Cafe am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen

Der unverhofft am „Lac de Charmes“ gegen 10:00 Uhr heute Morgen gereichte „Cafe au lait“ entschädigte für vieles der vergangenen Stunden und war damit der wohlschmeckende Auftakt zu einem in jederlei Hinsicht positiven Pilgertag auf dem Jakobsweg. Nachdem ich am Nationalfeiertag Frankreichs schon so etwas wie einen Motivationstiefpunkt erreicht hatte, beschloss ich, den heutigen Tag mit angezogener Handbremse zu pilgern. Die vergangenen Tage hatten mit zwei „Bergetappen“ mächtig Körner gekostet und mir körperlich eindringlich meine aktuellen Leistungsgrenzen aufgezeigt. Die kurzfristige Änderung meiner Etappenplanung (nunmehr: Mein Weg) sah dann für den heutigen Tag eine „Rekonvaleszenz-Etappe“ über 13 km in die Stadt Langres vor.

am Lac de Charmes

Die auf einem Vorgebirge der Hochebene liegende Stadt der Kunst und der Geschichte ragt majestätisch über die umliegende Landschaft und gehört dank ihrem Erbe aus Mittelalter, Renaissance und Klassik zu den fünfzig schönsten Städten in Frankreich.

Langres

Mit diesem Etappenziel habe ich dann im Nachhinein wohl alles richtig gemacht. Rein körperlich betrachtet lief mein Akku trotz der verhältnismäßig kurzen Tagesstrecke auf Sparflamme. Kniegelenke und Füße meldeten sich abwechselnd. Doch das war nach Durchschreiten des Stadttores kein Thema mehr. Bei der vorgezogenen Sightseeingtour vor dem „Beziehen“ der Betten kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Welch wunderschöne Stadt ich mir da für das heilende Auslaufen herausgepickt hatte. Im Zentrum der Stadt bekam ich von der Apothekerin (Pflaster war alle…) , die ich nach einer Pilgerunterkunft gefragt hatte, den Tipp es doch einmal im Pfarrhaus (Presbytère) in der Rue Aubert 1 in Langres zu versuchen. Gesagt, getan und BINGO! Eins von den zwei Betten in der Pilgerherberge sollte mit meinem Betreten des Pfarrhauses für mich bestimmt sein. War das nicht einer meiner besonderen Wünsche der vergangenen Tage, auch einmal in einer Pilgerherberge schlafen zu dürfen?

Doch es sollte noch besser werden.

Die unendliche Geschichte des fehlenden ersten Mitpilgers kann endlich „ad acta“ gelegt werden! 30 Minuten nach meiner Ankunft konnte das zweite Bett zum Schnapperpreis von 15,00 € von der verwaltenden Stelle der Kirchengemeinde vergeben werden. Kevin, 61 jähriger pensionierter Ire aus Dublin, betrat die Pilgerherberge. Ein Schrank von einem Mann und dazu noch ein Pilger. Hurrah!

Nicht mehr allein im Haus, Kevin ist eingetroffen!

Einen kleinen Haken hat meine heutige Geschichte dennoch … .

Kevin pilgert nicht auf dem „Chemin des Allemandes“ sondern auf der „Via Fracigena“. Er pilgert mithin nach Rom und ist dabei vor 31 Tagen in Canterbury (GB) gestartet. Für die insgesamt etwa 1.600 Kilometer lange Distanz zu Fuß setzt Kevin insgesamt 90 Tage an. Respekt für diese Energieleistung. Er hat übrigens in Frankreich von Calais bis Langres ganze drei! Pilger getroffen. Auf all zu viele Mitpilger werde ich dann bis nächste Woche Sonntag auch nicht mehr treffen können. Pilger bleibt Mitpilger, egal in welche Richtung Kevin morgen früh gegen 06:30 Uhr dann entschwindet. Unsere Wege haben sich sozusagen in Langres für ein paar Stunden gekreuzt und das war ein weiteres Geschenk unseres Pilgerlebens. Stundenlang haben wir uns über die Musik ausgetauscht und als bekennender Irland- und U2-Fan war ich natürlich ganz Ohr als Kevin streng geheime Dinge aus dem U2 Umfeld zum besten gab und dabei betonte, dass Larry Mullen Junior doch so ein toller Mensch sei und er, also Kevin, um ein Haar Mitglied der Band geworden wäre, wenn seine Mutter ihn seinerzeit nicht zur falschen Schule in Dublin geschickt hätte!

