Verfasst von: Caminopilger | 3. Juni 2012

Albergue completo

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Um 18:00 Uhr war die heutige Pilgermesse für uns gelesen! Wir kamen mit den letzten Kraftstoffreserven in dem 30 km vor Lugo gelegenen Cádavo-Baleira an. Für die Herberge waren wir nach 8,5 Std. Wanderung und zurückgelegten 25 Kilometern allerdings zu spät dran. Completo. Völlig unverständlich da wir ja tagelang kaum Pilger auf der Piste gesehen hatten. Offensichtlich haben wir die eine oder andere Pilgerseele auf dem Weg von Oviedo eingeholt. Die Gesichter der in der Herberge befindlichen Pilger hatten wir nämlich zuvor nie gesehen. Endlich mal ein wahres Alibi für die Übernachtung in der Pension. Zur Feier des Tages haben wir dann im „besten“ 1 Sterne Tempel des Ortes im „Hotel Monedo“ eingecheckt. Zu unserer Ehrenrettung sei ergänzt: Es gibt nur ein Hotel in diesem überaus beschaulichen Ort und das schöne Doppelzimmer mit Badewanne und Shampoo kostet uns lediglich 38,00 €. Ein bezahlbares Vergnügen wie so vieles hier in Galicien. Während ich diese Zeilen vor dem Abendessen schreibe schnarcht Rigo bereits im Zimmer. Aus der in Aussicht gestellten harmloseren Etappe wurde nochmals eine Härteprüfung, da es galt weitere zwei Hügel (936 m) zu überwinden. Irgendwie muß der Autor unseres Outdoor-Reiseführers (erneut keine Empfehlung an dieser Stelle!) einen anderen Weg als den beschriebenen gegangen zu sein. Wie anders kann er bei zwei extremen Steigungen von „kleineren Herausforderungen“ sprechen. Zumindest der erste steile und steinige Aufstieg nach „A Lastra“ ist mörderisch! Nach dem Aufstieg auf den Pass „Alto de Fontaneira“ hatte ich dann wirklich die Kette ab und huschte den letzten Abstieg kurzerhand auf den Freizeitschluppen herunter. Rigo blieb in seinen Stiefeln. Dafür meldete sich leider auch sein zweites Schienbein bei der ersten kleineren Herausforderung ….
Hasta luego aus Cádavo-Baleira
Heiner&Rigo

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Verfasst von: Caminopilger | 2. Juni 2012

Buenos Dias Galicia

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Adios Asturias! Gracias!! Die gestrige Königsetappe steckte uns auf dem Weg nach Fonsagrada/Galicien noch merklich in den Knochen oder besser gesagt in Rigos Knochenhaut des rechten Schienbeins…. .
Das Streckenprofil ließ dennoch eine Wanderung über erstaunliche 31 km zu, gleichwohl wir einen weiteren Pass, den Alto del Acebo (1.024 m), zu bewältigen hatten. MANN gewöhnt sich eben an den Schmerz (siehe Blogeintrag oben…). Für Rigo finden die bedauernswerten Qualen spätestens am Dienstagnachmittag ein Ende. Mittwoch fliegt er zur Pflege (Pflegestufe 1 – höchstens!) in die Mainzer Heimat. Nehme den Mund heute ganz schön voll. Empfinde allerdings alles andere als Schadenfreude, denn ich weiß, was es bedeutet mit gekrümmten Gesichtszügen den Camino zu laufen…. . Denke derzeit leider viel zu viel an Santiago de Compostela. 159 km vor dem Pilgerziel (Kathedrale in SdC) und noch 9 anstehende Wandertage im Gepäck könnte ich es tatsächlich noch bis zum Kap Finisterre ans Meer weitere 90 km schaffen. Bevor das Fohlen vollständig mit mir durchgeht, sollte ich an den mystischen Erfolgstrainer der einzig wahren Borussia aus Mönchengladbach Lucien Favre denken. Wie kommentierte dieser in der abgelaufenen Saison die überragenden Leistungen und die damit verbundenen Erfolgsaussichten seiner sympathischen Mannschaft: „Das interessiert mich nicht. Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen und das nächste Match wird sehr schwer.“ Übertragen auf den Camino heißt das, denke nicht an Übermorgen sondern bereite dich vernünftig auf den nächsten Tag vor. In diesem Sinne …
Buenas Noches desde Galicia! Heiner & Rigo (still on Camino roads)

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Verfasst von: Caminopilger | 2. Juni 2012

