Verfasst von: Caminopilger | 15. Juni 2013

Ohne Carsten 32 Kilometer nach Redondela

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Gleich zu Beginn stand der schwerste „Gang“ des Tages auf dem Programm. Ich verließ gemeinsam mit Forough und Carsten um 7:00 Uhr die Herberge in TUI und musste mich schon nach wenigen Minuten von meinem Pilgerfreund der ersten Stunde auf dem Jakobsweg verabschieden. Carsten fuhr heute Morgen mit dem Zug nach Porto zurück um von dort die Heimreise nach Deutschland anzutreten. Dies stimmte mich traurig, da durch Carstens Anwesenheit meine Erinnerungen an meinen ersten Camino im Jahr 2008 (Camino Frances) hier vor Ort wieder „leibhaftig“ wurden und ich die Kommunikation mit Carsten in vollen Zügen genießen konnte. Ohne „Besuchspilger“ ging es dann heute bei erneut sonnigem Wetter in der bewährten „Pärchen-Konstellation“ Kate/Heinz + Forough/Heiner 32 Kilometer weiter auf dem Camino nach Redondela. Nach einem „elfenartigen“ Waldstück mit mehreren historischen „Römer-Brücken“ kamen böse Erinnerungen an das Kernkraftwerk zum Anfang unseres „Camino Portugues“ wieder auf. Sieben ellenlange Kilometer Betonwüste mit industriellen Anlagen galt es zu überwinden.
Nichts für feine Nasen und Sonntagswanderer by the way…. . Später am Tag wurde die Strecke dann wieder caminolike und spätestens am Zielort waren die morgendlichen Erinnerungen verblasst.
In den nächsten Tagen wird sich unsere Pilgergruppe leider auf dem Weg nach Santiago de Compostela aufteilen müssen. Kate und Heinz versuchen die restlichen 84 Kilometer in drei bzw. eventuell sogar in zwei!!! Tagen zu bewältigen, da Kate ihre Rückreise in die Vereinigten Staaten von Amerika schon kommenden Mittwoch via Lissabon antreten wird. Forough und ich planen „pilgerführergerecht“ mit 4 Tagesetappen, so das wir erst kommenden Mittwoch in Santiago einlaufen werden. Am Tag danach geht es dann für mich wieder zurück in die Heimat. Und ganz ehrlich… ich freue mich schon heute auf meinen Jadeschatz, meine Familie, Freunde und Kollegen!
Es gibt eben „auch“ ein Leben da draußen außerhalb der Jakobswege. Und DAS ist gut so!
Bon Camino aus Redondela.
Der Caminopilger
Die Bilder des Tages

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Verfasst von: Caminopilger | 14. Juni 2013

Até Logo, Portugual. Bienvenido Galicia!

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Welch pittoreske Verabschiedung von einem mitunter sehr schönen Land! Valença in Portugal. Die Stadt mit unzähligen Festungsmauern und engen Gassen verzauberte Carsten und mich von der ersten Minute ihres Betretens an. Das „Grenzstädtchen“ kann mit Fug und Recht als besonderes „Highlight“ in Portugal auf dem Camino Portugues herausgehoben werden.
Heinz, Kate und Forough haben wir nach dem gemeinsamen Frühstück in einer Cafe-Bar bis zum Ende der Etappe nicht mehr zu Gesicht bekommen.
Kulinarischer Höhepunkt der heutigen Wanderung war das Menue des Tages in der Churrasqueira Valenciana in Valença. Portuguisischer Fisch (Bacalao) mit Gemüse, Kartoffeln und einer köstlichen Sauce zubereitet, dazu gab es einen knackigen Salat, frische Backwaren, eine schmackhafte Gemüsesuppe und ein leckeres portuguisisches Bier für unglaubliche 6,00€ je Nase. Ein Lokal fernab der Touristenströme in dem jeder Gast wie ein König behandelt wird und das von jedem Pilger besucht werden sollte. Nach dem Essen entschlossen wir uns entgegen unserer eigentlichen Planung Valença und Portugal heute doch noch zu verlassen und überschritten die Landesgrenze nach Spanien und erreichten unmittelbar die auf spanischer Seite gelegene Grenzstadt Tui. Até Logo, Portugual. Obrigado!
Bienvenido España!
Die Bilder eines schönen Tages:

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Verfasst von: Caminopilger | 13. Juni 2013