Frei nach Neven Subotić: Hätte, hätte, Fahrradkette!

Buen Camino lieber Kevin.

Ultreia!

Die Bilder des Tages:

Erstes Frühstück am Morgen
Blumenschmuck am Straßenrand
Lieblingsinsekt mit Anfangsbuchstaben SCH
Guten Morgen meine Freu(n)de
See ohne Menschen
Champigny-lès-Langres
Aprikose im Nest
Pilger in der Herberge
Herberge Inside
schnukelig
als Tagestourist in Langres
Das Automobil 🚗 passend zum Haus
Maison des Lumieres
Schönes Gebäude
Fast wie in Santiago, Kathedrale wird dauerrenoviert

wie schön wird das abends hier aussehen
Porte de Moulins
und dann kam Louis de Funes Enkel vorgefahren
mächtig was los in Langres
Blick in die Rue Diderot
Schöner Platz

Die 580 Seelengemeinde Neuilly-l’Évêque im Département Haute-Marne macht aktiv Werbung für Ihren Ort.

Sportlich kann man hier offensichtlich so einiges bewegen, aber nach Ausübung der Leibesübungen sollte man auch im Departement Haute-Marne besser keinen Hunger und Durst haben! Okay, ich gebe zu, dass mit dem Nationalfeiertag auf jeden Fall der nicht geöffnete Supermarkt zwingend in Verbindung zu bringen ist! Aber seit wann haben die Franzosen beschlossen, außerhalb von Paris, Nizza und St. Tropez alle Cafes, Bars, Restaurants und andere Einkaufsmöglichkeiten zu schließen? Pilger, die vor mir diesen Weg nach Le Puy gegangen sind, beschreiben ähnliche Probleme in Sachen Quartier- und Nahrungssuche. Aus dem heutigen Dilemma hat mich ein Mitgast des Studio-Hotels Sylvain befreit. Nachdem ich dem jungen Franzosen namens Adel leidvoll von meinem Pilgerhunger und Durst nach erneut fast zehnstündiger Tageswanderung erzählte, schnappte Adel sich die Autoschlüssel und fuhr mich mit freundlicher Unterstützung aus dem Hause Goggel im Umkreis von 10 Kilometern zu allen erdenklichen Futterkrippen, doch keine hatte an diesem, für die Franzosen doch so sehr stolzen Feiertag, geöffnet. Lange Rede kurzer Sinn, etwas Essbares gab es für mich dann erst in der Stadt Langres. Mein Dank wollte der algerisch stämmige Franzose nicht annehmen, für ihn sei das eine Selbstverständlichkeit, anderen Menschen zu helfen, das habe ihm sein Vater in der Erziehung beigebracht. Solche Begegnungen machen einfach den Camino aus! Vielen Dank lieber Adel für deine große Hilfsbereitschaft, die mich aus der Not befreite.

Studio!
Autofahrt mit Adel

Das Pilgerdonnerwetter hatte es von meiner Seite schon Stunden vorher in den Wäldern vor Marcilly-en-Bassigny gegeben.

Mensch, was war ich angesäuert! Kilometerlang war der Weg mit zuvor gesägten Ästen und Baumstämmen überhäuft, verwildert und nicht erkennbar. Muschelzeichen zum Zwecke der Beschilderung waren nur rudimentär angebracht und fehlten mitunter gänzlich an den Stellen, wo man sie tatsächlich gebraucht hätte. Das alles kilometerweit, bei erneut sehr anstrengendem Streckenprofil und Auf- und Abgängen, die es wirklich in sich hatten! Liebe Freunde des hiesigen Pilgervereins, DAS alles sollte so nicht auf dem Jakobsweg sein, da diese Widrigkeiten dem Pilger temporär die Freude und auch die Kraft raubt.

Pilger Hindernislauf
Wie soll ich bitteschön diesen Weg begehen?
Pilger-Pfadfinder sind gefragt

Tage wie diese gibt es auch auf dem Camino und das ist auch gut so, sonst würde man ja gar nicht mehr nach Hause fahren wollen.

Um so schöner, dass der Ausklang des Tages durch Adel so sehr positiv war, sodass ich das Donnerwetter im Wald schon recht bald vergessen werde, aber mich an die Geschichte mit dem hilfsbereiten jungen Franzosen bestimmt noch viele Male im Leben mit einem breiten Lächeln im Gesicht erinnern werde.

