Kathedrale Santa Maria Leon

Die „Drei Pilgerkönige“ sind heute tatsächlich schon in Leon (138.000 Einwohner im Jahr 2008) angekommen und durften nach der wunderschönen Kathedrale in Burgos ein weiteres kirchliches Meisterbauwerk bewundern.

Die gotische Kathedrale „Santa Maria“, ein Frühwerk vom weltberühmten Architekten Antoni Gaudi, ist fürwahr das Wahrzeichen der königlichen Stadt Leon.

Gaudis frühes Werk

Leon, in der gleichnamigen Provinz gelegen, war in der Tat die Hauptstadt des Königreiches León, eines Vorläufers des heutigen spanischen Staates.

Santiago de Compostela ist nunmehr nur noch gut 300 km von uns entfernt und so langsam scheint unser Pilgerziel nach deutlich mehr als der Hälfte der gepilgerten Gesamtstrecke für uns „machbar“.

Carsten macht einfach die besten Fotos von Stephan und mir…

In Leon liefen heute jede Menge humpelnde Pilger herum, die in der großen Stadt sicherlich bestens ärztlich versorgt werden können.

Daneben schenkt sich in Leon auch ein Teil der nicht angeschlagenen Pilger, aufgrund der Schönheit und der vielfältigen Möglichkeiten in der Stadt, eine temporäre Auszeit vom Jakobsweg.

Da wir in der Stadt heute leider keinen Platz mehr in der Herberge ergattern konnten, übernachten wir in Virgen del Camino, 5 km außerhalb von Leon, in der Albergue de Peregrinos D. Antonino y D.ª Cinia.

Probleme haben wir derzeit mit der Nahrungsaufnahme. Nach einem langen Tag auf dem Camino sind wir häufig zu träge, in den Herbergen die vorhandenen Kochgelegenheiten zu nutzen und „gönnen“ uns stattdessen die immer häufiger spartanisch ausfallenden „Peregrino-Menus“. Diese sättigen uns Fußpilger allerdings nicht immer auf Dauer, da unser Kalorienverbrauch auf dem Jakobsweg doch recht hoch ist.

Ist der Hunger besonders groß, bestellen wir ohne Schamgefühl mitunter zweimal den „Pilgerteller“.

Buen provecho aus La Virgen del Camino!

Die Bilder des Tages:

Italienische Pigerfreunde in unterschiedlichen Höhenklassen angesiedelt!
zauberhafte Pflanzenwelt auf dem Camino
Wasserstelle am Morgen

Camino de Santiago – Zaun

Mann/Frau sieht sich mindestens zweimal auf dem Camino
Orangensaft in Biergläsern – so gesund!
Leon
Arena – Leon
Carsten und sein Sonnenhut
weil sie so schön ist… Kathedrale die Dritte!
Bezaubernde Braut vor der Vermählung in Gaudis Kathedrale
zauberhaft schöne Stadt – León
Hostal di San Marcos Paradores
geschichtsträchtige Mauern
Das Symbol

Die Ortsnamen unserer Etappenziele auf dem Camino Francés sind auch nach so vielen vergangenen Jahren (>14 Jahre) immer noch Musik in meinen Ohren.

Das auf 795 Meter Höhe in der Provinz León gelegene Mansilla de las Mulas war dabei wohl eher nicht der Nabel der Pilgerwelt.

Leider habe ich zu dieser Etappe im Jahr 2008 nicht all zu viel schriftlich festgehalten.

Ich erinnere mich jedenfalls noch gut an die von uns als Übernachtungsziel auserkorene Unterkunft, die Albergue „Amigos del Peregrino“, mit ihrem schönen Innenhof und den bunten Blumenkästen.

Ansonsten kann ich heute nicht mit ergiebigen Geschichten aus der Autonomen Gemeinschaft „Kastilien und León“ dienen und stelle ersatzweise die „Bilder des Tages“ in den Vordergrund meines Blogbeitrages aus Mansilla de las Mulas.

Merke: Reisen mit der Zeitmaschine in längst vergangene Pilgerzeiten sind mitunter ein schwieriges Unterfangen 🙂 .

Buen Camino

Die Bilder des Tages:

Höchstgeschwindigkeit für Fußpilger: 20
ein giftgrüner Renault aus längst vergangenen Zeiten
Kirche in der Meseta am Morgen
hier geht es lang

Pilgerlandschaft
Lavendelbüsche
zauberhafte Camino-Landschaft
Spuren von Trockenheit im Jahr 2008
Blumen schmücken den Jakobsweg
noch mehr Blumen
Menschen auf dem Camino, die Bilderserie Teil 1
Menschen auf dem Camino, die Bilderserie Teil 2
Menschen auf dem Camino, die Bilderserie Teil 3
Fußballplatz in der Meseta
Peregrina
immer den gelben Pfeilen lang!
Erschöpfte Pilger, Kunst 1
Erschöpfte Pilger, Kunst 2
Erschöpfte Pilger, Kunst 3
Störche auf den Kirchendächern
Kunst auf dem Camino
Albergue Amigos del Peregrino
Geranien im Innenhof der Herberge
Die Dorfjugend in Mansilla de las Mulas freut sich über unseren Aufenthalt
Der schöne Moment am Ortseingang des Etappenziels angekommen zu sein!

