Pilgern durch den nordspanischen Weinberg

Nach den in der Nähe von Pamplona gelegenen Weinbaugebieten Navarra und Rioja haben wir mit dem Bierzo ein weiteres bedeutendes Anbaugebiet erreicht und durften heute bei bestem Sommerwetter entlang von Rebstöcken und Winzerhöfen pilgern.

Die Weingärten von Bierzo liegen zwischen 450 und 1000 Metern über dem Meeresspiegel, vor allem im Tal des Sil und einigen Nebentälern.

Cooperativa Viñas del Bierzo in Camponaraya

Das Weingut Vinas del Bierzo soll eines der besten Weingüter im Bierzo sein. Wir haben uns vor Ort leider nicht ausgiebig von der Qualität des Rotweins überzeugen dürfen. Im anderen Fall hätten wir bei der warmen Witterung sicherlich noch größere Probleme gehabt unser Tagesziel überhaupt zu erreichen.

In einer „Behelfsbodega“ verkosteten wir unterwegs lokale Spezialitäten.

Ich habe mich zu Beginn des Camino Frances schon häufiger darüber gewundert, dass so viele junge Spanierinnen mit ihren Babys im Kinderwagen durch die iberische Meseta spazieren.

Mittlerweile scheine ich die Erklärung für den Kinderreichtum in Nordspanien gefunden zu haben.

Wir freuten uns heute erneut über die zahlreichen Störche entlang des Caminos.

Auf jedem noch so kleinen Kirchturm und vielen anderen Orten befinden sich hier unzählige Storchennester, die die Geburtenrate offensichtlich deutlich nach oben springen lassen … .

Heute stolzierten die Störche völlig ungeniert durch die Wiesen und Felder entlang des Pilgerweges.

Allein wegen dieser wunderbaren Artenvielfalt und herrlichen Natur haben wir für uns schon jetzt entschieden, dass wir später noch einmal auf den Camino de Santiago zurückkehren möchten.

Camino de Santiago – entwickelt sich bei uns etwa eine Suchtgefahr?

Aufgrund der Belastungen der Vortage haben wir uns und unseren Beinen für den heutigen Tag eine deutlich kürzere Etappe „verordnet“ und übernachten nach einem erneut sehr schönen Tag auf dem Camino Francés im Refugio Ave Félix in Villafranca del Bierzo.

Heutige Albergue

Hola aus Villafranca del Bierzo!

Die Bilder des Tages:

Naturbelassene Landschaft auf dem Camino de Santiago
Esel am Morgen
Störche auf den Wiesen und Feldern
Zwischenstation Camponaraya
natürlich dürfen die Kühe auf den Wiesen nicht fehlen
leckere Früchte
Kunst auf dem Camino
Stephan nutzte die wohltuende Erfrischungsmöglichkeit am Brunnen
Mittagspause im Weinbaugebiet
und weiter gehts in Richtung Villafranca del Bierzo!
Pilgern entlang der Straße war heute eher die belastende Ausnahme
Die prachtvollen Ausblicke des Tages im Bierzo halten wir dafür sicherlich wesentlich besser in Erinnerung!
Carsten, Heiner und Stephan demütig am Cruz de Ferro

Entgegen unserer sonstigen Gewohnheiten waren wir heute bereits kurz nach 06:00 Uhr auf dem Camino Frances als Fußpilger unterwegs. Wir wollten möglichst früh das „Cruz de Ferro“ erreichen um diese berühmte Stelle auf dem Camino Frances ein wenig für „uns“ genießen zu können. Dies gelang sogar für einen kurzen Moment und ein persönliches Foto-Shooting war dabei für uns erfreulicherweise auch noch realisierbar.

Blumen, Schuhe Steine, Fotos und noch viel mehr am Cruz de Ferro

Das Eisenkreuz auf einer Hochebene des Monte Irago ist einer der schlichtesten, aber eindringlichsten Stellen am Jakobsweg. Aus einem grossen Steinhaufen ragt ein langer, schlanker Eisenpfahl, darauf das kleine Eisenkreuz. Seit Jahrhunderten legen Pilger am Kreuz einen Stein nieder.

