Verfasst von: Caminopilger | 13. Juni 2015

Camino de Santiago Tag 19 13.06.2015 A Gudiña – Laza 36 km

 


@Caminopilger: Wenn Mann seine Kräfte falsch einschätzt wird aus dem Pilger schnell ein Esel. Stehe vor dem Aus! #Laza Tag 19 36km.

Liege völlig fertig in der Herberge, null Antrieb, überhitzt, Schmerzen ohne Ende. Diese Etappe habe ich nicht ordentlich vorbereitet.

Morgen an dieser Stelle Meer, ob es überhaupt weitergehen kann.

LG dC

Keine Fotos des Tages ( werden nachgereicht!)

Verfasst von: Caminopilger | 12. Juni 2015

Camino de Santiago Tag 18 12.06.2015 Lubián – A Gudiña 24 km

  
Hombre, was hatten wir auf dem Camino de Madrid schon für Temperaturen. Gleich 200 ml Sonnenmilch musste ich hier vor Ort auf einmal nachordern, so sehr pellte sich die Haut in der prallen Sonne. Und heute? Nichtsahnend in kurzer Monitur aus der Herberge hinausgehüpft,  erwischten mich die Minustemperaturen in eisigen  1.300 Meter Höhe. Ich staunte Eisklötze, als ich das gefrorene Gras und die vereisten Blumen im Berg sah. Selbst die Moskitos lagen erfroren auf dem Rücken. Leicht deplatziert wirkte da mein sommerlich kurzes Odlo-Höschen. Da muss Mann als Pilger durch, schließlich war ich ja erneut gedopt ins Tagesrennen um das grüne Pilgertrikot gegangen. Gewonnen habe ich den Tagespreis natürlich wieder einmal nicht, aber ich bin nach 24 km langer Strecke in A Gudiña, Galicia, 485 km enfernt von Madrid, 205 Km vor Santiago de Compostela, angekommen und das zählt. Die Schmerzen im operierten linken Knie hielten sich erfreulicherweise wieder in Grenzen. Schulnote: befriedigend plus! Der heutige frühmorgendliche Anstieg wollte gar nicht Meer  enden. Unter dem Strich war die Etappe wesentlich schwieriger als gedacht, aber im Vergleich zu dem morgigen 36 km langen Brocken nur ein leichter Aufgalopp.  

 Treffe mich gleich mit Giorgio dem Zweiten ( der erste Giorgio ist mir längst abhandengekommen…) und Mauro aus Turin zum Dinner. Denn nur mit Smarties allein, bewegst du hier keinen Pilger auf dem Camino de Santiago! A Gudiña ist leider ein tief grauer,  besonders trauriger Ort. Aber auch das soll bei den Etappenzielen auf den Jakobswegen manchmal vorkommen. 

Hauptsache, sie kochen gescheit!

Das schöne Wetter kommt ganz von allein zurück.

Wetten, dass….?

   
 Buenos tardez desde A Gudiña, Galicia

dC

Die Bilder des Tages:

   
                                             

         

   

  

  

  

  

   

    

  
Gestern zu Tode betrübt, heute Himmel hoch jauchzend. Es ist nicht so einfach mit „einem“ Zwilling auf dem Camino de Santiago und auch in der sonstigen urbanischen Welt da draußen. Fragt mal mein Jadeglück … . Aber, Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste! Fangen wir mal mit dem Rudimentären an: Der Berg entpuppte sich als besserer Hügel. Kein Wunder, nach dem ich auf dem Camino de Madrid vor knapp 14 Tagen doch schon einen 2.000er Giganten erklommen hatte. Was sollte danach höhenmetermäßig noch als Steigerung auf mich warten? Die eingeworfenen Smarties verfehlten heute glücklicherweise nicht ihre Wirkung und so wurde diese kurze „Hügel-Etappe“ mit ihrer regenerativen 17 km langen Strecke ein wahrer Glücksfall für mich. Von den Schmerzen des Vortages blieben höchstens 10%, die mir den „Camino de Voltaren“ bei bestem Pilgerwetter nicht beeinträchtigten. Unterwegs lernte ich Mauro und Giorgio (den Zweiten!) aus Turin kennen. Die bekennenden Anhänger des FC Turins wußten sogar von Spielen ihres Teams gegen meine Mönchengladbacher Borussia zu berichten. Das passte! Da beide ein ähnlich „rasantes“ Pilgertempo an den Tag legten wie ich, trudelten wir als Schlußlichter im zauberhaft schönen,  mittelalterlichen Lubián ein. Ich steige in der gut bevölkerten Herberge ab. Giorgio und Mauro ziehen ein privates Hostal der Albergue Municipal vor. Alles im Lack könnte Mann meinen. Aber weit verfehlt, ich bin noch längst nicht über alle 7 Berge bis Santiago de Compostela. Frei nach dem Magier Lucien Favre konzentriere ich mich nur noch auf den nächsten Tag, de facto die morgigen 24,2 Kilometer nach La Gudiña, die ich sicherlich wieder mit einem tiefen Griff in die Smarties-Schachtel eröffnen werde. Manuel, meinen  47-jährigen spanischen Mitpilger aus Madrid habe ich soeben in der Küche des präventiven Ibuprofen-Konsums überführt. Ohne Doping läuft hier gar nichts! Dabei sind wir bekanntlich nicht als Teilnehmer der „Tour de France“ gemeldet sondern „nur“ Peregrinos auf dem Camino Sanabrés.