Bon nuit de Neuilly-l’Évêque

Die Bilder des Tages:

Strahlemann verläßt das Haus
Männeken Pilger
Unser Dorf soll schöner werden!
eine Hexe in Frankreich
Shadowplay am Morgen
Ich bin keine echte Kuh, du brauchst mich gar nicht ansprechen!
Panorama am Morgen
Schönes Haus auf dem Weg
Schöne Wiese
Schafswolle
Pilgerpause
War das mal ein Brunnen?
endlich da
Kirche am Zielort
Ein Traum von einem Morgen auf dem Chemin des Allemandes in der Nähe von Lamarche

Fangen wir einmal mit dem heutigen Pilgerstreckenprotokoll an:

Gelaufene Strecke: 30 km, benötigte Zeit: 9 std 55 min (ohne dabei wirklich gebummelt zu haben!), Höhenmeter: 537 Meter, Tiefenmeter: 640, Höhen-/Tiefenmeter gesamt: 1.177 Meter 🦶🤩🦶

Bevor ich auf die Ereignisse der heutigen Etappe näher eingehe, darf ich meine ausgesprochene Freude über den gestrigen Tag in Lamarche an dieser Stelle betonen. Die private Übernachtung bei Edith und Leon Edel war für mich wie ein Sechser im Lotto. Lamarche liegt cirka 1,5 Kilometer vom Jakobsweg enfernt und kam mir lediglich in den Sinn, um die laut Wanderempfehlung für den gestrigen Tag vorgesehene Strecke (38,1 km) aufgrund der Temperaturverhältnisse etwas zu kürzen. So landete ich glücklicherweise bei Edith & Leon in Lamarche und wurde behandelt wie ein Familienmitglied! Beide sind ebenfalls schon auf den Jakobswegen „gepilgert“ und bieten lediglich Pilgern einen Platz für eine Nacht in ihrem schönen Haus an. Es reicht einfach nicht der Platz an dieser Stelle um Ihre gelebte Gastfreundschaft und die unfassbar tolle Bewirtung nur annährend zu beschreiben. Es tat so gut auf Pilger als Gastgeber zu treffen und Ediths „Belle Cuisine“ Kochkünste darf man ruhig mit mehr als 3 Sternen bewerten. Merci beaucoup, chère Edith et cher Leon, pour tout.

Die heutige Tagesetappe über Bourbonne-les- Bains nach Coiffy-le-Haut war ne echte Kraftanstrengung. „Unzählige“ Höhen- und Tiefenmeter, mit Steigungen bis nahezu 20 Prozent, galt es zu bewältigen um nach fast 10 stündiger Wanderung das Ziel endlich erreicht zu haben.

Der Screenshot meiner Wander-App „Mapout“ schenkt exemplarisch betrachtet einmal einen Eindruck von dem Anstieg am Ende des langen Pilgertages. Kurz danach hatte ich dann mein Ziel, das Gasthaus „Ferme Adrien“, müde und glücklich zugleich erreicht.

Die heutige Wanderung hat mir sehr gut gefallen. Es ging, insbesondere bis Bourbonne-les-Bains, durch bezaubernde Landschaften und schattenspendende Wälder.

Auf der Höhe von Mont-lés-Lamarche erblickte ich am frühen Morgen der Wanderung, tief in den einsamen Wäldern versteckt, einen Eisenbahnwaggon. Diesen musste ich mir natürlich einmal aus der Nähe anschauen und konnte dabei feststellen, dass dieser, voll möbliert, offensichtlich zu Wohnzwecken mitten in der „Wildnis“ genutzt wird.