Daneben legen die „Peregrinos“ am Baumstamm des „Cruz de Ferro“ auch Fotos, Briefe, oder auch andere sehr persönliche Sachen ab. Der Steinhaufen wird durch die kontinuierlichen „Steingaben“ mit der Zeit immer größer.

Dieses Ritual bedeutet für viele Pilger auch das Ablegen einer Seelenlast. 

und so sieht das „Ganze“ aus der Ferne aus …

Das „Cruz de Ferro“ heute „live und in Farbe“ gesehen zu haben war auf jeden Fall für uns drei ein sehr emotionaler Moment auf unserem ersten Camino de Santiago.

So langsam merken wir allerdings, dass wir den Jakobsweg im sonnigen Spanien und nicht in nördlicheren Gefilden laufen. Heute wurde es mir unter meinem gegerbten Lederhut, bei gefühlt 30 Grad im Schatten, richtig mollig warm. Die 28 km lange Etappe nach Ponferrada forderte uns mithin körperlich und seelisch.

heute ging es auf und ab auf dem Camino de Santiago (Stephan mit Pilgerstock)

210 km vor Santiago de Compostela wurde jedem von uns klar, dass wir unser Ziel noch „lange“ nicht erreicht haben.

Der Höhenunterschied von 1000 Höhenmetern (Start in Foncebadón auf 1440 Metern – Cruz de Ferro auf 1500 Metern und das Ziel Ponferrada auf nur noch 550 Metern über dem Meeresspiegel) verlangte uns auf unserer 7 1/2 stündigen Pilgerwanderung so einiges ab. Nun sind wir glücklich in Ponferrada angekommen und konnten in der städtischen Herberge auch noch ein Bett für jeden von uns dreien ergattern. Heute Abend werden wir sicherlich bei einem gepflegten Glas Bier versuchen unsere Energiereserven für den morgigen Tag wieder aufzufüllen.

Erneut eine fantastische Landschaft auf dem Camino Frances

Adios amigos aus Ponferrada

Die Bilder des Tages:

zum Sonnenaufgang standen wir schon auf der Pilgermatte!
das Cruz de Ferro vor Augen (allein sind wir natürlich nicht …)
Fotoshooting beendet, die nächsten Pilger bitte …
Schilderwald
Santiago de Compostela nur noch 222 km entfernt!
Pilger willkommen!
noch Meer schöne grüne! Landschaften
Django Heiner auf dem Weg nach Ponferrada
fabrikneue Wegkennzeichnung
nur noch über den Rio Boeza und wir erreichen die Stadt
Die Herberge in Ponferrada kann nicht mehr so weit entfernt sein!
die wichtigste Sehenswürdigkeit, die Burg von Ponferrada
Burg-Schatten im Blick
Burg und Berge, das stand heute auf dem Pilgerprogramm!
Kirche von Ponferrada
die Einheimischen in den Gassen im Schatten der Gebäude
Entspannung am Abend, Stephan (aka Jesus) hört auf die Worte und Pläne unseres „Navigators“ Carsten
The way – out of the blue

Das war sie also, die erste von zwei aufeinander folgenden „schweren Bergetappen“.

Nach einer 22 Kilometer langen Pilgerwanderung in luftigen Höhen sind wir in der 1.440 Meter über dem Meeresspiegel hoch gelegenen „Albergue Monte Irago“ angekommen und werden am Abend kulinarisch wieder einmal mit einer schmackhaften Paella in der Herberge verwöhnt.

Der sonnenüberflutete Tag führte uns erneut durch zauberhafte und lavendelverwöhnte Landschaften. Tage wie diese sorgen dafür, dass man den Camino de Santiago einfach lieben muss. Tierfreunde sind heute während der Etappe und auch am Zielort voll auf ihre Kosten gekommen. Vierbeinige Lebewesen und Ruinen bestimmten das Bild in dem sehr kleinen Ort Foncebadón, der zu „Santa Colomba de Somoza“ gehört und direkt am Camino Francés liegt.

