Da waren es schon mal Vier! Frei nach diesem Motto sind vier der sechs Betten in der schnuckeligen Herberge von Santa Maria la Real de Nieva belegt. In den Kojen liegen Jos aus Belgien, Kamil aus Polen und Maureen, 56 jährige Australierin aus Sydney mit irisch/indischen Wurzeln! Ich habe mich in die Küche der Herberge zurückgezogen um diese Zeilen noch schreiben zu können. Am Abend habe ich nach dem tollen Essen (Twitter: https://twitter.com/caminopilger/status/604728573249888256 ) Marc-Andre ter Stegen im TV zugeschaut, wie dieser den spanischen Pokal gewann und nun kurz vor Mitternacht fülle ich mein virtuelles Pilgertagebuch mit weiterem Leben. Es war heute sehr sehr schön Jos an meiner Seite gehabt zu haben. Quatschen, laufen, lachen und stöhnen – Mann tat das gut. Der pensionierte 67-Jährige ist so was von fit. Unglaublich! In seinem Sog wurden meine Beine schneller als vermutet und so darf ich sagen, dass die erneut mega abwechslungsreiche Etappe mit 34 Kilometern und 11 Stunden ( 2 Std. Pause inbegriffen) zwar tierisch lang war, mich jedoch nicht so sehr schaffte wie der Ritt über die beschneiten Berge. Und der Hagelschauer blieb heute auch aus. Morgen am Sonntag werden wir ein wenig später aus den Federn steigen können. Die 22 km nach Coca kommen mir ganz gelegen um meinem Körper zumindest ein wenig Entlastung zu besorgen. Wie auch immer Mann es sagen will, ich bin im Moment mit mir und meiner kleinen Pilgerwelt sehr zufrieden. Schaun mer mal …DC
Camino de Madrid Tag 5 30.05.2015 Segovia – Santa Maria la Real de Nieva 34 km
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Camino de Madrid Tag 4 29.05.2015 Cercedilla – Segovia 29 km
Was mache ich auf diesem schrägen Foto bloß für ein Gesicht? Es sieht fast so aus, als ob ich über Nacht von Spanien nach Grönland ausgeflogen wäre. Weit verfehlt, ich hatte hier vor Ort lediglich den angekündigten Sturm am Nachmittag zu Besuch , nach dem der Vormittag noch Sonne pur zu bieten hatte. Stockdunkel wurde es auf einmal und es prasselten dicke Hagelkörner auf mich ein, untermalt mit lautem Gedonner und Geblitze. Als daraufhin auch noch orkanartige Winde einsetzten bekam ich doch schon ein wenig Panik, da es bis zur Stadt noch 5 Kilometer waren. Ein Glück, dass ich zu dieser Zeit längst den „Berggipfel“ passiert hatte. Wie vorhergesagt, wartete mit den vielen Höhenkilometern ein verdammt hartes Stück Arbeit auf mich. Nach 9 Stunden war der Pilgertag endlich vorbei und unter dem Schnitt bin ich sehr zufrieden mit dem Verlauf der ersten vier Tage auf dem Camino de Madrid mit einer bisher gelaufenen Strecke von 105 Kilometern. Über neue Baustellen, sprich Schmerzzonen, möchte ich mich an dieser Stelle ausnahmsweise nicht auslassen, ich ignorie sie einfach. Der nächste Hammer steht schon morgen auf dem Programm… mit 33,5 km wird es wieder eine sehr lange Etappe.
Am Ende des Tages habe ich mit Jos aus Belgien endlich auch den ersten Mitpilger im Hostal kennengelernt.
Segovia ist ein bezauberndes Städtchen und ich … bin einfach zu müde um noch viel mehr zu schreiben.
Die Bilder des Tages:
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Camino de Madrid Tag 3 28.05.2015 Manzanares Real – Cercedilla 22 km
Der Patient ist auf dem Weg der Besserung!