Into the Wild

A bientôt de France

Die Bilder des Tages:

Dehnen am Morgen ist so wichtig für die Gelenke!
Der Kuhflüsterer hat gerufen, da kommen sie aus dem Stall!
Pilgerhimmel
The way
Echte Jakobsmuschel
Fußgerechter Weg
Pilgerverzehr
Bourbonne-les-Bains
Kathedrale Bourbonne-les-Bains
3 x darf man raten welchen Weg ich nehmen sollte und es wiederholt nicht schnallte! 20 verlorengegangene Minuten 🙈auf dem Jakobsweg!
Naturbelassener Weg
Kann nicht mehr lange dauern!
YES!
Meine Unterkunft Ferme la Adrien, Les Granges du Val
Barock!
Pilgerbahn

Dienstag, 12. Juli 2022, 12:45 Uhr Ostvogesische Pampa auf Höhe von Marey: Nach über 125 gelaufenen Kilometern auf dem Weg sehe ich beim turnusmäßigen Umschauen endlich den ersten Mitpilger in meinem Rücken. In freudiger Erwartung diesen Menschen kennenlernen zu dürfen bin ich fast schon euphorisiert. Was die Einsamkeit auf so vielen Kilometern doch für Dinge mit mir veranstaltet! Naja, der noch unbekannte Pilger sollte mich schon bald eingeholt haben, schließlich sitzt er auf nem Fahrrad. Fast schon bizarr diese Freude über einen Fahrradfahrer! Haben wir Fußpilger auf früheren Wegen die Biker nicht vielmehr gemieden wie die Pest, da sie uns zu oft im lockeren Vorbeifahren das letzte Bett in der Herberge wegschnappten? Die diesbezüglichen Wunden der Pilger-Vergangenheit sind heute vergessen. Schließlich will ich endlich meiner Erzähllust frönen, meine Pilgererlebnisse teilen, oder auch dem Fahrradpilger meinen „Alter Ego“ Herrn Innenmeniskus vorstellen. Endlich hat der Unbekannte mich eingeholt, hält sein Fahrrad samt Anhänger an und fängt das Gespräch mit mir an. „Hi I am Eugenio from Mexico-City.“ Hammer, so ein super sympathischer junger Pilger aus Mexico! Was soll ich ihm zuerst erzählen? Etwas über die lang zurückliegende Reise meiner geliebten Ehefrau in sein Heimatland, mexikanische Fußballspieler in der Fußball-Bundesliga oder doch eher das Pilgern als Thema sofort in den Vordergrund stellen. Ich möchte den chillig daherkommenden jungen Kerl nicht all zu sehr mit meinem Caminopilger-Geschwafel überfrachten und frage ihn ganz einfach, bis wohin er denn fahren möchte. Wie aus der Pistole geschossen kommt von ihm als Antwort: „Barcelona“! Ich versuche mir in Sekunden vorzustellen, welche Jakobswege denn da auf dem Weg nach Katalonien befahren werden müssen. Naiv schlage ich ihm vor, doch eher die Jakobswege zum Camino Norte (de la Costa) und Santiago de Compostela als „Fernziel“ in seine Überlegungen mit einzubeziehen.

Sein Stirnrunzeln ließ „Schlimmes“ vermuten. Er entgegnete mir, dass er davon noch nie gehört habe. „Wer oder was ist ein Jakobsweg? In diesem Moment starb die Illusion und es war glasklar, dass ich auf meinen ersten Mitpilger auf dem diesjährigen Jakobsweg noch länger warten muss. Eugenio war es leider nicht! Er erzählte mir, dass er als Autauschstudent in Den Bosch/ Niederlande studiert und nun mexikanische Freunde in Barcelona besuchen wolle. Wir wünschten uns gegenseitig alles Gute für unsere unterschiedlichen Wege, machten ein gemeinsanes Foto und dann war Eugenio auch schon bald am Horizont verschwunden.

Ich war wieder allein in meiner staubigen Pilgerwüste, freute mich aber dennoch Eugenio aus Mexico-City für Minuten als Pseudo-Mitpilger bei mir gehabt zu haben. Que tengas una vida feliz Eugenio!

Pilgerwüste

Okay, ich wollte es heute ja eigentlich etwas kürzer als sonst machen, schließlich steht morgen ein 29 km Ritt auf meinem ganz persönlichen Pilgermarschplan, aber ein Thema muss ich noch dringend ansprechen dürfen… .

Das Übernachten in den Hotels bekommt dem Caminopilger nicht.