Hirtenhund mit Fußmatte auf dem Camino Francés

Morgen werden wir dann schon recht früh am Tag den höchsten Punkt des Camino Francés, das „Cruz de Ferro (deutsch: Eisenkreuz), erreichen.

zauberhaft hübscher Pilgerweg am Morgen

Nach der bezaubernden heutigen Pilgerwanderung in der schönen Natur wartet damit ein weiterer Höhepunkt des Jakobsweges auf uns Caminopilger.

buenas noches aus Foncebadón

Die Bilder des Tages:

Aufbruch am Morgen im „Outdoor-Western-Saloon“
ein letzter Blick auf die Herberge
… und dann sind wir auch schon auf dem Weg
naturbelassene Wege/Pfade
Carsten läuft mit uns 🙂
welch schöne Natur
Pilger mit Hund, der in die andere Richtung unterwegs ist!
klassischer Souvenirstand
Stephan und Carsten im Gleichschritt
da hinten warten hohe Berge auf uns
ein cafe con leche in der COWBOY Bar, die man nur mit Hut betritt
für wahr ein bezaubernder Tag
die Natur schenkt dem Pilger eine besondere Freude
wunderschöne Blüte
Butterfly Lavendel wohin man auch schaut
Tiere auf dem Camino Francés Bild 1
Tiere auf dem Camino Francés Bild 2
Tiere auf dem Camino Francés Bild 3
Tiere auf dem Camino Francés Bild 4
Tiere auf dem Camino Francés Bild 5
Mittagstisch im urigen Restaurant
leichte Zwischenmahlzeit
Ruinen in Foncebadón
gut erhaltenes Knusperhäuschen
Pilgerschuhe?
Paella in der Albergue
Fußball in der Herberge / Map of the world!
Blick von der Albergue in die hügelige Landschaft
Bilder wie diese bestimmten den kurzweiligen Tag auf dem Camino Francés

Und täglich grüßt das Murmeltier!

Dieser Camino de Santiago ist wie ein kleines Dorf. Heute haben wir wieder viele bekannte Gesichter der vergangenen Pilgerwochen auf dem Jakobsweg getroffen. Den kleinengewachsenen neapolitanischen Italiener und seinen riesigen Kumpel aus Rom, Jakob den schwäbischen Griechen und noch andere Menschen, die den Weg für uns erst so richtig interessant machen.

Unsere italienischen Pilger

Die täglichen Pilgerstrecken und Etappenziele sind häufig deckungsgleich und so entwickeln sich tatsächlich recht bald „Pilgerfreundschaften“ auf den gemeinsam zu bewältigenden Wegen. Außerhalb des Jakobsweges angesiedelte Probleme stehen dabei weniger im Vordergrund der täglichen Gespräche auf dem Weg und in den den Herbergen. Es wird vielmehr über den Sinn oder Unsinn von Blasenpflastern, Versorgungsengpässen, Wettervorhersagen und sehr gerne auch über schnarchende Mitpilger philosophiert. Am Fuße der in den nächsten zwei Tagen zu bewältigenden Berge (rund 260 km vor Santiago de Compostela) haben wir unsere Zelte erneut in einer sehr kultigen Herberge aufgeschlagen. Die „Albergue Las Águedas“ in Murias de Rechivaldo gleicht einem großen Westernsaloon und da passen die drei „Banditos“ aus Alemania ganz gut hin.

Stephan und Carsten im Westernsaloon der Albergue Las Águeda in Murias de Rechivaldo

Auf dem Weg zu unserem „Westernsaloon“ war sicherlich der Bischofspalast von Astorga im Zentrum der Stadt Astorga das absolute bauliche Highlight des Tages. Der „Palacio de Gaudi“ ist eines von nur drei Bauwerken, die Antoni Gaudi außerhalb Kataloniens verwirklicht hat.

