
Der Mosel-Camino von Trier nach Koblenz
ist ein wunderschöner, weitestgehend naturbelassener Jakobsweg, der uns sehr viel Freude bereitete. Wir bewegten uns auf den Spuren der Kelten und Römer überwiegend in Wäldern, Weinbergen, Wiesen und auf felsigen Wegen in der höchst abwechslungsreichen Mosellandschaft.
Nach über 3.000 Kilometern auf den Jakobswegen in Spanien und Portugal möchte ich sagen dürfen, dass der Mosel-Camino sich vor keinem anderen Jakobsweg verstecken muß. Der Anteil der asphaltierten Strecken ist gesehen auf die Gesamtstrecke verschwindend gering. Naturliebhaber kommen hier absolut auf Ihre Kosten.
Im gleichen Atemzug gilt es die Freundschaftlichkeit und Herzlichkeit der Menschen von Koblenz bis Trier hervorzuheben. Wir haben unzählige positive Erfahrungen sammeln dürfen.
Ein wenig traurig waren wir über den Umstand, dass wir auf der gesamten Strecke keinen anderen Fußpilger getroffen haben und das zur besten Wanderzeit im Monat Oktober 2014. Dies erklärt vielleicht auch die Tatsache, dass es derzeit noch nicht so viele Pilgerherbergen auf dem Weg gibt. Die beiden Herbergen in Traben-Trarbach und Klausen stellen aber echte Übernachtungsperlen auf dem Camino dar. Darüber hinaus muss man derzeit doch sehr häufig auf „konventionelle“ Pensionen und andere Häuser ausweichen. Der 2008 ins Leben gerufene Mosel-Camino stellt sich als zartes Pflänzchen dar, das behütet und geschützt werden sollte. Für die deutschsprachigen Pilgerfreunde des „Camino de Santiago“ dürfte er schon bald zu einem Pflichterlebnis hier vor Ort in der bezaubernden Moselregion werden. Er stellt eine ideale Gelegenheit dar, sich auf den großen weiten Weg in Nordspanien vorbereiten zu können und bietet „Pilgernovizen“ den Nährboden eine Pilgerleidenschaft zu erwecken.
Buen Camino aus Trier.
Fazit des Mosel-Caminos 2014
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Tag 8: 27.10.2014 Schweich – Trier

Gegen 16:45 Uhr war heute in der Benediktinerabtei St. Matthias/Trier die Messe gelesen. Nach 8 Tagen und 180 Kilometern Wanderung beendeten Lothar und ich unseren Mosel-Camino von Koblenz bis Trier.
Die vermeintlich leichte letzte Etappe entpuppte sich letztendlich doch wieder als ein hartes Stück Holz, auf das es 7 Stunden zu beißen galt. Eine, zuvor nicht bekannte, Wegstreckenänderung bescherte uns vor Trier einen zusätzlichen Aufstieg auf eine Teilstrecke des Eifelsteigs. Der „Felsenweg“, gepaart mit der nicht enden wollenden Asphaltpiste innerhalb Triers entlang der Mosel zur Benediktinerabtei St. Matthias, sowie der abschließende Weg zurück in die Stadtmitte führte zu einer „sprichwörtlich“ mentalen Übersäuerung. Gefeiert hatten wir ja bereits gestern in Schweich die Fohlenfestspiele… .
Heute haben wir artig das letzte Stempelfeld im Pilgerpass füllen lassen

und in aller Stille in der Stadt noch ein italienisches Essen zum Abschluss genossen. Überschäumende Pilgerfreude konnte dabei allerdings nicht aufkommen. Der Kraftverlust war in den acht Wandertagen zu groß.
Wir waren heute einfach nur dankbar dafür, den anspruchsvollen, ursprünglichen Pilgerweg „geschafft“ zu haben. Nicht ohne Grund wollten uns die Moselbewohner an so manchem Tag erklären, wie wir den Camino abkürzen können… .
In einzelnen Fällen wurde uns dabei sogar empfohlen auf die Moselschifffahrt zurückzugreifen um uns den Weg leichter zu gestalten.
Wir trotzten diesen Gedankengängen konsequent und sind jeden Meter des Mosel-Caminos zu Fuß gegangen!
Aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit reichte es am Abend „lichtbedingt“ noch nicht einmal für ein paar touristische Schnappschüsse der Hauptattraktionen Triers. Dies wird morgen früh sicherlich nachgeholt, bevor wir gegen 13:00 Uhr die Heimreise mit dem Zug antreten.
Eine nicht ganz uninteressante Information für künftige Mosel-Camino-Pilger, die in Trier übernachten werden:
Im Pilgerbüro gegenüber dem Trierer Dom habe ich erfahren (leider etwas zu spät für unsere Pilgerreise), dass im Josefsstift, 3 Minuten von der Porta Nigra entfernt, in der Franz-Ludwig-Straße 7 eine wunderbare Übernachtungsmöglichkeit für 22€ (inkl. Frühstück) angeboten wird. Daneben vermittelt das Pilgerbüro am Dom auch kostenlose private Übernachtungen bei „Pilgerfreunden“ in Trier.
Die Bilder des Tages:
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Tag 7: 26.10.2014 Klüsserath – Schweich
0:0 in Schweich-Issel

Die 7. Etappe auf dem Mosel-Camino geriet fast zur Nebensache! Gezittert, gehofft und gefeiert in Schweich-Issel! Gegen den FC Allianz-Arroganz Bayern München haben die tapferen Fohlen aus Mönchengladbach tatsächlich ein heldenhaftes Unentschieden, mit klaren Vorteilen für die Heimmannschaft, errungen! Fußballzeit bedeutet auch den obligatorischen Wechsel zum Gerstensaft. Vor lauter Aufregung habe ich vielleicht einen Tonkrug voll Bitburger zu viel zu mir genommen.