Wie an anderer Stelle schon angedeutet, bin ich in hier im „Grand Est“ Frankreichs ja leider häufig auf eine Hotelbuchung angewiesen, da es keine Herbergen gibt. Übernachtungen im „Hape Kerkeling Style“ führen zu einer gewissen Disziplinlosigkeit und erheblichen zeitlichen Verzögerung im Hinblick auf die Wiederaufnahme der täglichen Pilgeraktivität. In den staatlichen Herbergen Spaniens und Frankreichs geht das Licht im Regelfall um 22:00 Uhr aus, man schläft mehr oder weniger 😉 und morgens fängt das hektische Zusammenpacken ab spätestens 06:00 Uhr an. Im Hotel bleibt das Licht abends länger an und morgens genehmigt man sich gerne noch die zweite Tasse „cafe au lait“ im Bistro, lässt sich neben dem Baguette auch ganz gerne das süße Croissant vom Buffet schmecken. Ganz „verwundert“ bin ich dann immer über den Umstand, es wieder nicht vor 09:00 Uhr auf den Weg geschafft zu haben. Hier muss sich etwas Grundlegendes ändern und ich verordne mir hiermit ein Stück Pilgerdisziplin. Basta, ich habe gesprochen! Wie bitteschön anders soll ich denn sonst die nächsten Tage im französischen Glutofen überstehen? Die nachmittäglichen Stunden auf dem Chemin sind temperaturbedingt einfach so sehr anstrengend.

Merke: Der frühe Vogel fängt den Wurm!

Bon nuit aus Lamarche.

Die Bilder des Tages:

Das Buffet war heute wieder toll, aber JETZT muss ich los …
Windkraftanlage im Departement Vogeses
da gehts nach Gigné Ville
Pilgerrastplatz
Strohballen in Geschenkverpackung
Schöne Lebewesen die mit mir ein stückweit den Weg heute liefen!
Bald schon bin ich da in Lamarche
Orden für was, oder wen?
Kirche in Lamarche
Letztes Bild 12.07.2022, Lamarche
Der schönste Sitzplatz des Tages

Fangen wir mit dem Landhotel an. Man muss die Betreiberin des Hotels „de la Frazelle“ an dieser Stelle wirklich einmal loben. Ich habe selten erlebt, dass man in einem Hotel als Pilger so rührig behandelt wird. Der wohl temperierte Orangensaft zum Abkühlen nach dem Eintreffen des erschöpften Pilgers am Zielort war so eine Geste und es sollte bis zum frühen Morgen des nächsten Tages so bleiben, dass sich Madame rührig um mein Wohlbefinden kümmerte. Eigentlich logisch, dass das Frühstück für Pilgerverhältnisse nahezu opulent und deftig ausfiel.

Bestens gestärkt ging es dann auf den Chemin des Allemandes. Der erneut sonnenverwöhnte Vormittag wurde durch die erfrischenden, von den Bergen in den Vogesen kommenden, Winde mehr als erträglich gemacht. Es war die pure Freude stundenlang so von der Natur beim Wandern verwöhnt zu werden.

Erfrischende Winde von den Bergen der Vogesen zum Tagesbeginn (Video)

Der Weg nach Contrexéville verlief auf ähnlichem Terrain wie an den Vortagen. Feldwege, Wälder und Wiesen waren zu bewältigen. Gegen Mittag wurde es dann temperaturtechnisch gesehen unangenehmer weil sich die kühlenden Winde leider verzogen hatten. Glücklicherweise war der Zielort dann aber auch nicht mehr ganz so weit entfernt. Contrexéville ist für seine Thermalquellen bekannt und auch durch das Mineralwasser das unter der Marke Contrex vermarktet wird. Fast schon logisch, dass ich am Wasser ankommen sollte, namentlich an den „Lacs de la Folie“. Der schöne Badesee war bevölkert mit vielen Menschen, die sich auf den Liegewiesen am See am schönen Wetter erfreuten. Da kam ich mit meinen Lederstiefeln, Wanderschuhen und Stöcken fast schon wie ein Außerirdischer rüber. Badebekleidung war angesagt! Allerdings nicht für mich, ich wanderte noch die 2 km bis in den Ort hinein und erfrischte mich in der wunderschönen Trinkhalle der „Thermes de Contrexville“.

Au revoir de Contexéville

Die Bilder des Tages:

Tagesbeginn
heutiger Streckenverlauf
Die Ernte hält an
Château de Sandaucourt
Pilgerdschungel
GR 714
Wasserknappheit – ausgetrocknete Waldböden
hübsch, oder?
Pilgerpause
Lac
Pilger am Badesee
Das kann heiter werden!
„Thermes de Contrexville“
Wasserhahn oder doch eher Wasservogel
zufriedener Pilger
Belohnung des Tages 0,75 l Ruby Red Leffe

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