500 Kilometer unterwegs in Portugal

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Sitze im rustikal möbilierten „Bon Retiro Cafe“ in Rubiães. Irgendwo in den Hügeln, irgendwo hier in Nähe der innergemeinschaftlichen „Grenze“ zu Spanien haben Kate, Forough, Heinz und ich heute die 500 Kilometermarke von Lissabon aus gesehen überschritten. Ein langer Weg, der allerdings noch nicht ganz vollendet ist. Genau genommen fehlen uns noch gut 134 Kilometer bis nach Santiago de Compostela, das wir Anfang nächster Woche hoffentlich gehenden Fußes erreichen werden. Während Heinz immer fitter wird, fange ich langsam an müde zu werden. Nicht nur körperlich sondern auch geistig. Irgendwo verständlich nach den Belastungen der vergangenen Wochen. Die Hacken meiner Lowa-Stiefel sind abgelaufen und die Innensohlen weisen Löcher und Risse auf. Kate bewundern alle so sehr. Vom ersten Tag an schlägt sie sich ständig mit riesigen neuen Blasen an den Füßen tapfer durch die Etappen ohne nur den Hauch von Wehleidigkeit zu zeigen. Bestimmt die zweitstärkste Frau aller Zeiten auf dem Camino, gleich nach Forough! Und auch heute hat sie sich auf der „bergigen“ 16. Etappe wieder ein luft- und wassergefülltes Souvenier am Fuß eingefangen. Bei unserem Gastpilger Carsten läuft es sehr gut und unsere „zugereiste“ Mitpilgerin Forough scheint nach der gestrigen leichten Schwächeperiode wieder angreifen zu wollen. In einem waren wir uns einig. Die heutige Etappe von Ponte de Lima bis Rubiães gehört mit zum Schönsten was der „Camino Portugues“ zu bieten hat. Natur pur in „bergisch anmutenden Gefilden“.
Bis Porto haben wir auf der Strecke kaum andere Pilger zu Gesicht bekommen. Das hat sich auf dem hiesigen Streckenabschnitt gänzlich geändert. Die heutige Herberge ist nahezu ausgebucht (Kapazität: 35 Schlafplätze) und auf der Piste mehren sich die Radpilger, die je nach technischer Ausstattung die Strecke Porto – Santiago in 3 Tagen bewältigen.
Wir Fußpilger werden morgen Abend ein letztes Mal in Portugal übernachten.
Die Bilder des heutigen Tages:

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Verfasst von: Caminopilger | 12. Juni 2013

Über 2 Hügel nach Ponte de Lima

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Irgendwie hatten heute alle, Heinz einmal ausgeklammert, schwere Beine und Meer oder weniger große Probleme mit den 2 Hügeln und 34 Kilometern, die heute auf dem Weg nach Ponte de Lima zu überwinden waren. Eine wunderschöne Wanderung bei gutem Wetter.
Insbesondere unsere Kämpferin Forough mußte allerdings Tribut zollen.
Zitat des Tages von Forough um 11:23 Uhr:
„Ich trinke nie Meer im Leben Portwein,
ich schlafe unterwegs ein!“ Und tatsächlich, in der Mittagspause gönnte sich Forough in der Tat ein kurzes Schläfchen (Bildbeweis siehe unten).
Vielleicht liegts auch am plötzlichen Internet-Ruhm, der auf den Schultern unserer Kriegerin lastet und dafür sorgt, dass Sie heute auf Sparflamme lief ;-)…
Unter dem Strich sind wir alle in der zauberhaften Stadt Ponte de Lima (150 Kilometer von Santiago de Compostela entfernt) angekommen.
Die Fotos des Tages (Man achte auf die Ticketvergabe bei der WC-Benutzung in Portugal!)

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Verfasst von: Caminopilger | 11. Juni 2013

Forough, die Kriegerin des Lichts in Barcelos

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In 5 Jahren Pilgerkarriere habe ich so manche Pilgerin und manchen Pilger kennenlernen dürfen. Die größte Kämpferin von allen ist dabei sicherlich Forough. Eine „Kriegerin des Lichts“ die tagsüber fast keine Pausen auf dem Weg benötigt. Die 53 jährige Krankenschwester aus Heidelberg ist ein schier unglaubliches Energiebündel. So sagte sie beispielsweise auf dem Weg nach Porto (Königsetappe über 46,5 km) 5 km vor dem Ziel locker und flockig zu mir: „Ich könnte heute 60 Kilometer laufen!“
Auf diese Aussage hin, zog ich mir erst mal für ne Viertelstunde die Stiefel aus, pflanzte mich hin, schüttelte mit dem Kopf und gönnte mir eine schöpferische Pause. Und Forough? Sie lief pfeifenderweise mit einem Lächeln im Gesicht gen Porto weiter…. Unglaublich, aber wahr diese Frau!!
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Carsten hat sich heute auf dem Jakobsweg tapfer geschlagen und erreichte als Erster die Herberge in Barcelos.
Die nackten Fakten des heutigen Tages:
Zielort: Barcelos
Heute gelaufene Strecke: 27 km
Insgesamt von Lissabon gelaufene Strecke: 429 km
Entfernung bis Santiago de Compostela: 186 km

Die Fotos des Tages:

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