Egal! Unter dem Strich bin ich 23 km vor Trier verdammt stolz auf meine Mannschaft!
Das Spiel der Borussia aus Mönchengladbach setzt unserem Mosel-Camino eindeutig die Krone auf.
Diesen wunderschönen Jakobsweg werden wir morgen leider Gottes beenden und am nächsten Tag die Heimreise ins Rheinland antreten. Ein Camino voller positiver Erfahrungen wird morgen in Trier zu Ende gehen. Jawohl, JA, schon am Vorabend des letzten Pilgertages kommen wehmütige Gefühle und Gedankengänge in mir auf.
Lothar und ich sind dankbar dafür, dass wir dies alles hier erleben dürfen!
Mein verstorbener Freund Harald hätte es ebenfalls verdient gehabt, mit uns diesen Weg laufen zu können. Er ist so etwas wie der Impulsgeber für meine diesbezüglichen „nationalen“ Aktivitäten.
Hat er nicht immer zu mir gesagt: „Warum läufst du denn immer in Spanien rum und nicht einmal in Deutschland auf einem Jakobsweg?
Lieber Harald, diesen Weg bin ich gerne auch für Dich gelaufen!
Die Bilder des Tages:
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Tag 6: 25.10.2014 Osann/Monzel – Klüsserath
Der sechste von insgesamt acht Tagen auf dem Mosel-Camino bot uns wieder eine abwechslungsreiche und landschaftlich reizvolle Strecke. Weit ab von den touristischen „Moselhochburgen“ spielte die ungeschminkte Natur wieder die Hauptrolle auf unserem Weg nach Trier. Auf den Spuren der Römer und Kelten war der Schwierigkeitsgrad wieder als fordernd, aber keinesfalls überfordernd zu bezeichnen.
Besonders erfreut waren wir über die Einkehrmöglichkeit im Bürgercafe der „Eberhardsklause“ in Klausen. In diesem Gebäude ist seit ein paar Monaten auch eine wunderschöne Pilgerherberge beheimatet, die bis zu 35 Pilgern eine Schlafstätte bietet.
Ziel unserer heutigen Etappe war allerdings nicht Klausen, sondern das „verschlafene“ Klüsserath. Ohne all zu große Erwartungen suchten wir dort den Gewölbekeller des Weingutes Rudemsmännchen auf. Nach den guten „weinhaltigen“ Erfahrungen des Vortages erfreuten wir uns heute an einem feinherbigen Kernerwein, dem 2013er „Grandioso“.

Mal schauen ob dieser edle Tropfen uns die notwendige Kraft für die letzten zwei Pilgertage schenkt.
Besonderes Lob verdient an dieser Stelle die vorzügliche Küche des Winzerehepaares Briesch die zum Abschluss des Pilgertages uns ein zweifaches, zufriedenes Lächeln schenkte.
Bon Camino aus Klüsserath.
Die Caminopilger Lothar und Heiner
Die Bilder des Tages:
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Tag 5: 24.10.2014 Traben/Trarbach – Osann/Monzel
Die Geschichte des heutigen Tages ist schnell erzählt. Gezeichnet vom gestrigen Fohlensieg kamen wir verspätet auf den Mosel-Laufsteg, spulten dann auf fußfreundlichen 17 Kilometern allerdings sehr routiniert das Pflichtprogramm nach Osann-Monzel ab. Die schönsten Bilder zeichnete dabei der frühe Tag. Der Abschied von Lothars zweiter Heimat Traben-Trarbach (Lothar ist Teileigentümer eines schmucken Ferienhäuschen) war sensationell. Die „Alte Lateinschule“ sonnenverwöhnt, im Nebel verhangen, erleben zu dürfen war ein echtes Naturereignis. Den anschließenden moderaten Anstieg nach Bernkastel-Kues kannte ich schon von einer vorangegangenen Wanderung mit meinem Jadeschatz.
In Bernkastel war es dann mit der Herrlichkeit vorbei. Der, zugegeben reizvolle, Touristenort Nummer Eins an der Mosel, Bernkastel-Kues, erstickte schier an der sonnenhungrigen Menschenmenge. Nach all der wunderschönen Natur in den Vortagen war man diese Menschenmengen einfach nicht mehr gewöhnt. Danach ging es kilometerweit auf Asphalt entlang der Mosel in Richtung Osann-Monzel (eigenartiger Name für ein Moseldörfchen, by the way) weiter. Wieder nicht prickelnd. Aber auch nicht wirklich ganz schlimm wie wir fanden. Wie mein Pilgerfreund Heinz aus München zu sagen pflegt: „Es ist nicht jeden Tag Kindergeburtstag …“ auch nicht auf dem diesjährigen Mosel-Camino!
Für mein gestriges Pilgerbiergeständnis wurde ich mehrfach gerügt.
„Wein ist übrigens besser für den Kreislauf. Trink mal ein Glas mittags, dann läuft es nachmittags besser.“
So, oder so ähnlich, lautete die positiv gemeinte Kritik, die wir uns heute selbstredend zu Herzen genommen haben und örtlichen Federweißen, Rivaner und den weltberühmten Riesling

erstmalig auf Herz und Nieren geprüft haben. Mal schauen, wie es morgen für uns dann auf dem Weg läuft.
Ich habe leichte Bedenken, lieber Heinz… .
Die Bilder des Tages. Prost!
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