Königsetappe mit Zugabe

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01.Juni 2012: Wie verrückt muss MANN sein, wenn der gemeine Pilger bei Temperaturen um den Siedepunkt aus einer 17-25 km langen Tagesetappe ein Epos von 34 km zelebriert? Die Antwort: Sehr verrückt! Heute morgen stand der hammerharte Aufstieg von Polla de Allande (524 m) hinauf zum Puerto del Palo (1.146 m) an. Damit haben wir den höchsten Punkt unserer Pilgerreise erreicht. Die wundervolle Berglandschaft scheint uns ein wenig den Verstand geraubt zu haben. Anders ist nicht zu erklären, dass wir nach den vielen Auf- und Abstiegen und gewaltigen Höhenkilometern einfach nicht aufhörten zu laufen, letztendlich erst am Stausee vor Grandas de Salime, von einem überaus heftigen Sommergewitter ausgebremst, nach 10 1/2 Stunden endlich einkehrten. Einer von uns lief in der Endphase des Tages wie ein rheinland-pfälzisches Dromedar durch die Pilger-Pampa. Der andere versteckte sich bei Platzregen hinter den Bäumen!
„Rambo“ Rigo, zeigt übrigens erste Anzeichen von männlicher Verletzbarkeit und hat Schienbein! Nur so ist zu erklären, dass er die beiden großen Bergwertungen des Tages gegen mich „verlor“. Bergab spielt er davon unberührt in einer anderen Liga und muss sehr viel Zeit damit verbringen auf mich zu warten. Zitat Rigo: „Gipfel zu erreichen ist gar nix, man muss auch wieder runterkommen!“
Es gäbe noch so viel von diesem unglaublichen Tag zu berichten aber leider fallen uns beiden erschöpft die Augen zu. Darum lassen wir die Bilder des Tages für uns sprechen.20120602-113703.jpg20120602-113808.jpg20120602-113855.jpg20120602-113959.jpg20120602-114046.jpg20120602-114116.jpg20120602-114140.jpg20120602-114155.jpg20120602-114214.jpg20120602-114253.jpg

Verfasst von: Caminopilger | 31. Mai 2012

Zurück zu den Pilgerwurzeln

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Spa war gestern. Eisenhartes Feldbett in der Herberge von Pola de Allande ist heute. Rigo hat zwar gemotzt, konnte ihn aber davon überzeugen, dass wir zu den Pilgerwurzeln zurückkehren. Merke: Auf Dauer kommt im Wohlstand kein Pilgerfeeling auf. Heute haben wir bei Bilderbuchwetter fast 30 km geschuftet. Pilgerschweiß ohne Ende und selbst in der örtlichen Pizzeria lief mir beim Abendessen der Körpersaft aus den Rinnen. Bei gefühlten 30 Grad konnten 4 Liter Flüssigkeit den hitzebedingten Verlust so eben ausgleichen. Die Zeiten in denen wir auf dem Weg treudoof nebenher wackeln sind vorbei. Ich bin froh wenn ich den Mainzer ab und zu am Horizont erblicke. Unglaublich, dass ICH und nicht ER den Dienst bei der Bundeswehr ableistete. Zu meinen Füßen sag ich nichts MEER solange sie halten. Schmerzen sind sowieso nur eine Einbildung. Sie wandern vom Spann zur Innenseite und irgendwann meldet sich beim zigten Auf- und oder Abstieg das rechte und gerne auch das linke Knie. Das ist eben so, frei nach dem Motto „No pain no glory!“ Bevor der Herbergsvater mit der Rute wedelt lad ich schnell noch ein paar Bilder des Tages hoch. Spa ist eben nicht jeden Tag auf dem Camino Primitivo!
Hola aus Pola de Allande
Heiner&Rigo

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Verfasst von: Caminopilger | 30. Mai 2012

Pilgersünden in Tineo

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Fangen wir mit der Pilgerbeichte an, dann haben wir das hinter uns. Jawohl JA wir haben es getan! Wir sind im bezaubernden Tineo tatsächlich in den besten 4-Sterne Wellness-SPA-Palast ganz Nordspaniens eingekehrt. Das Palacio De Meras ist im Vergleich zu den sonstigen Übernachtungsmöglichkeiten auf den Jakobswegen so etwas von unwirklich, quasi non-Primitivo, dass MANN glaubt im falschen Film zu sein. Wir konnten der Versuchung einfach nicht widerstehen. Der Inhaber des Komforttempels war in jüngeren Jahren selbst ein überzeugter Pilger auf allen Jakobswegen und möchte mit seiner Einladung an die Peregrinos bei ihm zu einem Viertel des normalen Preises zu nächtigen einiges von seiner Pilgerfreude zurückgeben. Bei einem Sozialtarif von 25 € mussten wir einfach zugreifen. Sorry for that lieber Heinz (Pilgerfreund seit dem Camino Frances 2008)!
Noch ein paar Sätze zur heutigen sonnenüberfluteten Etappe von Salas hier nach Tineo.
Der Camino Primitivo fängt so langsam an seine ganze Schönheit zu entfalten. Wilde Blumen schmückten den Jakobsweg und sorgten als Stimmungsaufheller dafür, dass wir die Belastungen der Strecke verhältnismäßig locker wegsteckten. Ab morgen geht es dann richtig in die Berge. Nach den heutigen 20 Kilometern haben wir für morgen eine 28 Kilometer lange Strecke im Reisegepäck. Bilder vom Bergpanorama wird es dann spätestens übermorgen an dieser Stelle geben.
Hola aus Tineo sagen Rigo&Heiner

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