Kopfschmerzen und Schüttelfrost abgelegt, bewegte ich mich schon um 7:00 Uhr, zugegebenermaßen immer noch recht eierig, auf sandigen Böden. So ungefähr stelle ich mir das Wandergefühl vor, wenn man am Abend vor einer Pilgerwanderung 2 Flaschen Rioja solo trinkt. Geschwächt durch die vielschichtigen WC-Besuche der vorangegangenen Tage traute ich mich gestern, außer ein weng Obst, gar nichts mehr zu essen. Bemitleiden konnte mich auch heute keine Menschenseele auf dem Weg nach Cercedilla. Weiß zwar nicht genau was für ein Spiel mit mir hier in Espania getrieben wird, aber unter dem Strich bewege mich offensichtlich einsam und allein auf dem Camino de Madrid.
Die Natur beschenkte mich auch heute wieder auf vielfältige Art und Weise. Leuchtend gelber Ginster übertünchte den lilafarbenen Lavendel und mit der gelben Pracht waren auf einmal zig Schmetterlinge in der Luft und auf den Blüten. Lautes Vögelgezwitscher von allen Seiten, einfach nur herrlich!!
Als Indikator für meine Einsamkeit mag die heutige wunderschöne, 2 km außerhalb von Cercedilla gelegene, Albergue Juvenil Villa Castora herhalten. In der von der Communidad de Madrid betriebenen Herberge, gibt es Platz für 72 Menschen. Die Anzahl der heutigen (Pilger-)Gäste beträgt: EINS. Unglaublich aber wahr. Dankenswerter Weise wird mir dennoch um 20:30 ein Menue gereicht, das ich mir selbst zusammenstellen durfte. Die Energiezufuhr benötige ich auch dringend für meine morgige Königs-Bergetappe nach Segovia. Auf sicherlich wieder einsamen 27 Kilometern laufe ich von 1.200 auf 1.850 Metern Höhe um dann „leider“ die ganzen Höhenmeter wieder herabzusteigen und am Nachmittag hoffentlich das auf 960 Meter Höhe gelegene Etappenziel Segovia zu erreichen. 
Werde morgen übrigens ein weiteres Mal entgegen meiner Veranlagung versuchen, früh in die Gänge zu kommen, da laut Wettervorhersage ein Wärmegewitter auf mich in den Bergen warten. Morgen erzähle ich an dieser Stelle mehr davon… .
PS: Kurkuma- und Ingwerwurzel zeigen Ihre Wirkung nachdem ich auf die Cola verzichtet habe!
Hola desde Cercedilla
DC
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Camino de Madrid Tag 2 27.05.2015 Tres Cantos – Manzanares Real 27 km
In Ermangelung einer Pilgerherberge liege ich erschöpft im rustikalen 1,80 Meter langen Bett des privaten Vermieters „Elo“, Alamos 22 in Manzanares Real. Das Zimmer ist altbacken aber sauber und genügt mir in meinem Pilgerdasein uneingeschränkt. Ein hinsichtlich des abwechslungsreichen Streckenverlaufs und der Schönheit der Natur fantastischer Tag liegt hinter mir. Charakteristisch für den Tag waren insbesondere wunderschöne „Blüten-Teppiche“ von Butterfly-Lavendelstöcken nahezu entlang des gesamten Weges. So etwas kann man nicht beschreiben. Das muß man vor Ort einfach mal gesehen haben. Parallele zum Mosel-Camino…: Ich habe auf den bisher zurückgelegten 54 Kilometern bisher keinen weiteren Fußpilger auf dem Camino de Madrid entdecken können. Begonnen hat der heutige Tag mit einem lupenreinen Polizeieinsatz. Um Punkt 5:50 Uhr stand der bestimmende aber freundliche Polizist der Guardia Civil vor meinem Pilgerzimmer und wies mich erneut darauf hin, dass ich um 6:00 Uhr die Unterkunft zu verlassen habe. Nun bin ich ja nicht unbedingt als Frühaufsteher auf dem Camino bekannt, aber irgendwie habe ich es dann doch geschafft meine 7 Sachen bis 6:00 Uhr zu packen und dem Polizisten