Heute kam ich mir vor wie Tom Hanks bei den seinerzeitigen Dreharbeiten zu Forest Gump in der Sierra Nevada. 28 km Äcker, Felder, Sand und Wiesen, keine Wasserstellen, kein Internet, aber glücklicherweise zum Ende des Tages eine bescheidene Herberge in dem puristischen Pilgerörtchen Calzadilla de Los Hermanillos.

Meseta

Auf dem heutigen Weg staunten wir über die mitunter unglaublich schöne Natur entlang der Steppe, lilafarbene Lavendelbüsche so weit das Auge reichte, beziehungsweise die Füße uns trugen. In dem betagten Ort schien allerdings alles ausgestorben … bis wir (mal wieder) die einzige Bar „en la ciudad“ entdeckten.

Butterfly-Lavendel

Wie sich die Bilder in diesen Tagen doch in den Orten entlang des Camino Frances gleichen!

Die durchweg im hohen Rentenalter befindlichen Besucher der Bar saßen auf den Stühlen mit ihren dicken Brillengläsern auf den Nasen und hielten die Spielkarten motiviert in den Händen. Getränke konnten wir auf den Tischen der Einheimischen keine entdecken. Wir sahen uns genötigt, dem armen Betreiber der Bar „wirtschaftlich“ unter die Arme zu greifen, machten es uns in der Meseta-Bar gemütlich und bestellten das uns so sehr für die Anstrengungen des Tages belohnende Pilgerbier aus dem Hause San Miguel.

Banane und Apfel auf dem Weg nach Calzadilla

Erstaunlicherweise hatten hier in Calzadilla de Los Hermanillos Jogi Löws Buben ohne unser Dazutun gegen 18:00 Uhr auf dem spanischen TV-Bildschirm Einzug gehalten. Im 10 Minuten Takt bekämpften wir die kroatischen Angriffe mit Gerstensaft, Chips und auch immer wieder gerne mit Oliven, da es im Cafe leider nichts anderes zu essen gab. Zur Halbzeit führten die leidenschaftlich kämpfenden Kroaten gegen Jogis verwöhnte Balltreter verdient mit 1:0 und wir waren mit diesem Zwischenergebnis absolut bedient. Lediglich der Anschlußtreffer von Lukas Podolski bescherte uns im späteren Verlauf des Spiels noch ein kleines Erfolgserlebnis.

Die in ihrem Kartenspiel gefesselten Dorfbewohner konnten unsere Aufregung überhaupt nicht verstehen und freuten sich überwiegend über ihr gutes „Blatt“.

Fußball in der dunkelsten Kaschemme

Nach der 2:1 Niederlage der bundesrepublikanischen Fußballer konzentrierten wir uns wieder auf unsere Pilgerwehwehchen und behandelten die am Tag geschundenen Füße in der Herberge mit Hirschtalg und anderen Wundermitteln. 

Lieblingsbild des Tages von den „Pilgerkönigen

Dieser Weg wird kein leichter sein, weder für unsere deutschen Fußballer bei der EM, noch für uns Fußpilger auf dem Camino Francés.

Hola aus Calzadilla de Los Hermanillos

Die Bilder des Tages:

Carsten lief heute mit uns Spätzündern
Hobbitunterkünfte am Morgen
ein exemplarisches Bild für die heutige Etappe
Erdmännchen oder Hobbits, keine Ahnung wer hier haust …
Pilgerginster
Frühstück bei Tiffany; Bocadillos für alle
weiter auf dem Camino de Santiago
schmucker Bau
Camino Natur pur
schicker Pilger
lustige Beschilderung in der Meseta
Jesus, he knows me!
ein Pilger-Päuschen in Ehren kann niemand verwehren
wie überleben diese Pflanzen mitten auf dem Weg?
Meseta am Morgen


Heute Morgen wanderten wir weitere 20 km durch die Meseta. Erneut gab es keinen Baum, keine Bank und auch kein Cafe für uns auf diesem Teilstück des Caminos hinter Carrión de los Condes. Unendlich weite Kornfelder und zig Populationen von Stechmücken bestimmten unseren morgendlichen Weg. Das Frühstück hätte heute eigentlich ausfallen dürfen, da wir bereits nach wenigen Metern fleischige Kost in unseren Mündern verspürten. Nach dem ersten Insekten-Verschluckvorgang mussten allerdings dringend Maßnahmen ergriffen werden! Ein Teil der Pilger zweckentfremdete dabei wenig einladend riechende Wäschesäcke und streifte diese über ihre Häupter. Dies sah mitunter sehr lustig aus.