Palacio de Gaudi, ein Gedicht!

Jogi Löws Buben werden wir heute Abend übrigens auf einem 17 Zoll „großen“ Sanyo Fernseher bemitleiden können.

Adios amigos aus Murias de Rechivaldo

Die Bilder des Tages:

Herbergsbetten am Morgen – verlassen!
Der Morgen beginnt mit einem Regenbogen.
Pilger/-innen bestimmen das Bild auf dem Jakobsweg
Pilgerselfie im Spiegel mit der Digicam
Kathedrale in Astorga
Höhepunkt des Tages: Palacio de Gaudi

ältere Generationen werden sich erinnern… Landkarten auf Papier anstatt Apps!
ein Pilgerkreuz
da geht’s lang!
schöne Wegmarkierung in der freien Natur

Die letzten zwei Tage haben wir es etwas langsamer angehen lassen auf dem Camino Francés. Die Beine sind nach 18 Tagen auf dem Jakobsweg doch etwas schwerer geworden und in den nächsten Tagen warten ja ein paar heftige Bergetappen auf uns, die sicherlich noch genug Kraftreserven kosten werden. Von derzeit 820 Meter Höhe pilgern wir dann auf gut 1.500 Meter über dem Meeresspiegel um schon bald in Galicien einlaufen zu dürfen. Gemessen an der Gesamtstrecke ist unser derzeitiges tägliches Pensum mitunter mit einem Schneckenrennen zu vergleichen.

Zum Tagesbeginn am Morgen kommt MANN (=Schnecke) sehr schlecht in den Tag, schleicht sozusagen Kilometer für Kilometer mühsam in Richtung Santiago de Compostela. Nach circa einer Stunde auf dem Weg hat der Körper dann so langsam seinen Rhythmus gefunden und der Pilgermotor läuft wesentlich geschmeidiger und schneller.

Pilgerwege entlang der Straße

Auch heute konnten wir, insbesondere am frühen Morgen, feststellen, dass nicht jeder pilgernde Tag auf dem Camino ein Festtag sein kann. Kilometerlang führte der Weg uns Pilger entlang der Autostraßen. Exemplarisch ist hier auf dem Fotobeweis die N-120 abgelichtet.

Die N-120! Welcher Pilger kennt sie nicht?

So sehr ermüdend das Wandern entlang der Straßen auch phasenweise sein kann, zum Ende des Tages wurden wir dafür mit wehenden bunten Fahnen bei unserem Einzug über die historische Brücke am Zielort Hospital de Órbigo empfangen! Ein tolles Finish für uns am wunderschönen Rio Órbigo, das für die Mühen des Tages und die staubige Luft entschädigte. Die Kunstliebhaber unter uns kamen dann in der schmucken Albergue San Miguel vollends auf ihre Kosten. Ein Meer von Gemälden und anderen Kunstwerken wartete in der Herberge auf uns.

Der Pilgerkünstler und seine Werke 😉

In der Hoffnung, dass wir unser Schneckenrennen bei bester Gesundheit noch ein paar hundert Kilometer fortsetzen können, verbleibe ich für heute mit einem zufriedenen

Hola aus dem mittelalterischen Hospital de Órbigo.

Schneckenrennen nach Santiago

Die sonstigen Bilder des Tages:


am Pilgerweg gelegener Speicher
soviel Schutz für die Pilger muß sein… Tempo 30 Zone
Pilgern am Rio Órbigo
welch herrlicher Blick auf den Fluss
Die legendäre umkämpfte Brücke nach Hospital de Órbigo
Welch toller Empfang auf dem Weg zur Albergue!
Carsten kann gar nicht genug Fotos schießen!
auf der Brücke, nur noch wenige Meter bis zur Herberge 🙂
Pilger und Dorfbewohner gemeinsam auf der  Puente de Órbigo
Hospital de Órbigo
Farbliche Kontraste am Zielort
Stephan hatte heute keine Lust auf Fotos
noch mehr Kunst in der Albergue
ein letzter Blick auf die Brücke

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