gehe Wege, die nie ein Mensch zuvor gegangen ist, damit Du Spuren hinterläßt und nicht nur Staub.
(Antoine de Saint-Exupéry)

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