Die Fotos des Tages aus Lubián:

  

  

  

  

  

  

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444 km von Madrid, ca. 30 km von der portuguisischen Stadt Bragança entfernt, verstärken sich die Selbstzweifel. Bin in einer privaten Herberge am Zielort in Requejo de Sanabria untergekommen. Von 20 Betten sind 18 Betten frei.   Am anderen Ende des Schlafsaals liegt Ina, 75 Jahre alt, wohnhaft in der Bretagne, aufgewachsen in Duisburg. 

  Im Gegensatz zu mir geht es  Ina blendend. Sie hat mir dankenswerterweise ihre Schmerzsalbe für mein hinkendes Knie überlassen und meinte, dass ich so langsam mal die Smarties aus dem Gepäck holen sollte. Mein letzter Joker namens „Voltaren Dispers“ ist nunmehr angebrochen. Ärgere mich sehr, dass es offensichtlich nicht mehr anders geht. Gelobe Besserung und verspreche, dass ich im Jahr einer Operation keinen Camino Meer laufe. Garantiert! Auf der heutigen Regenetappe hatte ich selten den Durchblick. Aufgrund der bedrohlichen Gewitterlage und des Dauerregens blieb das iPhone zumeist im Handgepäck verstaut. Dem entsprechend spärlich fällt heute auch der Fotobeitrag aus. Drückt mir bitte die Daumen, dass ich es morgen mit den Smarties noch mal über den Berg schaffe. 

  
Hola aus Requejo de Sanabria

Der Caminopilger ( noch geht er …)

Die Fotos des Tages:

   
                     

  
Der erste sonnenmilchfreie Tag zeigte mir erneut meine Grenzen auf. Eins ist nach der heutigen Etappe auf jeden Fall klar: Der gezuckerte galicische Oreju taugt nicht als Energiespender für müde Pilger! 

So schön wir gestern Abend auch zusammensaßen,  

 so sehr habe ich heute am Tag auch gelitten. Die amerikanisch/holländisch/spanische  Pilgervereinigung war super sympathisch und deutlich trinkfester als meine Wenigkeit. Lieferten Sie doch heute mal glatt ne 42km Etappe ab. Bei mir und auch dem Fußblasen belasteten Spanier Manuel siegte die Vernunft. Wir stiegen bei Tageskilometer 27 ermattet aus und waren sehr froh in der 6 Betten-Herberge in Asturianos eine Koje ergattert zu haben. 
Die vorangegangen 2 Wochen haben leider Spuren bei mir hinterlassen. Die Phantomschmerzen im Knie sind zurück, beide Fußoberseiten übersäht mit Moskitostichen und das Kaninchen von gestern Abend hat mich auch nicht schneller gemacht! 

 
Tagsüber schmierte ich mir wiederholt mit der Arnikasalbe vom Ex-Physio des Ex-Tripple Siegers FCB, Dr. Müller-Wohlfarth, das Knie zentimeterdick ein. Unter dem Strich bin ich jedoch Santiago de Compostela wieder 27 Kilometer näher gekommen und das ist gut so!! 416 von insgesamt 685 Kilometern liegen von Madrid aus betrachtet hinter mir. Ich verrate kein Geheimnis, dass ich keine Lust verspüre, morgen noch mal die Strecke von Beginn an in Angriff nehmen zu wollen. Als Pilger schaut man eher seltener zurück. Man ist fokussiert auf das Erreichen des jeweiligen Tageszieles. Muss ja auch nur noch gut 10 Tage lang auf die Zähne beißen und wenn gar nichts mehr geht greife ich auf die Reiseapotheke zurück und „verschreibe“ mir die Voltaren Dispers Tabletten, von denen ich bis dato keine einzige verköstigt habe. Es soll hier auf dem Camino Sanabrés Pilger geben, die diese und andere Tabletten wie Smarties reinwerfen. Noch ist es bei mir nicht so weit!!

Es hat angefangen heftig zu regnen. 

Willkommen in Nordspanien!

Die Fotos des Tages aus Asturianos:
   
                   

  

   

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