Navigator Carsten im Schutznetz

Man hätte beim Anblick dieser menschlichen Gestalten eher von Tropenforschern als von Mitpilgern ausgehen können! Ich hingegen entschied mich für eine alternative Abwehr der Mückenplage und streifte mir das, auf diesem Camino käuflich erworbene, lila-weiße Baumwollhandtuch über den Kopf und setzte auf dieses zur besseren Befestigung zusätzlich noch den Lederhut auf.

mückengeplagter Pilger

Im Blindflug ging es damit für mich durch die Meseta.

Jesus fluchte auf schwäbisch „Bleede Mugge!“ (auf hochdeutsch übersetzt: „Blöde Mücken!“) war allerdings zu stolz, ebenfalls schützende Maßnahmen gegen die Insektenplage 🐜 zu ergreifen.

Nun sitzen wir frischgeduscht, 80 km vor Leon, auf einer Terrasse unserer Luxus-Herberge in Terradillos de los Templarios und übernachten erstmals auf dem Camino Francés in einem 4 Personen Zimmer.

Nobel geht die Pigerwelt zugrunde, oder?

Hola aus Terradillos de los Templarios

Die Bilder des Tages:

Baukunst auf dem Weg
Müde Pilgerin im Feld
Pilger-Wandgemälde
Das Element Wasser
Pilgerblumen
Lavendel im Acker
Schmetterlingslavendel in der freien Natur
Albergue los Temlarios
kräftiger Wind, gut für die Pilgerwäsche
Beinpflege etc.
Sonnenuntergang in Terradillos de los Templarios
Jakobspilger aus Blech

Seit Burgos laufen wir durch die äußerst karge Hochebene namens Meseta.

In der kahlen Landschaft sind die Pilger im Hochsommer erbarmungslos der Hitze ausgesetzt. Wir hingegen haben glücklicherweise noch keine extremen klimatischen Verhältnisse zu beklagen.

Der Camino schlängelt sich auf vielen Teilstücken der letzten Tage völlig baumlos durch Getreidefelder, Äcker und Wiesen.

Einige Mitpilger monieren in den Herbergen mitunter die Monotonie dieser Gegend. Ich für meinen Teil bin allerdings endlose Felder und Äcker, auch aus meiner Heimat dem Niederrhein, gewohnt und empfinde die Hochebene keinesfalls als langweilig und ermüdend.

Felder, Äcker und Wiesen bestimmen das Bild dieser Tage

Heute sind wir beispielsweise eine sehr schöne Strecke entlang von Kanälen gelaufen und haben auf unserem Weg nach Carrión de los Condes mittlerweile die 300 Kilometer Marke geknackt.

Damit sind wir unserem Pilgerziel Santiago de Compostela auf jeden Fall ein ganzes Stück weit näher gekommen.

Unser Navigator Carsten muß seinem hohen Tempo auf dem Camino so langsam Tribut zollen. Es hat ihn ebenfalls am Knie erwischt. Stephan und ich sind zwar auch heute spätnachmittags als letzte Pilger in der Herberge angekommen, blieben allerdings tagsüber weitestgehend unversehrt.

Carsten hingegen läuft infolge seiner Wehwehchen ab sofort mit einem Knieverband auf.

Merke: Irgendwann erwischt es fast jeden Pilger auf seinem Weg nach Santiago. No pain, no glory!

Fußball findet heute Abend selbstredend auch wieder statt, schließlich befinden wir uns noch immer in der Vorrunde der laufenden Europameisterschaft. Ein gewisser David Villa sorgt heute Abend mit seinen spanischen Teamkollegen sicherlich dafür, dass die Straßen in Spanien leer und die Bars voll sein werden.


Buenas noches aus Carrión de los Condes

Die Bilder des Tages:

Morgenstimmung auf dem Camino de Santiago
Stephan auf dem schönen Weg entlang des Kanals
Schleuse
zweispurige Pilgerautobahn
wie lange hat diese Wegmarkierung wohl gute Dienste geleistet?
sehr cooler Mitpilger
historische Wegmarkierung
Camino verläuft parallel zur Straße
Pilgergemeinschaft mit Hund
Abkühlung von oben auf dem Weg
Vereinswappen von Real Madrid an der Wand, spanische Nationalelf auf dem Schirm
Menu del dia im Restaurante La Corte, Carrión de los Condes

« Newer Posts - Older Posts »

Kategorien