den Gefallen einer fast pünktlichen Pilgerabreise zu ermöglichen. Gleichwohl sich mein Problemknie heute von seiner besten Seite präsentierte, könnte ich übrigens auch in diesem Jahr gut ne Krankenschwester an meiner Seite dabei haben. Dieses Glück hatte ich zuletzt auf meinem Camino Portugues. Forough weiß wovon ich spreche. Sie meinte übrigens, dass ich doch ein ziemlich wehleidiger Pilger sei. Als Beweis für diese These … Das heutige „ärztliche“ Bulletin: Knie wie gesagt glücklicherweise okay, dafür aber Magen-Darm, Kopfschmerz und Schüttelfrost vom feinsten. Bekämpft wird dieser Virus? mit Cola, frischem Ingwer, frischer Kurkumawurzel und getrockneten Lavendelblüten. Mal schauen ob dieser Mix kurzfristig hilft … . Habe den Verdacht, dass eine möglicherweise verdorbene Pizza in Toledo dies verspätete „Geburtstagsgeschenk“ für mich zur Folge hat. Werde mich heute eben selbst pflegen und hegen müssen und bin dankbar dafür, dass der morgige Tag eine überschaubare Streckenlänge von 20 Kilometern bietet, nachdem mir die ersten beiden sonnenverwöhnten Tage wirklich so Einiges körperlich abverlangt haben.
Hola desde Manzanares Real
der angeschlagene Caminopilger
Die Bilder des Tages:
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Camino de Madrid Tag 1 26.05.2015 Madrid-Tres Cantos 27 km
„Warum machst du in diesem Jahr keinen Vorbericht?“ fragte im Vorfeld meines Fluges nach Madrid mein Pilgerfreund Heinz aus München. Die Antwort darauf war ganz einfach, da ich bis zum heutigen Morgen wirklich keine Ahnung hatte, ob es für mich im Jahr 2015 Überhaupt einen zweiten Tag als Fußpilger auf dem Camino de Madrid geben würde. Zu konfus war das Schmerzbild, das mein Anfang des Jahres operiertes linkes Knie in den letzten Wochen lieferte. Der heutige Tag glich dann auch in der Tat einem „Ritt auf der Rasierklinge“. Stechende Schmerzen im Knie am frühen Morgen verdarben die Pilgerlaune und führten zu einem verzweifelten Ablegen der ärztlich verordneten Kniebandage. Frei nach dem Motto „Ganz oder gar nicht“ kämpfte ich mich durch den Tagesbeginn und irgendwann ließen die Beschwerden glücklicherweise deutlich nach. Eine Garantie dafür, dass es morgen so positiv weitergeht gibt es natürlich nicht. Dennoch habe ich mich entschieden mein diesjähriges Pilgerabenteuer von Madrid nach Santiago de Compostela gehendes Schrittes fortzusetzen. Schaun mer mal! Ein Novum brachte der heutige Anfang des Weges. Kaum erreichte ich den Startpunkt des Camino de Madrid in der „Calle de Santiago“, da verließ ich den Jakobsweg auch schon wieder. Aufgrund meiner Erfahrungen in den Vorjahren in Spanien und Portugal entschied ich mich, die erste Etappe, entgegen des offiziellen Wegeführers, nicht überwiegend mitten durch die spanische Hauptstadt gehen zu wollen. Der Wanderweg G-124 „Senda Real“ ersparte mir weitesgehend die obligatorische Asphaltetappe und führte mich um Madrid herum relativ unkompliziert nach 17 km auf den festgelegten Jakobsweg. Am Ende des Tages übernachte ich in einer 2-Personen-Herberge! in Tres Cantos. Hier herrscht himmliche Ruhe, da die Schlafstätte nur zu 50 Prozent belegt ist. 🙂 Dafür muss ich allerdings auch schon um 6:00 Uhr morgens die Koje räumen. Hola aus Tres Cantos 673 km vor Santiago de Compostela, Caminopilger Heiner http://www.twitter.com/Caminopilger Die Bilder des Tages:

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